/// Rubrik: Leserbriefe | Topaktuell

Neubau einer Fabrik und die Krux der Gewählten

Leserbrief – Grundsätzlich ist es so, dass alle gewählten Volksvertreter immer betonen, dass sie sich für das Wohl aller Wählenden also hier aller Kreuzlinger einsetzen wollen. Das wird sicher auch unser Baudepartementsleiter Ernst Zülle unterschreiben. Nun aber der Reihe nach. (Markus Roner, Kreuzlingen)

Hier baut die Tour de Suisse Rad AG ihren neuen Standort. (Bild: sb)

Die SBB resp. ihre Vorgängerbahn waren seit 1871 Eigentümer vom zwei Parzellen östlich vom Bahnhof Kreuzlingen Hafen. Eine vom Bahnhof bis zur Wasenstrasse (Geplant ist hier ein Parkhaus auf der grünen Wiese) und eine von der Wasenstrtasse bis zum Kreisel der Paulistrasse. Diese zwei Parzellen hatte die Bahnbauer dazugekauft um die Bahnanlagen im Bedarfsfall ausbauen zu können. Das blieb auch so bis ca. 1995 als die Bahn vom Bund weg in die quasi Privatisierung geschickt wurde. Ab da galten andere Vorstellungen der neuen Führung. Verkauf von Volkseigentum zum eigenen Vorteil der neuen Unternehmungsspitze. Letztes Jahr wurden alleine 127 Mio. an Grund und Boden und Immobilen verkauft. Man will ja seine Bonusse halten können. Dazu gehörten auch die zwei Parzellen am Bahnhof Kreuzlingen Hafen.

Nun die Parzellen waren viele Jahre Grünzone und an Schrebergartenmieter vermietet. Diese Pflegten ihre Schrebergärten lieblich. Sträucher und Bäume waren in den Grünzonen vorhanden. Nun was macht nun das Bauamt mit diesen Grünzonen. Diese sind oberhalb der Bahnlinie, also eigentlich in der Wohnzone, unterhalb der Bahnlinie gibt’s Industriezone. Die Tour de Suisse Velo wollte darauf eine Velofabrik bauen. Und was für eine. Ein riesen Fabrikmoloch 150 Meter lang und drei Stockwerke hoch. Da sollen also Velos gefertigt werden.. Da wird mit Lastwagen an- und abgeliefert, gesägt, geschweisst, gebohrt, gehämmert, gebogen, zusammengebaut, gelötet und gemalt und lakiert. Also die ganze Palette einer Fabrikation. Natürlich mit Emissionen und Abgasen von Lacken und Farben und anderer Art. Und was eine richtige Fabrik sein will hat natürlich auch einen Hochkamnin Die Abgase sollen sich ja über die angrenzende Wohnzone verbreiten. Dieser überragt den Koloss noch um mehrere Meter.

Da die Fabrik direkt an der Wohnzone ist, haben die Anwohner nicht nur keine Sicht mehr auf den See, sondern sie kommen auch in den Genuss von Emissionen und Abgase.
Und damit sind wir beim Bauamt der Stadt Kreuzlingen. Wie kommt Stadtrat Zülle dazu einen solchen Fabrikkomplex so quasi in die Wohnzone stellen zu lassen? Es wird umgezont von Grünzone in die Industriezone. Dies obwohl Kreuzlingen Industriezone hat. Die Tour de Suisse Velofabrik hat keinen Bahnanschluss. Hat hier das Bauamt die Interessen eines einzelnen Bauherrn über die Zufriedenheit der Anwohner und Wähler gestellt. Hat es die Anpreisung von Kreuzlingen mit behaglichem und wohnlichem Wohnen vergessen?

Wenn wir Stadtrat Zülle bald mit einem neuen Tour de Suisse Velo zur Arbeit fahren sehen, so wünschen wir ihm gute Fahrt. Wir Anwohner haben genug Tour de Suisse vor den Häusern und verzichten deshalb auf den Kauf von Tour de Suisse Velos.

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