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Die Aufmerksamkeit auf den Kindergarten gerichtet

Kreuzlingen – Die Pädagogische Hochschule Thurgau (PHTG) ging am 15. Thurgauer Hochschultag auf die erste Stufe der obligatorischen Volksschule ein: den Kindergarten. Hier ist ein guter Start ein wichtiger Grundstein für die weitere Schullaufbahn der Kinder.

Karin Fasseing Heim während ihres Vortrages.
(Bild: zvg)

Gut starten – gut unterwegs! Ein guter Start in den Kindergarten ist für den erfolgreichen Verlauf schulischer Bildungswege von grosser Bedeutung. Der Übergang von der Familie in den Kindergarten birgt das Potential für markante Entwicklungs- und Lernfortschritte, wenn dieser von den Kindern und ihren Familien als positive Herausforderungen erlebt und kompetent gemeistert wird. Er kann aber auch als kritisches Lebensereignisse wahrgenommen werden und langfristig zu unerwünschten Entwicklungsverläufen führen. In den vergangenen zehn Jahren hat sich in der deutschsprachigen Schweiz der Start ins Bildungssystem stark verändert. In einem einführenden Filmbeitrag erfuhren die Anwesenden, welche Aufgaben eine Kindergartenlehrperson heute wahrnimmt. Wie sieht Kindergarten heute aus und was wird von den Kindergartenlehrpersonen erwartet? Und mit welchen aktuellen Angeboten und Projekten trägt die Pädagogische Hochschule Thurgau dazu bei, dass die Veränderungen von allen Beteiligten gewinnbringend gestaltet werden können? Diesen Fragen widmete sich der 15. Thurgauer Hochschultag unter dem Titel «Kindergarten im Fokus».

Für den Kindergarten besteht heute für fast alle Kantone eine ein- oder zweijährige Besuchspflicht. Gleichzeitig wurde in 14 Kantonen, so auch im Kanton Thurgau, der Stichtag für den Kindergartenstart auf den 31. Juli vorverlegt. «Trotz dieser veränderten Ausgangslage wurden bisher die Rahmenbedingungen für den Kindergarten nur punktuell angepasst», führte Karin Fasseing Heim, Studiengangsleiterin Vorschulstufe an der PHTG in ihrem Referat aus. «Mit dem Projekt <Mit jungen Kindergartenkindern starten im Kanton Thurgau> (StarTG), haben das Amt für Volkschule und die PHTG in Kooperation mit der Thurgauer Kindergartenkonferenz untersucht, wie der Start mit der veränderten Altersstruktur in den Klassen heute von den Lehrpersonen, Schulleitungen und Behörden erlebt wird und eine Grundlage geschaffen, um diese in ihren künftigen Aufgaben zu unterstützen». In der Folgestudie «Mit jungen Kindergartenkindern starten – Transitionsprozesse und den Erwerb der lokalen Schulsprache verstehen und unterstützen» (StarTS) werde das generierte Wissen vertieft und eine forschungsbasierte Basis für die Aus- und Weiterbildung der Lehrpersonen geschaffen. Mathematisch argumentieren Wie heute im Kindergarten eine Spiel- und Lernumgebung zum mathematischen Argumentieren geschaffen werden kann, erfuhren die Gäste am Hochschultag von Esther Brunner, Professorin für Mathematikdidaktik an der PHTG. Mathematisches Argumentieren gehört zu den zentralen mathematischen Kompetenzen, die im Mathematikunterricht der Volksschule erworben werden sollen und werden entsprechend auch im neuen Lehrplan Volksschule Thurgau als Auftrag an die ersten Schuljahre (Zyklus 1) formuliert.

«Für den Kindergarten fehlen bislang entsprechende, altersangemessene Spielangebote und Lernumgebungen», erklärte Esther Brunner. Hier setzte das Pilotprojekt «IvMAiK» (Intervention zum mathematischen Argumentieren im Kindergarten) unter der Leitung von Esther Brunner an. Im Rahmen einer Weiterbildung lernten neun Lehrpersonen anhand von vier unterschiedlichen didaktischen Zugängen passende Angebote für ihre Klassen zu entwickeln. Anlässlich des Hochschultags wurde ein Einblick in die Intervention gegeben und aufgezeigt, wie mit Kindergartenkindern mathematisch argumentiert werden kann. Im Rahmen der Forschungsstudie wurden zum einen die professionelle Entwicklung der Lehrpersonen und zum anderen der Lernzuwachs einzelner Kinder untersucht. Die vorgestellten Ergebnisse zeigten ein erfreuliches Bild: Sowohl bei den Lehrpersonen wie bei den Kindern war ein Kompetenzzuwachs zu verzeichnen. Aus den für das Projekt entwickelten Materialien sowie den Dokumentationen aus der Praxis ist eine reichhaltige Broschüre für Kindergartenlehrpersonen entstanden. Diese konnte mit Unterstützung des Fördervereins der PHTG gedruckt werden und wurde am Hochschultag den Anwesenden verteilt. (Download auf der Website PHTG).
Getanztes Thurgauerlied
Die musikalische Gestaltung des Hochschultags lag bei Eva Berger (Musikdozentin PHTG) und dem Frauenvokalensemble PH-Wert. Das traditionelle Thurgauerlied brachten in diesem Jahr zehn Kindergartenkinder auf einem Fussklavier hüpfend und tanzend zum Klingen.

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