/// Rubrik: Stadtleben

Kandidatensuche unter Zeitdruck

Kreuzlingen – Nach dem Rücktritt von René Zweifel will die Behörde möglichst schnell wieder Normalität in die Schulverwaltung einkehren lassen. Die hiesigen Parteien stehen bei der Kandidatensuche darum unter Zeitdruck. Derweil bringt sich Seraina Perini in Position für das Amt: das FDP-Mitglied hat ihre Kandidatur angekündigt.

Seraina Perini kandidiert für das Kreuzlinger Schulpräsidium. (Bild: Thomas Martens)

«Aus unserer Sicht können die Ortsparteien kein umsichtiges und fundiertes Auswahlverfahren vorbereiten und durchführen», stellt die SP Kreuzlingen fest. Die Ersatzwahl für den zurückgetretenen Kreuzlinger Schulpräsidenten René Zweifel vom 25. November kommt für die Sozialdemokraten zu früh. Angesichts der zeitlichen Beanspruchung der verbliebenen Behördenmitglieder zeigt die SP Verständnis dafür, dass der Chefsessel möglichst schnell wieder besetzt werden soll. Dennoch wünschen sie sich, dass die Wahl auf das Frühjahr 2019 verschoben wird. Zumal die Vorgänge um den Rücktritt von Zweifel erst noch untersucht werden müssen.

In dieses Horn bläst auch Jost Rüegg im Namen der Freien Liste Kreuzlingen: «Wir wollen, dass vor der Wahl eine unabhängige Untersuchungskomission ihre Ergebnisse präsentiert.» Die Freie Liste möchte gerne einen Namen auf den Wahlzettel setzen, für eine seriöse Abklärung sei die Zeit jedoch zu knapp. «Es ist schwierig, in so kurzer Frist jemanden zu finden, der kompetent ist», bestätigt auch Fabian Neuweiler, Co-Präsident der SVP Kreuzlingen. Der Vorstand der SVP hätte sich gewünscht, dass die Schulbehörden im Vorfeld mit den Parteien über den Wahltermin sprechen. Jetzt im Nachhinein darauf Einfluss zu nehmen, sei schwierig.

Späteres Datum nicht möglich
Ein Umstand, den Philipp Kübler vom Departement für Erziehung und Kultur bestätigt. «Die Verschiebung einer Wahl ist im Gesetz nicht vorgesehen», sagt der Leiter des Rechtsdiensts. Aus gutem Grund: Genau damit wolle der Gesetzesgeber verhindern, dass Parteien auf die demokratischen Abläufe politischen Druck ausüben. Eine Möglichkeit die Wahl zu wiederholen sei es, nach Verkündung der Wahlresultate Rekurs einzulegen. «Damit dieser bewilligt wird, braucht es jedoch Gesetzesübertretungen», stellt Kübler klar. Viel Spielraum hatten die Kreuzlinger Schulbehörden bei ihrer Entscheidung sowieso nicht. Im Gesetz über das Stimm- und Wahlrecht steht für den Fall einer Ersatzwahl: «Der erste Wahlgang ist innerhalb von sechs Monaten durchzuführen.» René Zweifel reichte sein Rücktrittsgesuch am 23. Juli ein. Der nächste Wahltermin vom 10. Februar 2019 wäre also theoretisch zu spät.

Kandidatin mit Erfahrung
Die Frist für die Namensliste läuft noch bis Ende September. Für die Kreuzlinger CVP kein Problem. Der Vorstand hält einstimmig am Wahldatum fest.«Uns ist es ein grosses Anliegen, dass die Schulbehörden zeitnah wieder vollbesetzt sind und so die ausserordentlichen Aufwendungen zum gewohnten Pensum zurückfinden», erklärt CVP-Präsident Stephan Marty. Zu einer etwaigen Nominationen möchten die Christdemokraten noch keine Aussagen machen.
Derzeitig einzige offizielle Kandidatin ist Seraina Perini. Die Kreuzlingerin ist FDP-Mitglied und tritt mit einem überparteilichen Komitee an. Erfahrung weisst sie bereits aus: Von 2005 bis 2016 war sie Mitglied der Sekundarschulbehörde. «Mit grossem Bedauern für alle beteiligten Personen habe ich von den Veränderungen in der Schule Kreuzlingen Kenntnis genommen. Jetzt braucht es eine breite Unterstützung zugunsten der Schule Kreuzlingen. Um diese werde ich mich bemühen», erklärt Perini ihre Kandidatur.

Bei Jost Rüegg hinterlässt diese Kandidatur einen fahlen Nachgeschmack: «Die FDP hat offenbar keine Zeitprobleme, weil sie wohl schon vor Monaten eine Kandidatin vorgesehen hatte.»

 

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