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Ein Kindheitstraum auf vier Beinen

Güttingen – Welches Tier kann Yoga, begrüsst sich mit einem Küsschen und erkennt den besten Freund nicht mehr nach dem Coiffeurbesuch? Ein Alpaka! Wir haben vier davon kennengelernt, bei Desirée Müller und ihrem Alpaka-Zauber in Güttingen.

«Mami, Papi, i wött es Alpaka!», so sprach Desirée Müller, als sie drei Jahre alt war, auf dem Heimweg vom Plättli-Zoo. Nicht ungewöhnlich, dass ein kleines Mädchen sich in ein Zootier verliebt. Ungewöhnlich aber ist die Reaktion der Eltern Susy und Rolf Müller. Kein Kopfschütteln, kein Schmunzeln, keine Entschuldigung, sondern ein positives Feedback: «Wenn du dir Alpakas wünscht, dann musst du dafür arbeiten!» Und das macht Desirée Müller, denn die Faszination für die kleinen Kamele liess sie in all den Jahren nicht mehr los. Neben ihrer Karriere als Journalistin absolviert sie die Zoologische Grundausbildung im Zoo Zürich und studierte die vergangenen Jahre Wildtierbiologie. «Bevor ich die kleine Herde nach Güttingen holte, wollte ich Erfahrung im Umgang mit Alpakas sammeln, um die Bedürfnisse und das Verhalten der Kleinkameliden besser kennenzulernen», erzählt die 32-jährige Bottighoferin.
Und dann, knapp dreissig Jahre später, ist der Traum von einst Realität: Vier Alpakajungs grasen neben einer mongolischen Jurte direkt am See in der Abendsonne. Zwischen ihnen sitzt Desirée Müller und ist überglücklich.

Jeden Tag besucht sie vor und nach der Arbeit Balou, Goofy, Chumani und Milo – so heissen die flauschigen Tiere. Neugierig traben sie zum Zaun und wenn ein Freund vorbei kommt, gibt es ein Begrüssungsküsschen: Nase an Nase und dann stossartig Ausatmen! Alpakas erkennen ihr Gegenüber aber nicht nur am Geruch, sondern merken sich auch die Gesichter. Wenn Müller eine Sonnenbrille oder einen Hut trägt, mögen das ihre vier Jungs nicht so gerne und zupfen ihr den Fremdkörper vom Kopf. Auch untereinander ist das Aussehen wichtig. Wenn der Scherer da war und die kostbare Wolle abschneidet, erkennen sich manchmal die Tiere gegenseitig nicht mehr und fremdeln. Kein Wunder – immerhin haben sie geschoren nur noch ein Drittel vom Ursprungsvolumen!

Therapie, Trekking und Wolldecken
Aus der weichen Alpakawolle stellt Familie Müller Decken und Kissen her. Die Hauptaufgaben der Alpakas sind aber noch viele weitere: Neben Aktivitäten wie Trekkings werden die Paarhufer für soziale Zwecke eingesetzt. Unter anderem begrüssen sie Demenzpatienten und Senioren auf der Weide. Auch ein Bub mit Kinderautismus blüht förmlich auf, wenn er Zeit mit den Alpakas verbringen darf. Gäste des Restaurants Sokrates können die Tiere besuchen und einen Alpaka-Eisbecher geniessen oder einen peruanischen Eistee.

Apropos Essen! Auf der Alpaka-Weide gibt es ein breites Angebot für Events rund um das Alpaka: Waldfondues, Essen aus dem Mongolentopf, Picknicks oder ein Hochzeitsapéro? Alles kein Problem für Familie Müller, denn Mama Susy übernimmt die Küche. Papa Rolf bereitet derweil Trekking-Touren vor.

Yoga auf der Alpakawiese
Neu gibt es nun auch Yogalektionen zwischen den freundlichen Vierbeinern. Immer dienstags um 19 Uhr können Matten oder Wolldecken unter der grossen Buche auf der Weide ausgebreitet werden und inmitten der neugierigen Blicke von Balou, Goofy, Chumani und Milo wird unter Anleitung von Yogalehrerin Jaqueline Baumann an der inneren Mitte gearbeitet. Dabei kann es schon einmal vorkommen, dass ein Alpaka an einer Matte knabbert oder ein Küsschen verteilt. Die ruhige Art der Tiere schafft eine Atmosphäre, in der sofort alle Anspannungen abfallen – perfekt fürs Yoga also! Willkommen ist auf der Weide jeder, egal ob im Rahmen eines Events oder nur auf einen kurzen Besuch. Mehr Infos gibt es auf www.alpaka-zauber.com

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