/// Rubrik: Stadtleben | Topaktuell

Über eine Million Franken veruntreut

Kreuzlingen – Im Veruntreuungsfall beim Verein Kreuzlinger Kinderkrippe wird nun endlich Anklage erhoben. Nicht nur beim Hort soll das ehemalige Vorstandsmitglied sich bereichert haben, auch im Namen einer verbeiständeten Person soll der Beschuldigte für private Zwecke Gelder entzogen haben. Der Gesamtschaden liegt bei über einer Million Franken. Vor dem Bezirksgericht Kreuzlingen erhebt die Staatsanwaltschaft nun Anklage.

Neben dem Verein Kreuzlinger Kinderkrippe gibt es noch weitere Geschädigte. (Bild: Archiv)

Über mehrere Jahre hinweg hat ein ehemaliges Vorstandsmitglied im Verein Kreuzlinger Kinderkrippe Gelder abgezweigt und für private Zwecke veruntreut. Dies wurde bereits im Januar 2017 bekannt, als der Verein zusammen mit der Stadt Kreuzlingen und der Primarschulbehörde Kreuzlingen eine lückenlose Aufklärung der Vorgänge ankündigte. Der Beschuldigte habe sich dabei von Anfang an kooperativ gezeigt und ist auch jetzt geständig. Ein gegenseitig vereinbartes Stillschweigeabkommen verhinderte jedoch, dass die Öffentlichkeit Näheres zu den Vorgängen, und wie diese so lange unentdeckt blieben, erfuhr.

Dabei hätte die Bevölkerung jedes Recht zu wissen, was genau vorgefallen ist, denn schlussendlich wurden weitgehend Steuergelder  veruntreut. Der direkte Schaden für die Kinderkrippe belief sich lediglich auf 24’471 Franken. Um einiges höher jedoch waren die abgezweigten Summen bei Stadt und Schulbehörde – diese summierten sich auf rund eine halbe Million Franken. Ans Licht kommen nun weitere Anschuldigungen: Ihm wird vorgeworfen, als Beistand einer verbeiständeten Person und als Organ einer Gesellschaft mehrere hunderttausend Franken unerlaubt für private Zwecke entzogen zu haben. Der Gesamtschaden beläuft sich damit total auf über eine Million Franken.

Den Schaden soll der Beschuldigte mittlerweile zurückgezahlt haben, eine Strafe hat ihn aber knapp zwei Jahre nach der Aufdeckung immer noch nicht ereilt. Dies möchte die Staatsanwaltschaft nun ändern und erhebt Anklage vor dem Bezirksgericht Kreuzlingen wegen mehrfacher qualifizierter Veruntreuung, mehrfacher ungetreuer Geschäftsbesorgung in Bereicherungsabsicht, gewerbsmässigem Betrug, mehrfacher Urkundenfälschung und Anstiftung zur Urkundenfälschung.

«Über drei Jahre Freiheitsstrafe wird die Staatsanwaltschaft einfordern», wie ihr Sprecher Stefan Haffter auf Anfrage mitteilt. Den konkreten Strafantrag wird die Staatsanwaltschaft vor den Schranken des Bezirksgerichts Kreuzlingen stellen.

Wann genau es zur Verhandlung kommt, ist noch unklar. Das Bezirksgericht prüft die Anklage derzeit und wird danach einen Termin für die Gerichtsverhandlung ansetzen.

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