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Wenig Bewegung beim Zoll

Kreuzlingen – Die Grenzwächter am Autobahnzoll sollen den Verkehr beim Übertritt in die Schweiz zweispurig abfertigen. Das fordert die Stadt Konstanz schon seit Langem. Jetzt erhält sie Beistand von Kreuzlingen und Tägerwilen. Denn Rückstau sorgt für Probleme beidseitig der Grenze. Die Zollverwaltung und das Bundesamt für Strassen in die Gänge zu bringen, ist allerdings nicht so leicht.

Schon heute stehen zwei Spuren bereit. Allerdings kontrolliert die Grenzwache nicht zweispurig. (Bild sb)

Bereits im Februar erhob die Stadt Konstanz ihre Forderung nach einer zweiten Fahrspur beim Grenzübertritt in die Schweiz. Damals reagierte die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) noch abwehrend und machte unter anderem Sicherheitsbedenken geltend. Soll doch Deutschland einen Mindestbetrag für die Rückforderung der Mehrwertsteuer einführen, hiess es ausserdem.

An der Grenzlandkonferenz vom 11. September haben Stadtpräsident Thomas Niederberger und der Tägerwiler Gemeindepräsident Markus Thalmann der Konstanzer Forderung zusätzliches Gesicht verliehen.

Mittlerweile zeigten auch die Grenzwächter Einsicht: Grund für die Staus seien unter anderen «Reisende, die einen Parkplatz suchen, um den Ausfuhrschein beim deutschen Zoll abstempeln zu lassen», teilt die EZV auf Anfrage mit.

Denn wenn die Autos nach der Zollkontrolle am Autobahnzoll rechts auf den Parkplatz abbiegen wollen, ist dieser oft belegt und Rückstaus behindern diejenigen Autofahrer, die einfach weiter fahren wollen. Der Verkehr staut sich deswegen an Spitzentagen in beiden Fahrtrichtungen. Bis zu 21700 Fahrzeuge überqueren an einem Samstag oder Brückentag die Grenze zwischen Kreuzlingen und Konstanz. Einheimische können dies seit Jahren mit Argwohn beobachten.

Ideen, das zu verbessern, sind vorhanden. So hat der deutsche Zoll bereits eine Aussenstelle auf dem Parkplatz des Bodenseeforums errichtet, wo grüne Zettel abgestempelt werden können. Der Verkehr staut sich weiterhin.

Kleine bauliche Massnahmen
Wie wäre es also mit einer Vergrösserung der Parkfläche am Schweizer Zoll? Liesse sich nicht die bereits heute schon vorhandene zweite Spur öffnen? Wie wäre es, Einkaufstouristen an der rechten Seite des Zollhäuschens vorbei zum Parkplatz zu leiten? Oder gar eine dritte Spur zu bauen? Oder eine Verkehrsinsel zwischen die heutigen zwei Linien, so dass zweispurig kontrolliert werden kann?

Auch die Zollverwaltung habe ein Interesse an einem möglichst reibungslosen Verkehrsfluss, schreibt die Pressestelle. Hinsichtlich der Problemlösung spielt die EZV den Ball aber prompt zum Bundesamt für Strassen (Astra) weiter. Das sei zuständig für bauliche Massnahmen.

Detailfragen wollen die Verantwortlichen dort keine beantworten. Man habe das Anliegen entgegen genommen und werde dieses nun prüfen, heisst es beim Astra. «Hierzu sind aber vertiefte Abklärungen durch einen Verkehrsplaner notwendig. Verschiedene Aspekte wie etwa die konkrete bauliche und räumliche Situation an der Gemeinschaftszollanlage oder auch der Vierspurausbau der B33 müssen miteinbezogen und in ihren Zusammenhängen berücksichtigt werden», lautet die Anwort. Tatendurstig klingt das nicht.

So müssen sich die Grenzlandbewohner wohl noch einige Zeit gedulden, bis es am Zoll vorwärts geht. «Im Rahmen des Transformationsprogramms DaziT sollen bis 2026 sämtliche Zollprozesse digitalisiert werden, um den Grenzübertritt weiter zu vereinfachen und zu beschleunigen», schreibt das EVZ beispielsweise. Das hinterlässt einen ungefähren Eindruck, in welchen Zeitdimensionen hier gedacht wird.

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One thought on “Wenig Bewegung beim Zoll

  1. Werner Maier, Kreuzlingen

    Sehr gut das sich Thomas Niederberg Stadtpräsident, sich so für uns Bürger einsetzt. Die Grenzwache scheint mir eh eine sture und unflexible Organisation zu sein!! Die zwei Spuren sind durchaus auch ohne grosse Umbauten zu realisieren und zwar wie folgt: 1 Spur (rechts) ist nur für die Personen die was abzustempeln haben. 2. Spur (links) für Personen die nichts zu verzollen haben – da rollt der Verkehr durch. Ebenfalls störend sind auch diese „blöden“ Kontrollen hinter der Grenze. Was bringt es? Meinen sie wirklich ein Krimineller oder Flüchtling fährt seelenruhig durch die Thurgauer Strassen? Es werden immer die Einheimischen kontrolliert? Zudem was macht die Grenzwache, was eigentlich Aufgabe der Kantonspolizei ist? Die Grenzwache sollte wieder wie in früheren Zeiten, die Grenze bewachen und der Grenze nach patrouillieren, dass bringt mehr, dann kommen Kriminelle und Flüchtlinge schon gar nicht ins Land hinein, dass ist die Aufgabe eines funktionierenden Grenzwache! Deshalb muss auch Schengen-Dublin-Abkommen (Abstimmung in Zusammenhang Waffenrecht) abgelehnt werden bzw. aufgelöst werden.

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