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Eine Reise mit der Trachtengruppe Kreuzlingen

Kreuzlingen – Die Trachtengruppe Kreuzlingen berichtet von einem typischen Ausflug und beisammen Sein ihrer »aussterbenden« Art.

Die Trachtegruppe in ihrer ganzen Pracht.         (Bild: zvg)

Sie sind eine »aussterbende« Spezies und doch bemühen sich die Damen und Herren der Trachtengruppe Kreuzlingen ihre volkstümliches Brauchtum vorzustellen und andere damit und dadurch zu begeistern.
»Es ist wichtig zu zeigen, dass es noch Trachtenleute gibt« findet  Annemarie Hensinge. Sie ist die Präsidentin der Trachtengruppe und stets bemüht die Reisen der Gruppe zu dokumentieren.

Es folgt ihr Bericht über ihre vergangene Reise mit  der Trachtengruppe:

« Walter Marti führte uns im Thurgau mit seinem Car von Ost nach West und wieder zurück in unsern Osten. Wir wollten einige Schätze im Thurgau und in den angrenzenden Kantonen Zürich und Sankt Gallen entdecken.

Über Märstetten, Affeltrangen, Eschlikon und Balterswil gelangten wir in den Südthurgau. An der Grenze zum Kanton Zürich liegt der Bichelsee, dessen Entstehung uns in der Sage aus dem 5. Klass-Buch vorgelesen wurde: ein erster kultureller Hinweis!

Nach Turbenthal und Wila begann die genussvolle Anfahrt zum Sitzberg. Noch auf Zürcher-Boden, aber nahe an der Grenze zum Thurgau genossen wir im «Freihof» Schmidrüti bei herrlichem Sonnenschein den Morgenkaffee.

Zum grossen politischen Gemeindegebiet von Turbenthal gehören die Dörfer Schmidrüti und Sitzberg. Unser Besuch galt der barocken Orgel in der Kirche von Sitzberg, die wegen ihrer einzigartigen Bauweise aus dem Jahre 1760 sehr berühmt ist. Die Organistin Frau Jaggi war anwesend, hat uns auf dem Instrument gespielt und von der erstaunlichen Odyssee der Orgel aus bayrischen Landen nach Stein am Rhein und schliesslich nach Sitzberg erzählt. Seit 1961 steht die Orgel unter eidgenössischem Denkmalschutz. Nachdem wir dem Kirchlein und seiner Orgel unsere Hochachtung mit einem Lied ausdrückten, fuhren wir Fischingen entgegen. Im gepflegten Ambiente des Klosterrestaurants wurde uns ein feines Mittagessen serviert. Und natürlich kosteten wir dies und das aus der Dessertkarte!

Ein Ort der Kraft, ein Juwel im Thurgau, ist die Klosterkirche, die uns einige besinnliche Momente ermöglichte.

Vorbei an stattlichen Höfen und Dörfern ging die Fahrt durch den Kanton St.Gallen über Kirchberg – Bazenheid – Flawil – Gossau – Arnegg – Andwil hinauf zum unterschätzten Ausflugsberg, dem Tannenberg. Wir erlebten einen weiten, herrlichen Blick über den Thurgau bis hin nach Konstanz. Da konnten wir nicht anders als zu singen: De Thurgi isch mi Heimat! Die freundliche Wirtin Frau Hengartner spendierte der ganzen Reisegruppe einen erfrischenden Trunk. Danke, wir kommen wieder einmal!

Nach kurzer Fahrt steuerten wir Heldswil an. Dort erwartete uns der Musiker, Instrumentenbauer und Klangforscher Beat Weyeneth in seinem Steinklang-Atelier. Wie staunten wir darüber, wie eine Steinplatte tönt, die vorher jahrzehntelang auf einem steingedeckten Dach lag, wie die Steinkugel über eine Steinplatte rollt, wie er mit nassen Händen über sein Lithophon streicht und auf den polierten Steinen Klänge wie aus fernen Welten erzeugt. In seinem Atelier gibt es immer wieder auch Konzerte. Jeder von uns hat schon Steine aus der Thur oder von den Bergen nach Hause gebracht! Könnten wir ihnen auch Töne entlocken?

Zu Fuss erreichten wir die Käserei Heldswil..Unsere Trachtenfrau Heidi Buff richtete für uns in ihrem Kässtübli eine herrliche Käs- und Fleischplatte zum Zobig. Bei Trank und Gesang, begleitet von plötzlich einsetzendem Donnerschlag und Gewitterregen durften wir nach der Ankunft in Kreuzlingen eine erlebnisreiche Reise abschliessen.»

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