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«Wir wollen noch mehr Leute erreichen»

Thurgau – Vor einem Jahr hat Alzheimer Thurgau acht Demenz-Anlaufstellen im ganzen Kanton eröffnet – eine davon in Kreuzlingen. Die Verantwortlichen ziehen eine positive Bilanz, machen aber gleichzeitig Potenzial aus. Gerade finanzielle Bedenken führten dazu, dass Betroffene zurückhaltend seien.

Raimund Disch, Leiter der Demenz-Anlaufstelle (Bild: zvg)

In der Bevölkerung bestehe ein grosses Bedürfnis nach Informationen rund um Demenz. Das habe sich im vergangenen Jahr bestätigt, sagt Sophie Fritsche, Geschäftsleiterin von Alzheimer Thurgau. Der Verein hat im Sommer 2017 seine Aktivitäten verstärkt und eine Vielzahl von Informationsanlässen und Angeboten für Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen lanciert. «Die Angebote sind jeweils schnell ausgebucht.»

Beratung ist kostenlos
Fritsche stellt aber auch fest, dass Zurückhaltung herrscht, wenn es darum geht, persönliche Beratung in Anspruch zu nehmen. So gebe es in den acht Demenz-Anlaufstellen, die Alzheimer Thurgau vor einem Jahr zusammen mit Pro Senectute eröffnet hat, noch Potenzial. Raimund Disch leitet die Anlaufstelle an der Parkstrasse 8 in Kreuzlingen. Er macht die Erfahrung, dass finanzielle Bedenken oft das grösste Hindernis sind, nicht schon früher Informationen, Beratung und Entlastung einzuholen. Genau hier setzt die Demenz-Anlaufstelle an. Kostenlos berät der diplomierte Sozialarbeiter darin Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen. Bei Bedarf vermittelt er den Kontakt zu weiteren Fachpersonen.

Netzwerk weiter ausbauen
Disch arbeitet seit vielen Jahren mit älteren Menschen und weiss, dass Demenz ein schwieriges Thema ist. Es werde einerseits oft tabuisiert, andererseits verdrängt. Das sei ein weiterer Grund, weshalb es nicht einfach sei, Betroffene und Angehörige zu erreichen. Trotzdem habe er bereits regelmässig Unterstützung leisten können. Für die Zukunft hofft er, dass sich die Demenz-Anlaufstellen noch stärker als erster Ansprechpartner etablieren. Zudem soll die Zusammenarbeit mit Hausärztinnen und Hausärzten, die im vergangenen Jahr bereits gut angelaufen sei, weiter intensiviert werden.

Gesprächstermine in den Demenz-Anlaufstellen können via Telefon oder E-Mail vereinbart werden: 071 626 55 44, anlaufstellen@alz.ch

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