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Schwerverkehrskontrollen für mehr Sicherheit

Thurgau – Die Schwerverkehrs-Spezialisten der Kantonspolizei Thurgau nehmen die grossen «Brummis» genau unter die Lupe. Jedes Jahr werden auf Thurgauer Strassen mehrere tausend Lastwagen kontrolliert, bei fast jedem Vierten muss etwas beanstandet werden.

Immer häufiger werden Schwertransporter von der Polizei angehalten. (Bild: kapo TG)

Grundsätzlich kann Ruedi Künzler, Dienstzweigchef Schwerverkehr bei der Kantonspolizei Thurgau, den Lastwagenfahrerinnen und -fahrern auf den Thurgauer Strassen ein gutes Zeugnis ausstellen. Trotzdem bekommen es er und seine Kontrolleure ab und zu mit Situationen zu tun, bei denen es auch den langjährigen Spezialisten kalt den Rücken hinunterläuft. «Ich erinnere mich beispielsweise an einen Tiertransporter-Fahrer, der eines Morgens um 6 Uhr mit 1,2 Promille am Steuer war», sagt Künzler. «Oder an einen Chauffeur, der seine Ladung mit komplett ausgefransten Spanngurten gesichert hatte.»

Risiko für andere Verkehrsteilnehmer
Es liegt auf der Hand, dass bis zu 40 Tonnen schwere Fahrzeuge mit defekten Bremsen oder ungenügend gesicherter Ladung eine Gefahr darstellen können. Ebenso wie Chauffeure, die nicht fahrfähig hinter dem Steuer sitzen. Das Ziel und die Aufgabe des achtköpfigen Teams ist es, möglichst viele solcher Gefahren aus dem Verkehr zu ziehen. «Grundlage für diese verstärkten Kontrollen ist eine Leistungsvereinbarung mit dem Bund» erklärt Marcel Rupper, Dienstchef Taktische Verkehrsdienste der Kantonspolizei Thurgau. «Dieser entschädigt uns zu einem grossen Teil finanziell für diese Arbeit.»

Über 5000 Fahrzeuge überprüft
Die Kontrollen finden auf dem ganzen Kantonsgebiet zu unterschiedlichen Zeiten statt. Nach Möglichkeit werden aber die eigenen und teils speziell eingerichteten Kontrollplätze benutzt. Diese befinden sich auf Rastplätzen entlang der Autobahn A7, beim Strassenverkehrsamt in Amriswil, an der Hauptstrasse in Altnau und in der Gemeinschaftszollanlage in Kreuzlingen.
Im vergangenen Jahr wurden 5436 Fahrzeuge kontrolliert, daraus resultierten 856 Strafanzeigen und 418 Ordnungsbussen. Das entspricht einer Beanstandungsquote von 23 Prozent. Oder anders gesagt, bei fast jedem vierten kontrollierten Fahrzeug oder Chauffeur war etwas nicht in Ordnung. Dass diese Zahl derart hoch ist, dürfte nicht zuletzt mit dem geschulten Auge und der Erfahrung der Schwerverkehrs-Kontrolleure zusammenhängen, die oft richtig einschätzen können, welche Fahrzeuge genauer unter die Lupe genommen werden müssen.

Umfangreiche Abklärungen in kurzer Zeit
Die Prüfung läuft gemäss Ruedi Künzler immer gleich ab. «Nebst den Führer-, Fahrzeug- und Ladepapieren wird auch der Zustand der Fahrerin oder des Fahrers beurteilt. Wir achten dabei beispielsweis auf Anzeichen einer möglichen Fahrunfähigkeit. Die technischen Kontrollen umfassen eine Auswertung der Fahrtschreiberdaten bezüglich Einhaltung der Lenk- und Ruhezeiten, die Kontrolle des Fahrzeugzustands und Überprüfung der Ladungssicherung sowie der Masse und Gewichte.» Je nach Fahrzeug können weitere Kontrollpunkte dazu kommen.
In der Regel können Chauffeure, bei denen alles in Ordnung ist, nach zehn bis 20 Minuten mit einer Kontrollbescheinigung wieder auf die Strasse. Ist etwas nicht in Ordnung oder muss ein Fahrzeug sogar vor Ort stillgelegt werden, kann es länger dauern, sagt Künzler. «Die Lastwagen dürfen erst weiterfahren, wenn Mensch und Maschine strassentauglich sind. Es gab beispielsweise einmal einen Lastwagen, der zwei Wochen lang stehenbleiben musste, bis die rumänischen Mechaniker vor Ort waren und die Mängel behoben hatten.»

Arbeit im Auftrag des Bundes
Die Kantonspolizei Thurgau hat mit dem Bund eine Leistungsvereinbarung über die Intensivierung der Schwerverkehrskontrollen abgeschlossen. Ziel ist, dass sich möglichst viele Lenkerinnen und Lenker an die Vorschriften halten, die Fahrzeuge in Ordnung sind und so die Verkehrssicherheit erhöht wird. Vereinbart sind derzeit rund 10’000 Kontrollstunden pro Jahr. Zirka 1700 Stunden zählen als Grundlast, welche die Polizei sowieso zu leisten hätte. Die restlichen 8300 Stunden gelten als Intensivierung und werden durch den Bund finanziell entschädigt.

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