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90 Jahre Musik

Kreuzlingen – Zum 90 Geburtstag von Eugen Duppenthaler fanden sich talentierter Hobbymusiker, Geburtstagskonzert des Symphonischen Blasorchesters im Dreispitz ein.

Ein » bravouröses Konzert« für einen Mann der sein Leben der Musik gewidmet hat.
(Bild: Tamara Bolliger)

Am frühen Abend des 24. August gab das symphonische Blasorchester ein Geburtstagskonzert für ihren Jubilar Eugen Duppenthaler zu seinem 90-igsten Geburtstag.
Das bravouröse Konzert umfasste die Musik Sparten der Unterhaltung mit der Tritsch-Tratsch- Polka und «Auf zur Jagd» , der Klassik bis zur Moderne mit der «First Suite for Band». Dabei durfte auch der «Graf Zeppelin-Marsch eines früheren Kreuzlinger Bürgers nicht fehlen, wie Dirigent Stefan Roth betonte. Die moderne Version von «Tulpen aus Amsterdam» war als Geburtstagsstrauss gedacht.
Der Vicepräsident Stefan Fries gratulierte dem noch rüstigen Eugen zu seinem hohen Geburtstag mit den besten Wünschen für seine weitere Zukunft. Stefan Roth führte an, dass er es bedaure, Eugen nicht schon viel früher gekannt zu haben,was sich alters- mässig nicht ergeben konnte. Den Abschluss des Konzertes bildete dann der 31-iger Regimentsmarsch mit dem Thurgauerlied von Heinrich Steinbeck. Eugen mit seiner Familie, den vielen Freunden und Bekannten genossen es sichtlich mit einem perfekt gespielten Unterhaltungskonzert des SBO in Uniform und samt Vereinsfahne beehrt zu werden. Eugen bedankte sich bei seinen Musikkamera- den, Stefan Roth und Vicepräsident für dieses eindrückliche Konzert. Das sogar für diesen Anlass in Uniform musiziert wurde hätte er nicht erwartet.

Musikalischer Werdegang

Eugen als Junger Dirigent 1970.
(Bild: zvg)

Auf grosser Bühne, mit vielen Freunden, Weggefährten und Erinnerungen im Dienste der Blasmusikentwicklung kann Eugen auf eine mit Freude erbrachte vielseitige musikalische Tätigkeit zurückblicken. Eugen erzählte kurz wie er 1939 als elf- jähriger zur Blasmusik gekommen ist. Nach der Mobilmachung waren in allen See-Gemeinden Truppen stationiert. In Kreuzlingen auch ein Batallions-Spiel. All abendlich erklang um 21 Uhr der Zapfenstreich mit Trompete, was Eugen sehr imponierte. Das wollte er unbedingt auch können.
Vom Eintritt in die Knabenmusik Kreuzlingen mit elf Jahren, der Trompeter-Rekrutenschule (1948) Dirigenten-Ausbildung bei Heinrich Steinbeck, bis zum Waldhornist im Symphonischen Blasorchester Kreuzlingen hat Eugen eine umfangreiche musikalische Entwicklung durchlaufen und wertvolle Erfahrungen in der Blasmusikliteratur und deren Interpretationen sammeln können. So spielte er als junger Trompeter im Stadtorchester Liestal unter Paul Sacher. Ab 1959 wirkte Eugen während 23 Jahren als musikalischer Leiter und Ausbildner der kurz zuvor gegründeten Musikgesellschaft Scherzingen und erreichte die 3.Stärkeklasse.
Später leitete er auch den Musikverein Berlingen, sowie als Nachfolger von René Mesmer, die Stadtmusik Steckborn. Gleichzeitig war Eugen aktiv in der Stadtmusik Kreuzlingen, deren Vizedirigent er war. Nach dem Rücktritt von Hermann Haag, nach 30- jähriger Leitung (1977) übernahm Eugen interimsweise die musikalische Leitung der Stadtmusik und ehrte Hermann Haag mit dem «Postludium» von Paul Huber in einem grossartigen Festkonzert im «Löwensaal»,zusammen mit den vereinigten Männerchören Frauenfeld und der Harmonie Kreuzlingen 1978.

Eugens Tätigkeiten in der Stadtmusik
Zusammen mit andern Musikanten war Eugen eifrig bemüht ansprechende Jahresprogramme in der damaligen Stadtmusik zu gestalten und mit gesellschaftlichen Events zu verknüpfen.
Das Erlebnis am eidgenössischen Musikfest 1976 Biel in der Höchstklasse mit der Aufführung des «Dämon» von Paul Huber war für Eugen sehr beeindruckend. Von der «Fantasie über eine Appenzeller Volksweise», welche die Stadtmusik zur Aufführung brachte, übernahm Eugen das Hauptthema davon und arrangierte es später in seiner Jagdhorngruppe für die Aufführung in der Kirche von Appenzell. Ein Höhepunkt war gewiss 1983 das 100 Jahr Jubiläumfest der Stadtmusik, verbunden mit einem internationalen Musikertreffen. Hier hatte Eugen wesentlich zum Gelingen dieses Grossanlasses beigetragen, was mir als damaliger «Chronist» der 100-jährigen Vereinsgeschichte nicht entgangen ist.

Dirigent Stefan Roth beim Geburtstagskonzert (Bild: Tamara Bolliger)

Neuaufstieg zum SBO
Nach einigen Jahren Pause wechselte Eugen das Instrument von Trompete auf Waldhorn und trat der neu benannten Stadtharmonie bei, nach einem Zusammenschluss der Stadtmusik und dem Musikverein Emmishofen im Jahr 1997. Trotzdem konnte der Mitgliederschwund im Orchester nicht gebremst werden. Ohne Aushilfen wurde es unmöglich ein Konzertprogramm zu gestalten. Erst als Stefan Roth die musikalische Leitung der Stadtharmonie übernahm, konnte der Turnaround geschafft und das Orchester zu einem voll ausgebauten Harmonie Blasorchester instrumentalisiert werden, welches 2014 in «Symphonisches Blasorchester» umbenannt wurde. Eugen hatte seine grosse Freude und berechtigten Stolz an diesem Neuaufstieg «seiner» Stadtmusik zum SBO mitbeteiligt gewesen zu sein. Möge es ihm vergönnt sein die syphonische Blasmusik noch lange geniessen zu können.
Beruflich war Eugen, nach einer Schreiner- Lehre, Weiterbildung während Wanderjahren in Liestal und Genf, im internationalen Holzhandel und als technischer Betriebsleiter bis zu seiner Pensionierung im Fournierwerk Lengwil tätig.

Eugen mit Dirigent Stefan Roth.
(Bild: Tamara Bolliger)

Eugen der Wanderer
Nebst der Musik pflegte und pflegt Eugen gerne noch das Wandern in der Natur. Sei es im Appenzellerland, im Engadin oder im Bernbiet. Sicher schon mehr als 100mal hat Eugen «seine» Hundwiler Höhe erstiegen, noch immer unter einer Stunde. wie er mir stolz erklärte. Zusammen mit weiteren Freunden erlebten wir interessante Wanderungen im Jura, am Klöntalersee und im Berner Oberland bis hinauf zum Grimselpass. Mit Wonne kann sich Eugen an Naturschönheiten wie Seen, Gletscher und Blumenwiesen erfreuen. Dazu gehören auch die Bergwirtschaften zum Höckeln und das Plaudern mit den Einheimischen.
Es ist Eugen zu gönnen dieses Hobby des Wanderns in der Natur noch lange pflegen können.

geschrieben von Hans Rutishauser

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