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Rekurs erneuert

Kreuzlingen – Bezüglich der neuen Signalisation auf dem Boulevard ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Die Initianten für einen autofreien Boulevard und einige Anwohner haben ihren Rekurs erneuert.

Angedacht war eine Halbierung des Durchgangsverkehrs auf dem Boulevard. (Bild: archiv)

Diesen hatten sie nach dem Versuchsabbruch durch den Stadtrat im Juni beim Thurgauer Departement für Bau und Umwelt das erste Mal eingelegt. Wegen formeller Fehler hiess der Kanton diese Beschwerde gut (wir berichteten). Stadtrat Thomas Beringer hätte bei der Beschlussfassung in den Ausstand treten müssen. Mit einem «Buebetrickli» hielt der Stadtrat aber an seinem Vorhaben fest, die ursprüngliche Signalisation – sprich: freie Fahrt für Autofahrer – wieder herzustellen: Der Stadtrat wiederholte den Beschluss einfach, dieses mal formell korrekt.

Zahlen sprechen gegen Abbruch
In ihrer erneuerten Beschwerde bringen die Initianten und einige Anwohner nun vor allem inhaltliche Punkte zur Geltung, auf die der Kanton nun reagieren muss. So würden die Zahlen klar gegen einen Versuchsabbruch sprechen. Der Verkehr auf Boulevard (minus 35 Prozent), Bodanstrasse (minus 28 Prozent), Schulstrasse (minus 27 Prozent) und Schützenstrasse (minus 12 Prozent) sei deutlich zurückgegangen. Dies sei trotz Zunahme auf anderen Strassen ein Erfolg (Sonnenstrasse plus zehn Prozent, Gutenbergstrasse plus neun Prozent, Lösenstrasse plus 22 Prozent).

Ursprüglich wollten die Initianten für einen autofreien Boulevard eine städtische Volksabstimmung. Genug Unterschriften dafür hatten sie 2013 gesammelt. «Nur für einen einjährigen Versuch haben wir unsere Initiative zurückgezogen», schreibt Jost Rüegg. «Durch den abrupten Abbruch hat der Stadtrat diese Abmachung grob verletzt.» Auch seien am Runden Tisch allein die Mitglieder des Gewerbeverbandes für diese Aufhebung gewesen, als der Stadtrat sein Vorgehen am 11. Juni präsentierte. «Die Mehrheit war dagegen», so Rüegg.

«Durch die neue Signalisation werden der Boulevard und viele Anwohner im östlichen Bodanquartier vom lärmenden Verkehr klar entlastet», sagt Rüegg. Und: «Die Zahlen hätten sich im weiteren Verlauf des Versuchs sicher noch verbessert», ist er sich sicher.

Wie es mit dem Boulevard weitergeht, wird sich weisen. Die Anwort vom Kanton steht noch aus.

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One thought on “Rekurs erneuert

  1. Markus Stotz

    Haben die Initianten Langeweile, dass sie Rekurs machen? Man hat ja zwischenzeitlich gesehen, dass es eine „Schnaps Idee “ war.

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