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Der Stadtrat tritt als Team an

Kreuzlingen – Wenn am 25. November die Kreuzlinger Regierung gewählt wird, gehen vier von fünf Mitgliedern erneut an den Start. Stadtpräsident Thomas Niederberger (FDP), Dorena Raggenbass (parteilos), Ernst Zülle (CVP) und Thomas Beringer (EVP) benutzen als Team den gemeinsamen Slogan «Verschieden und doch einig!». Nur Barbara Kern (SP) hört nach acht Jahren auf.

Eingespieltes Team, das sich vertraut: (v.l.) Ernst Zülle, Thomas Beringer, Dorena Raggenbass und Thomas Niederberger. (Bild: sb)

Stadtpräsident Thomas Niederberger, Vize-Stadtpräsidentin Dorena Raggenbass sowie die Stadträte Ernst Zülle und Thomas Niederberger haben am Montagmorgen den Startschuss für die kommenden Wahlen abgegeben. Ihr Wiederantritt soll Kontinuität gewährleisten. Das sei wichtig wegen anstehender Projekte, sagte Thomas Niederberger. Die Stadtratswahl sehen er und seine Mitstreitenden als Personenwahl an, bei der die Parteizugehörigkeit eine untergeordnete Rolle spielt. «Wir sind unterschiedliche Persönlichkeiten mit unterschiedlichen Meinungen, aber wir sind ein starkes Team mit hohem gegenseitigen Vertrauen», erklärte der Stadtpräsident den Slogan, mit dem sich das Gremium als Kollektiv präsentiert. Niederberger: «Wir ziehen alle an einem Strick.»

Darum haben die Wahlkampf-Flyer der Stadtratsmitglieder alle dasselbe Layout. Nur wenn sich auf den frei werdenden Sitz von Barbara Kern weitere Kandidaten melden, wollen sie die Kraft ihrer Partei für den Wahlkampf nutzen, im Falle von Dorena Raggenbass den Rückhalt ihres Wahlkomitees. Bislang hat die SP einen Nachfolger nominiert: Gemeinderat Markus Brüllmann (siehe Seite 7).

Bisherige sind hochmotiviert
Alle vier Bisherigen steigen vollmotiviert in den Wahlkampf ein. «Die Arbeit macht mir sehr viel Spass», sagte Thomas Niederberger, der erst in diesem Jahr zum Stadtpräsidenten gewählt wurde. «Es ist ein Amt mit vielen Themen und Facetten.» Niederberger will angesichts der anstehenden Grossprojekte die städtischen Finanzen im Blick behalten. Der Kontakt mit der Bevölkerung und der Wirtschaft ist ihm sehr wichtig. «Dazu zähle ich auch den regelmässigen Austausch mit dem Konstanzer Oberbürgermeister», so Niederberger. «Wir arbeiten auf Augenhöhe zusammen.»

Dorena Raggenbass ist die Dienstälteste im Stadtratsteam. 2007 wurde sie das erste Mal gewählt. «Ich durfte schon viel bewegen», sagte sie. «Aber es gibt auch einiges, was ich noch gerne zu Ende bringen würde.» In dieser Hinsicht nennt sie etwa die bevorstehende Erweiterung und Sanierung der Egelsee-Schwimmhalle. Bezüglich der Sportanlagen wird die Bodensee-Arena ein Dauerbrenner bleiben. Auch will sie die Entwicklung des Seezelgs begleiten. Als Stadträtin des Departements Gesellschaft liegt ihr ausserdem das Kulturprofil der Stadt am Herzen. Mit dem Kulturzentrum steht hier ein wichtiges Projekt in der Pipeline. Der Zusammenschluss Kulturdachverband oder die Eröffnung des Tröschs sind nur einige der Erfolge auf kultureller Seite, welche Vize-Stadtpräsidentin Raggenbass für sich verbuchen konnte.

Stadtrat Ernst Zülle steht dem Departement Bau vor. Dringende Projekte sind bei ihm derzeit die Ortsplanungsrevision, welche sich voraussichtlich bis Anfang 2020 hinziehen wird. Zülle setzte dabei die Priorität auf Wohnqualität. Als wichtiges Instrument, diese zu erhalten, sieht er Gestaltungspläne an. «Kreuzlingen brüstet sich immer damit, urban zu sein, aber es ist auch eine Stadt mit viel Grün», urteilt Zülle. Dieses gelte es zu schützen und beim Bauen wenig Kulturland zu verbrauchen. Bezüglich Zentrumsentwicklung sieht Zülle eine zukunftsgerichtete Verkehrsplanung als bedeutsam an. Dazu gehört für ihn ein attraktiver Stadtbus mit günstigen Preisen und an die Bedürfnisse der Fahrgäste angepassten Fahrplänen (neu hat er den Busbetrieb in seinem Departement). Auch sieht der CVP-Stadtrat viel Potential für Kreuzlingen als Velostadt. Zülles Zukunftsvisionen beinhalten einen grenzüberschreitenden, führerlosen Elektrobus ähnlich wie in Schaffhausen-Neuhausen oder einen Steg für Velos und Fussgänger, welcher den Helvetiaplatz mit Klein-Venedig verbinden soll.

Thomas Beringer ist Stadtrat des Departements Dienste und seit Juni 2015 im Amt. «Die Arbeit ist sehr spannend, es ist eine bunte Mischung», so Beringer über die Bereiche Technische Betriebe (TBK), Sicherheit, Häfen und Zivilschutz, denen er unter anderem vorsteht. Für die TBK will Beringer die Betriebsentwicklung weiterführen. Durch den Kauf des Spiegel-Areals wurde hier bereits ein Grundstein gelegt. «Die Herausforderung ist, etwas zu bauen, dass auch kommenden Generationen genügt», erklärt Beringer sein Ziel. Desweiteren will er den Ausbau erneuerbarer Energien forcieren. Hier sieht er viel Potential für die «Energiestadt» Kreuzlingen. Eine Herzensangelegenheit ist dem EVP-Stadtrat der Hafen Seegarten. «Das ist die Visitenkarte Kreuzlingens», findet Beringer. «Es ist ein touristischer Hotspot mit einer Infrastruktur auf Toplevel.»

Hohe Belastung
Bis auf Stadtpräsident Thomas Niederberger (48) arbeiten die Mitglieder des Stadtrats im 60-Prozent-Pensum. Die Arbeitsbelastung kann zu bestimmten Zeiten aber durchaus höher sein. Auch sind die Termine oft zu unregelmässigen Zeiten oder repräsentativer Natur, was es schwer macht, die Grenze zwischen Arbeit und Freizeit zu ziehen. Stadträtin Dorena Raggenbass (61) arbeitet nebenher als selbstständige Grafikerin. Stadtrat Thomas Beringer (55) ist Geschäftsführer eines Elektronikfachgeschäfts. Stadtrat Ernst Zülle (58) ist als Zentralsekretär der Gewerkschaft Syna viel unterwegs und hat damit wahrscheinlich die höchste Arbeitsbelastung.

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