/// Rubrik: Leserbriefe | Topaktuell

Wie lange noch?

Leserbrief – Können wir uns an jedem 2. Augustwochenende vier Feuerwerke (Bottighofen eingerechnet) leisten? Die beiden sehr zutreffenden Leserbriefe von W. Lang und H. Merz sowie der erneut ungewöhnliche Sommer 2018 veranlassen mich, meine seit Jahren entwickelten Gedanken dazu nun publik zu machen. (Ernst Bucher, Kreuzlingen)

Lerserbrief (Bild: Archiv)

Feuerwerke finden fast überall Gefallen, wenngleich sie sehr umweltschädlich, teuer und für Haus-und Wildtiere ein Schrecken sind. Ich bin kein Freund der Verbotskultur, sondern Ueberzeugungstäter, basierend auf wissenschaftlichen Erkenntnissen. Wettermässig war der Sommer 2018 ein Traum, aber für viele zufolge Wasser-und Futtermangel ein Albtraum. Wir geben viel Geld für Umwelt-und Klimawissenschaft aus, und sind privilegiert, in der Schweiz mit Professor Thomas Stocker, Uni Bern, einen der besten der Welt dieses Faches zu besitzen. Wir haben inskünftig vermehrt mit weiteren solchen heissen trockenen Sommerzeiten zu rechnen. Wenn unsere Flüsse und Seen zufolge Verlust der Gletscher austrocknen werden, Quellen und Grundwasser versiegen, werden wir Milliarden in eine gesicherte Wasserversorgung investieren müssen, um den Zusammenbruch unserer Landwirtschaft, Gemüsebau aber zum Teil auch Industrien zu verhindern, (zum Beispiel durch grossangelegte Wasserreservoire oder Wasserpipelines für entsalztes Meerwasser von den Meeresküsten unserer Nachbarn.

Die Atomkraftwerke werden wir dann endgültig abschalten müssen. Die akute Wasserrationierung könnte sehr bald Wirklichkeit werden, wie in Kalifornien, nach fünf-jähriger Dürre. Mit höheren Wasserkosten wäre zudem zu rechnen. Die mögliche Annahme der Initiative für Ernährungssouveränität würde zum blanken Witz ohne eine gesicherte Wasserversorgung. Der Steuerzahler liest solche Nachrichten nicht gerne, aber wenn voraussehbare Katastrophen eintreten, ist er der erste, der Wissenschaftler und Politiker verantwortlich macht dafür, nicht vorausgemahnt und nicht vorgesorgt zu haben. So geschehen etwa in Kalifornien während der fünf-jährigen Dürrekrise und Wassernot. Ausgenommen etwa Santa Barbara, deren weitsichtige Stadtväter vorsorglich grossangelegte Meerwasserentsalzungsanlagen bauten, die die Wassernot lindern konnten. Das Gebot der Stunde heisst: weg von der Masslosigkeit.

Wir müssen auf nichts verzichten, nur etwas überlegen, was nicht unbedingt sein muss, wie Familienshopping Wochenenden in New York, Ferien auf Hawaii oder Mauritius oder alle Jahre ein neues Smartphone und alle eins bis zwei Jahre den neuesten PC und das neueste Auto. Zu unserem eingangs erwähnten Thema: wäre es nicht sinnvoll, ein einziges gemeinsames Feuerwerk von 15 bis 20 Minuten von Bottighofen, Kreuzlingen und Konstanz zu organisieren und 2019 damit einen Anfang zu machen , mit gutem Beispiel zu überzeugen und das Problem bewusster zu machen? Notabene: Angesichts der Resultate der Umwelt-und Klimaforschung sollte Masshalten und präventive Massnahmen gegen voraussehbare Wassernot in naher Zukunft zur Pflichtaufgabe jeder politischen Partei gemacht werden, das käme beim Stimmbürger besser an, als das allzu oft gehässige Hick-Hack der Parteiideologen!

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