/// Rubrik: Artikel | Stadtleben | Topaktuell

Untersuchungsausschuss kann kommen

Kreuzlingen – Die Primar- und Sekundarschulbehörden von Kreuzlingen zeigen sich bereit und offen, einen neutralen Untersuchungsausschuss ins Leben zu rufen. Dieser soll die Rücktrittsaufforderung gegenüber dem ehemaligen Schulpräsidenten René Zweifel genauer unter die Lupe nehmen. Wie dieser genau bestellt und mit was für Kompetenzen er ausgestattet sein soll, steht noch offen. Denn damit die Kommission Einblick in alle Akten erhält, muss auch der ehemalige Schulpräsident seine Unterschrift geben.

«Wir wollen Transparenz schaffen», sagen Markus Blättler (l.), Vize-Präsident der Primarschulbehörde, und Michael Thurau, Vize-Präsident der Sekundarschulbehörde. (Bild: ek)

«Wir haben nichts zu verbergen und nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt», zeigt sich Markus Blättler, Vize-Präsident der Primarschulbehörde, offen für eine externe Untersuchung. Im Fokus dieser Untersuchung soll der Abgang von René Zweifel als Schulpräsident stehen. Denn aus freien Stücken kam der Rücktritt des seit zwei Jahren amtierenden Präsidenten nicht. Erst nach einer geschlossenen Rücktrittsaufforderung seiner beiden Schulbehörden und nachdem der Fall an die Öffentlichkeit gelangte, entschloss sich Zweifel, mit einer Abfindung den Rücktritt einzureichen.

Dieses «Absägen» des mit klarem Vorsprung gewählten Schuloberhaupts und beliebten Pestalozzi-Schulleiters sorgte für Unmut in der Bevölkerung. In mehreren Leserbriefen forderten Politiker wie auch Einwohner eine unabhängige Untersuchungskommission zu den Abläufen in Zweifels Amtszeit. Zumal die genauen Umstände und Gründe für die Rücktrittsaufforderung aufgrund von Persönlichkeitsschutz und Stillschweigeerklärungen nie genau bekannt wurden.

Von Vertrauensverlust und nicht erfüllten Anforderungen seitens des Schulpräsidenten war die Rede. «Wir sind bereit, Transparenz zu schaffen», sagt Blättler nun im Namen seiner Primarschulbehörde. Zusammen mit der Sekundarschulbehörde haben sie nun Parteipräsidenten, Behördenmitglieder, Anwälte und natürlich den ehemaligen Schulpräsidenten René Zweifel an einen Runden Tisch geladen. Denn eine rechtliche Grundlage für die vielseits geforderte Untersuchungskommission gibt es im Schulreglement nicht. Die Rahmenbedingungen dazu müssen erst noch gemeinsam erarbeitet werden. Wer wird in die Kommission berufen, was für Kompetenzen erhält diese und was für eine Erklärung wird schlussendlich abgegeben? Diese Fragen will man gemeinsam angehen und damit das Fundament für eine für alle Seiten tragbare Untersuchung legen.

Alt-Bezirksgerichtspräsident Dr. Urs Haubensak soll als neutraler Moderator wirken und so eine unabhängige Untersuchung gewährleisten. Dazu bereit erklärt er sich jedoch nur unter der Voraussetzung, dass auch René Zweifel mit am Tisch sitzt.

Der Ball, um Licht ins Dunkel seiner Amtszeit zu bringen, liegt nun bei ihm. Denn damit der Ausschuss überhaupt etwas zu untersuchen hat, müssen zunächst rechtliche Fragen geklärt und Vollmachten ausgesprochen werden.

«Wir sind bereit, die Vereinbarung zum Stillschweigen aufzuheben», bestätigt Michael Thurau im Namen der Sekundarschulbehörde.

Mehr zum geplanten Untersuchungsausschuss lesen Sie am Freitag in der KreuzlingerZeitung.

Share Button

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.