/// Rubrik: Leserbriefe | Topaktuell

Reaktionen der Leserinnen und Leser

Leserbriefe – Repliken zum Kommentar von Redaktor Stefan Böker «Quo Vadis Kreuzlinger Nachrichten».

Reaktionen auf den Kommentar von Stefan Böker zur neuen wöchentliche Kolumne in den Kreuzlinger Nachrichten.

S. Böker spricht mir aus dem Herzen. Mir wurde übel, als ich ich von der Kolumne von Christoph Blocher gelesen habe. Überall, einfach allüberall hat er seine Meinung kund zu tun, es ist wirklich eine Zumutung. Leider hat er so viele Fans, ja, wenn man im Albisgüetli eine Gratiswurst und ein Bürli bekommt, gehen halt viele hin und himmeln diesen Typen an. Mit Geld kann man alles machen, wie man zu dem Geld gekommen ist, spielt keine Rolle!
Margrith Merki-Thurnherr, Kreuzlingen

«Kritiker sehen sich nun bestätigt». Ehrlicherweise hätten Sie schreiben müssen: Rote und Grüne sehen sich nun bestätigt. Und auch bei den zitierten «kritischen Geistern» denen «übel wird» dürfte es sich überwiegend um Personen aus dem rot-grünen Milieu handeln. Denn für diese Politiker mit Anhang steht ja auch von vornherein fest, dass sie die einzige, alternativlos richtige Politik betreiben.
Herr Böker, wenn Sie glauben, dass die Schweizer Presse ansonsten objektiv und neutral über politische Ereignisse berichtet bzw. kommentiert, gehören Sie zur Sorte «Realitätsverweigerer» oder «Traumtänzer». Jeder Verlagseigentümer bzw. Chefredakteur versucht seine politische Meinung, mehr oder weniger elegant, den Lesern aufzudoktrinieren.
Ernst Ege, Kreuzlingen

«Kreuzlinger Nachrichten» ein Gratisblatt, das jede Woche in meinem Briefkasten liegt. Ich überfliege es jedesmal, doch da habe ich plötzlich gestutzt: was ist denn das? Was hat der Übervater der SVP hier zu suchen? Und das nun regelmässig! Das ist Manipulation des Stimmbürgers/in und das ärgert mich masslos. Da ist mir «Der fliegende Mops» tausendmal sympathischer. In Zukunft werde ich das Blättli ohne durchzusehen gleich zum Altpapier legen.
Magdalena Munz-Schaufelberger, Bottighofen

Die neue Kolumne von Christoph Blocher in den Kreuzlinger Nachrichten. (Bild: sb)

Wie gross muss Ihr Frust sein, wenn Sie im Kommentar anmerken, dass sich Ihr Gratiskonkurent, die Kreuzlinger Nachrichten, um den Zuschlag als amtliches Nachrichtenorgan der Gemeinde bewirbt. Es ist immerhin anzumerken, dass Ihr Blatt in Konstanz und wohl auf in Deutschland hergestelltes Papier erscheint. Die Kreuzlinger Nachrichten werden auf Schweizer Papier hergestellt und in der Schweiz gedruckt. Ihre Begründung Ihrer deutschen Druckerei-Wahl ist mir bekannt. Das müssen Sie mir nicht mehr erklären.
Doch etwas klärungsbedürftig ist der Seitenhieb gegen Blocher. Ich kenne keine «gehäuft auftretende Inserate» in den Kreuzlinger Nachrichten. Auch finde ich in genannter Ausgabe keinen Artikel mit «Rechtsruck».Und was ist anrüchig, über die Kolumne über Ferdinand Hodler abzudrucken? Was hat das mit Rechtsruck zu tun? Mangels eines Themas für einen schlaueren Kommentar, benützen Sie lieber einen Querschuss auf Blocher, nur weil er sich erlaubt, vehement gegen die Europäische Gemeinschaft Stellung zu nehmen. Die Gegner der Euroturbos nehmen glücklicherweise zu. Sogar die Linke hat inzwischen gemerkt, was es geschlagen hat.
Die Regierungen der EU werden sich noch die Augen reiben, sollten sie nicht endlich gegenüber der Schweiz mehr Augenmass aufbringen. Ich bin stolz auf die Vertreter, welche das Schweizertum verteidigen. Schon einmal versuchte ein österreichisch/deutsches Grossmaul ganz Europa ins Untertanentum zu zwingen. Leider konnten damals wenige, mutige Menschen das verhindern. Gleichmacherei nach Euro-Recht wollen wir in der Schweiz nicht. Wir bestimmen, was bei uns Recht ist, das hat uns die EU nicht zu befehlen. Darum braucht es Menschen wie Blocher, die den Leuten klaren Wein einschenken und die Gefahren beschreiben. Es ist ein leichtes und populär ein Opfer zu brandmarken. Eine billige Masche.
Ich hoffe, dass Sie für die nächste Ausgabe ein etwas gescheiteres Thema finden.
Walter Heider, Ermatingen

