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Neues Zuhause für die Wildvögel

Kreuzlingen – Der Tierschutzverein kann endlich mit den Bauarbeiten am neuen Standort beginnen. Für die tierischen Bewohner mussten einige Spezialvorkehrungen getroffen werden, um alle Auflagen zu erfüllen.

Den ersten Spatenstich machen (v.l.) Elisabeth Städler, Architektin, Dorena Raggenbass, Stadträtin und Heinz Lienhard, Tierschutzverein. (Bild: zvg)

«Die Lage ist einmalig und perfekt für die vielen Tiere, die zukünftig hier stationiert sein werden», eröffnet Stadträtin Dorena Raggenbass den Anlass. Als erste wolle sie direkt einen Dank an alle Betreiber der bisherigen Station aussprechen. «Es wurde immer gute Arbeit geleistet. Nun ist es an der Zeit, das längjährige Provisorium in der Heinrichhalle zu verlassen», so Raggenbass.
Sogleich übernahm Peter Bergsteiner das Wort. Der Liegenschaftsverwalter begrüsste den Präsidenten des Tierschutzvereins Kreuzlingen, Heinz Lienhard. «Es mussten einige Hürden genommen werden, auch administrativer Art, doch wir haben es geschafft und freuen uns nun auf den Bau», so Bergsteiner. Das neue Gebäude wird im Sägenösch einen ruhigen Platz finden, wo die Tiere sich erholen können.

Exotische Insassen
«Der grösste Teil der Finanzierung dürfen wir der Stadt verdanken», sagte Heinz Lienhard. Die Stadt Kreuzlingen zahlt den Bau der Wildvogelstation mit rund 850’000 Franken. Der Tierschutzverein wird die Kosten des «Schildkrötenteils» selber tragen und rund 150’000 Franken finanzieren. «Bei den Schildkröten haben wir bis zu zehn Findlinge im Jahr. Dazu kommen die Wasser- und Sumpfschildkröten, die hier heimisch sind», erklärt der Präsident des Tierschutzvereins. Aufgrund neuer Auflagen des Bundes dürfen die gefundenen Wasser- und Sumpfschildkröten nicht mehr ausgesetzt werden. «Deshalb muss der neue Teich ausbruchssicher sein», so Lienhard. Zudem wird auch ein Raum für exotische Reptilien eingerichtet. «Es handelt sich dabei meistens um Schmuggelware, die über den Zoll kommt.»
Ein grosser Helfer bei der Vorbereitung für die Reptilienstation ist Tim Gessner. Die exotischen Tiere sind sein grösstes Hobby, daher bringt der Medizinstudent einiges an Wissen in die Klinik: «Bei uns in der Garage warten bereits leere Terrarien von verschiedenen Spendern.»
Der zweite Teil der Station wird für die Wildvögel hergerichtet. Dabei sollte kein Betonklotz gebaut werden, sondern ein Gebäude, das in die Landschaft einfliesst. Mit einem länglichen Bau aus Holz und einem Grasdach will das Architekturbüro Elisabeth Städler eine gute Balance zwischen Mensch, Tier und Natur finden.
Der Bau des Gebäudes wird in den nächsten Tagen beginnen. Der Reptilienteil sollte bis zum 30. September bezugsbereit sein, damit die Schildkröten noch vor dem Winterschlaf umziehen können.

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