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Trotz Topkader ein steiniger Weg

Handball – Mit einem stark veränderten Gesicht möchte der HSC Kreuzlingen bei den 1.-Liga-Männern ein gewichtiges Wort bei der Vergabe der beiden Aufstiegsplätze mitreden.

Cheftrainer Marcel Keller steht keine einfache Aufgabe bevor. (Bild: Gaccioli)

Cheftrainer Marcel Keller, der die Mannschaft während der letzten Finalrunde in einer schwierigen Situation von Andi Dittert übernahm und das zu jenem Zeitpunkt weit weg scheinenden Playoff-Ticket am Ende nur um ein einziges Tor verpasste, hat hochwertiges Kader zur Verfügung. Mit dem NLA-erfahrenen Ungaren Attila Kun wurde dieses im August noch einmal aufgewertet. Der 1,96-Meter-Hüne muss sich nach zwei schweren Knieverletzungen allerdings erst wieder an sein Topniveau herantasten. Zuvor verpflichtete der HSC mit dem U21-Nationalspieler Thierry Gasser, David Fricker (beide TSV St. Otmar St. Gallen) oder Arie Thür (SG TV Appenzell/1.-Liga-Topscorer) junge Spieler, die bereits NLA-Luft geschnuppert haben. Aus dem eigenen Nachwuchs wurde der talentierte Silvano Bärtschi in die 1. Mannschaft befördert.

Gewichtigste Abgänge sind Torhüter Holger Hug, der neu sowohl bei den 1.-Liga-Männern als auch bei den SPL2-Frauen als Torhütertrainer arbeitet, und Rechtsaussen Milan Kozak (2. Mannschaft). Das junge Goalietrio für die nächste Saison bilden Beco Perazic, Cedric Färber (GC Amiticia Zürich Elite-Junioren) und Kristian Bozin (2. Mannschaft). Der Zweimeter-Mann Perazic soll sich dabei als Nummer 1 etablieren, nachdem er in den letzten beiden Saison im «Windschatten» des ehemaligen Bundesliga- und NLA-Keepers Hug viel Erfahrung sammeln konnte.

Kein Selbstläufer
Wenig überraschend wird der HSC Kreuzlingen auf dem Papier – und von den gegnerischen Trainern -als Gruppenfavorit gehandelt. Erster Herausforderer dürfte wiederum Kantonsrivale SC Frauenfeld sein. Die Hauptstädter scheinen definitiv einen Tick stärker zu sein als in der letzten Saison. Zu einem Selbstläufer wird die Hauptrunde für das Team von Cheftrainer Marcel Keller allerdings keinesfalls. Dieser Meinung ist auch HSC-Präsident Patrick Müller: «Es wird sicher noch einige Zeit brauchen, bis sich die neuformierte Mannschaft gefunden hat. Das wurde uns bei der Cup-Niederlage in Thun deutlich vor Augen geführt. Vor allem in der Abwehr haben sich noch einige Abstimmungsprobleme aufgetan. Das Team hat in allen Bereichen sicher noch einiges Steigerungspotenzial. Was ich ohnehin in jedem Match von jedem Spieler erwarte, ist Einsatzbereitschaft und Kampfgeist von der ersten bis zur letzten Spielsekunde!»

Auch Marcel Keller betont immer wieder, dass seine Mannschaft in der Hauptrunde kaum in der Lage sein wird, konstant ihr Topniveau abzurufen. «In einem ersten Schritt wollen wir uns ganz einfach in den Top 4 behaupten und damit die Finalrunde erreichen. Bis dahin hat die stetige Weiterentwicklung erste Priorität. Ihre Bestform muss die Mannschaft erst in der zweiten Saisonhälfte abrufen können.» Erst dann wird man voraussichtlich auch wieder auf den Bundesliga-erfahrenen Kreisläufer Manuel Zeller zählen können, der sich nach seiner zu Beginn der 1.-Liga-Finalrunde im Frühjahr erlittenen schweren Knieverletzung im Aufbautraining befindet.

Bis zu 30 Spiele
Wie in der letzten Saison umfasst die Hauptrunde total 14 Spiele. Danach bestreiten die vier besten Teams die Finalrunde gegen die vier Topteams der 1.-Liga-Gruppe 2. Die Mannschaften auf den Rängen 5 bis 8 müssen in die Abstiegsrunde. Die Finalrunde umfasst dann wiederum 14 Partien. Am Ende qualifizieren sich die beiden Teams auf den Plätzen 1 und 2 für die NLB-Playoffs (Europacup-Formel mit Hin- und Rückspiel) gegen die beiden Topteams der zweiten Finalrunden-Gruppe. Für die vier Playoff-Finalisten wird es eine lange und kräfteraubende Saison mit bis zu 30 Spielen. Neben der spielerischen Klasse wird es deshalb auch wichtig sein, mit seinen Kräften haushälterisch umzugehen.

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