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Denk Mal an die Denkmäler

Kreuzlingen/Konstanz – Konstanz hat eine Altstadt, doch das heisst noch lange nicht, dass es in Kreuzlingen keine historischen Gebäude gibt. Für den Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 9. September, haben beide Städte zusammengespannt und präsentieren ihr gemeinsames kulturelles Erbe anhand von Schlössern, Villen und Kapellen.

Neben dem Konstanzer Münster (im Hintergrund) gibt es im Grenzgebiet viele denkmalgeschützte Gebäude zu entdecken. Frank Mienhardt (v.l.), Annina De Carli, Ueli Wepfer, Herman Bentele sowie Karl Langensteiner-Schönborn haben diese für den Tag des offenen Denkmals zusammengetragen.
(Bild: ek)

«Denkmalschutz tangiert jeden», ist der Konstanzer Bürgermeister Karl Langensteiner-Schönborn überzeugt. In Kreuzlingen sind schätzungsweise zehn Prozent aller Gebäude schützenswürdig. In Konstanz sind 1250 Kulturdenkmäler ausgewiesen – Tendenz steigend. Grund genug also, diese teilweise unscheinbaren Zeitzeugen einmal im Jahr der Öffentlichkeit vor Augen zu führen. Deutschland wie auch die Schweiz kennen diesen «Tag des Denkmals» seit Jahren. Im Europäischen Kulturerbejahr spannen die beiden Nachbarstädte nun zusammen, um ihre gemeinsame Vergangenheit anhand von Bauwerken genauer zu beleuchten.

«Der Blick über die Grenze war auch für mich spannend», zeigt sich Langensteiner-Schönborn begeistert vom daraus entstandenen Programm unter dem Motto «Entdecken, was uns verbindet». Am Sonntag, 9. September, können den ganzen Tag über Kapellen, Museen und Schlösser kostenlos besichtigt werden. Zudem bietet sich die seltene Gelegenheit, einen Blick in Herrschaftshäuser und Fabrikantenvillen zu werfen, welche im Privatbesitz und sonst unzugänglich sind. «Konstanz war bis zum Ersten Weltkrieg die eigentliche Hauptstadt des Kantons Thurgau», beschreibt Frank Mienhardt, Leiter der Konstanzer Denkmalpflege, die Strahlkraft der Metropole im Mittelalter. Denn damals kannte man keine Grenze, der Warenaustausch wie auch die Bautätigkeiten waren fliessend.

Mit dem Verein Architekturforum Kreuzlingen-Konstanz konnte die perfekte Schnittstelle gefunden werden, um diese geschichtlichen Gemeinsamkeiten zu erforschen. Sieben Themengebiete mit Führungen, Besichtigungen und Radtouren haben die Architekturfrende ausgearbeitet.

Ausgangsort Kunstgrenze

In der Fabrikantenvilla Raichle kann ein voll funktionstüchtiges Badezimmer aus dem Jahr 1910 bestaunt werden. (Bild: Architekturforum Kreuzlingen-Konstanz )

Anhand der Klöster Petershausen und Kreuzlingen wird exemplarisch die Entwicklung der beiden Regionen aufgezeigt. Die Stationen des grenzüberschreitenden Jakobswegs sind früher wie auch heute noch lebendige Denkmäler.

Erst vor einigen Jahren entdeckt und nun der breiten Öffentlickeit präsentiert wird das Wandgemälde im Domdekaneihof am Konstanzer Münsterplatz. Das Kaufhaus am Konstanzer Hafen und die Kreuzlinger Kornschütte bilden historische Ökonomiebauten am Seeufer. Die beiden Kreuzlinger Schlösser Seeburg und Bernegg sowie Schwarzacher Hof in Konstanz sind Zeugnisse der Konstanzer Patrizier und Domherren.

Die Eröffnung des «Tag des offenen Denkmals» findet um 11 Uhr an der Kunstgrenze am Uferweg Klein-Venedig statt. Für das dicht gedrängte Programm samt allen Führungen wurde eine Informationsbroschüre erstellt. Für die Führungen in Privathäusern ist eine Anmeldung erforderlich. Emil Keller

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