Ich finde diese Entwicklung bedenklich. Wir gehen doch eindeutig in Richtung «Murdoch, Berlusconi und Konsorten». Die Entwicklung ist doch völlig klar: auf extremen Reichtum (oft auf bedenkliche Weise erworben) folgt das Aufkaufen von Printmedien und TV. Dann kommt die agitatorische Beeinflussung der Bevölkerung.
Armin Wild, Kreuzlingen

Gratulation zu Ihrem Kommentar. Sie haben das Zeug zu einem Pressesprecher. Auftrag des Südkurier erstklassig ausgeführt. Rau hätte es nicht besser gekonnt. Nun im Ernst:
1. Es ist unklug als deutsches Pressehaus gegen ein schweizerisches zu schiessen!
2. Ein Blatt, das völlig an der Nabelschnur eines anderen Medienhauses hängt, sollte nicht von Unabhängigkeit daherschwurbeln.
Sehr geehrter Herr Böker, mit diesem Kommentar haben Sie dem kritischen Leser gezeigt, wie abhängig Sie sind. Drastisch: Sie haben sich mit diesem Kommentar lächerlich gemacht.
Fredy Keller, Bottighofen

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5 Gedanken zu „Reaktionen der Leserinnen und Leser

  1. Reto Meier

    Zum Kommentar W. Heider: „Schon einmal versuchte ein österreichisch/deutsches Grossmaul ganz Europa ins Untertanentum zu zwingen. Leider konnten damals wenige, mutige Menschen das verhindern.“ Freudscher Versprecher in geschriebener Form? Ich denke, Sie wünschen sich ein CH Grossmaul mit mehr Erfolg, oder? Übrigens: „wenige“ würde ich millionen Tote nicht nennen.

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  2. Ruedi Anderegg

    Das „leider“ im Brief gibt zu denken. Einem ehemaliger Lehrer sollten solche Fehler nicht passieren – oder war das Absicht, Herr Heider?

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    1. Walter Heider

      Sehr geehrter Herr Anderegg, Sie haben recht, das dürfte nicht passieren (ich bin sicher,dass ihnen ein solcher Lapsus nicht passieren würde), es war auch, wie Sie vermuten, keine Absicht dahinter. Ich ärgere mich selbst über meinen Fehler. Ich entschuldige mich für diesen Fehler bei allen Leserinnen und Lesern. Der Satz muss richtigerweise heissen: „Leider konnten das damals nicht wenige, mutige Menschen verhindern.“ Wie richtig von Herrn R. Meier, wenn er festhält, dass Millionen von Menschen ihr Leben lassen mussten, weil es den Mutigen (z.B. Claus Schenk Graf von Stauffenberg) nicht gelang, das österreichisch/deutsche Grossmaul zu beseitigen.
      W.Heider

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  3. Bruno Neidhart

    Die Konzentration von Medien ist ein Fakt. Und Medien folgen in der Regel einem Narrativ, das nun mal eng mit den Besitzern der Medien vergesellschaftet ist. Nur noch wenige Medien können sich heute als „selbständig“ vermitteln. Sie segeln zudem ständig an der Existenz herum. Problematisch wird es dann, wenn sich Medienkonzentrationen bilden, die allein durch wirtschaftliche Potenz oder dirigistische staatliche Massnahmen politisch einzuwirken versuchen. Von einer demokratischen Ordnung, die auf „mündigen Benutzerinnen/Benutzer von Medien“ fusst – fussen sollte, wo die Freiheit der Benutzerin/des Benutzers unterschiedlicher Medien nach wie vor noch möglich ist, ist die Gefahr einer „Miss-Bildung“ der Benutzerin/des Benutzers weit weniger anzunehmen, als in einer totalitären Ordnung mit einer medial entsprechend stringenten Ausrichtung auf ein politisch eng verortetes System.

    950’000 Gratisversendungen an das „Volch“ schnüren also die Eigenverantwortung nicht ein, jederzeit kritisch zu hinterfragen, was denn da von wem und worum und gerade jetzt abgesondert wird. Somit wären wir wieder bei der mündigen Benutzerin/beim mündigen Benutzer. Bei einer etwaigen „politischen Botschaft“ in den neunhundertfünfzigtausend Exemplaren, welche die Eidgenossschaft beglücken sollen, ist die Rezeptur allgemein bekannt. Dazu braucht es keine grösseren Recherchen. Anders verhält es sich zum Beispiel da, wo die Selbständigkeite eines Mediums langezeit als gegeben betrachtet und vieleicht noch heute davon ausgegangen wird. Beispiel: Ein in Zürich erscheinendes, allgemein als (journalistisch) „Schweizerisches Leitmedium“ betrachtetes, viel auch im Ausland zitiertes Blatt, ist heute zu einem Medienkonzern angewachsen, der viele verschiedene Titel in seiner Sammlung hat, die, wie vielleicht vermuten werden könnte, noch immer als „absolut selbständig“ zu verstehen sind. Mag dies für den jeweiligen Lokal- oder Regionalteil noch stimmig sein, so verhält es sich in anderen Teilen eher so – oder ganz -, was die „Medienzentrale“ für ein Stimmungsbild – eben auch politisch – zu vermitteln versucht. Um sich nicht zu täuschen, ist eine persönliche Analyse der heute laufenden Konzentrationen – nicht nur im Medienbereich – eine Antwort.

    Eine „Kolumne“ ist übrigens per se noch keine politische Aussage. „Wenn da einer“ von Mozart plaudert oder von Hodler, bald wohl, wie zu vermuten ist, auch von seinem Star, dem grossen Albert Anker mit seinen bekannten Genrebildern (ich bevorzuge übrigens seine Stilleben!), so wirft das niemand um. Auch wenn manche dahinter eine „gewisse Tendenz“ orten könnten, warum gerade dieses und jenes und gerade jetzt! Und sollte man einst, wohl nicht ganz überraschend, als Mündige/als Mündiger mal aufgefordert sein, auch zwischen den Zeilen lesen zu müssen, so dürfte allzu bekannt sein, wohin die Reise eines Kolumnenschreibers gehen sollte (und nach ihm leider noch immer nicht geht). Solange das so ist, das mit dem „noch-immer-nicht-geht“, ist ruhig zu schlafen. Und „no öppis“: Kolumnenlesen kann sogar unterhaltend sein! Vielleicht nicht für diejenigen Fans, die noch immer auf eine politisch-gesellschaftlich andersartige Glückseligkeit warten, auf die, welche der angesprochener Kolumnist „dem Volch“ permanent zu vermitteln versucht. Der übergrossen Rest liest sowas ohne Scheu genussneutral.

    Anders verhält es sich mit dem propagandistischen Möglchkeiten einer politischen Aussage durch die Häufung entsprechender Botschaften mittels Anzeigen. Sie sind nicht zuletzt eine wirtschaftliche Frage für Medien. Inhaltlich ist aber auch hier Mündigkeit eine Antwort. Allzu oft kann eine Aussagen nicht wiederholt werden – zumal zusätzlich bildhaft vermittel -, ohne dass sie ins Lächerliche oder Absurde degeneriert und dabei nicht selten beleidigt.

    Bemerkenswert in einzelen Kommentaren zu Stefan Bökers „Quo Vadis Kreuzlinger Nachrichten“ sind die nicht weg zu bringenden Einschübe, über die Grenze hinweg bei jeder Gelegenheit wiedermal Rauchbomben senden zu müssen. Dabei ist heute auch die Medienwelt dort „grenzenlos“, wo es sich anbietet. Im Nachbarschaftlichen tut’s das besonders. Das mag zwar EU- (und D-!) Gegnern nicht passen (sie können ja glücklich bei ihrer Meinung bleiben – andere haben eine andere), doch ist die Zusammenarbeit mit einem grösseren Medienhaus auf Dauer vorteilhaft für die ganze Euregio und bringt einen Mehrwert. Übrigens krönte sich Kreuzlingen publizisisch sogar mal mit einer eigenen Tageszeitung („Thurgauer Volksfreund“ – kurz „Volksfründ“). Lang ist’s her. Wo sind die Pioniere geblieben? Oder hat sich die Welt verändert? Sogar der Thurgau?

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