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Kanton entscheidet bei Einsprachen zum Stadthaus

Kreuzlingen – Gegen das Baugesuch betreffend Vorentscheid für den Neubau Stadthaus mit Tiefgarage und Neugestaltung Festwiese sind sechs Einsprachen eingegangen, wovon eine zurückgezogen wurde. Mit der Freigabe der Stellungnahme durch den Stadtrat, wird sie nun dem Departement für Bau und Umwelt des Kantons Thurgau (DBU) zum erstinstanzlichen Entscheid zugestellt.

Das Stadthaus hat Überlänge, was zu Baueinsprachen geführt hat. (Bild: zvg)

In seiner Stellungnahme beantragt der Stadtrat, die Einsprachen abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. Nebst der Stellungnahme wurden dem DBU auch die Baugesuchsunterlagen zugestellt und auf die dort enthaltene Begründung für die beantragten Ausnahmebewilligungen verwiesen, an der der Stadtrat vollumfänglich festhält.

Denn mit seiner geringen Gebäudehöhe schenkt das geplante Stadthaus dem Umgebungsschutz für die Klosterkirche St. Ulrich und dem umliegenden Areal als schützenswertes Ortsbild von nationaler Bedeutung, den notwendigen Respekt. Um trotzdem die erforderlichen Nutzflächen unterzubringen, überschreitet es mit einer Gebäudelänge von 111.30 Meter die im Kreuzlinger Baureglement für die Zone Öffentliche Bauten und Anlagen (ÖBA) maximal zulässige Gebäudelänge von 50 Metern. Gerade weil das neue Stadthaus die Sichtbeziehung vom Dreispitzpark zur Klosterkirche St. Ulrich durch eine Freihaltung des südlichen Teils der Festwiese gewährleistet, überzeugte es neben der Wettbewerbsjury auch das Amt für Denkmalpflege des Kantons Thurgau, das bereits bei der Projektentwicklung beigezogen wurde.

Gegen das vom 19. Juni bis 9. Juli 2018 öffentlich publizierte Baugesuch 2018-0103 der Stadt Kreuzlingen betreffend Vorentscheid für den Neubau des Stadthauses sind insgesamt sechs Einsprachen eingegangen, wovon eine zurückgezogen wurde. In den Einsprachen wird zusammenfassend beantragt, das Baugesuch bzw. der Vorentscheid sei abzuweisen und das zugrundeliegende Projekt abzulehnen.

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One thought on “Kanton entscheidet bei Einsprachen zum Stadthaus

  1. Bruno Neidhart

    Es ist grotesk, wenn sogar das kantonale Amt für Denkmalpflege in Frauenfeld einen gigantischen 111 Meter-Bau vor der Kreuzlinger Klosterkirche als deshalb „überzeugend“ zu erkennen glaubt, da damit eine freigelassene südliche (Rest-) Fläche mit „Respekt“ auf die Anforderungen eines „schützenswerten Ortsbildes von nationaler Bedeutung“ antworten würde.

    Man darf sich schon fragen, wie denn ein Baureglements zu wirken hat (und wie es von einem Denkmalamt umgebogen wird!) , da hier lediglich, wie die Stadt meldet, von einer Gebäudelänge von maximal 50 Metern auszugehen wäre! Im Zuge dieser gewaltig übertriebenen Auslegung werden sich bei kommenden Baugesuchen (auch privaten) ohne Zweifel ganz neue Begehrlichkeiten einstellen…..

    Ein „schützenswertes Kreuzlinger Ortsbild“, liebes Denkmalsamt in Frauenfeld, ist nun mal bis heute das „Kreuzlinger Urgefühl“ der einzigartigen urbanen, noch immer freien grünen Mitte, welche die Stadt prägt und für die sie auch beneidet wird. Dieser atmende Freiraum beginnt an der Parkstrasse und reicht eben bis weit hinüber zum Stadtwahrzeichen Klosterkirche – der barocken St. Ulrich-Basilika. Die von den Vorfahren offengehaltene, heute zum Teil als Park gestaltete Fläche, die schon historisch als Freiraum zum Ensemble des augustinischen Klosterbaus des 17. Jahrhunderts gehört, wurde bis anhin einigermassen respektvoll vor einer Überbauung geschützt. Schon das Dreispitz Sport- und Kulturzentrum ist entsprechen soweit zurück versetzt, dass eine Beeinträchtigung „eher nur als tangierend“ in Erscheinung tritt. In diesem Zusammenhang einmal bemerkenswert, wie man beim Bau der flachen Campus-Mensa an der Klostermauer sehr behutsam mit dem Kloster-Vorgelände umging!

    Für eine sinnvolle Zukunft, die für Kreuzlingen sowohl historischen Freiraum zitieren wird, als z.B. auch heutige Klimabezüge einschliesst, kann das ganze Areal von der Parkstrasse bis hin zur Umgebung der Klosterkirche (Oberer Schulweg) park-/gartenähnlich weiterentwickelt werden („Stadt der Parks“). Somit gewänne ein „schützenswertes Ortsbild“ einiges dazu – sinnvoll offen gestaltet und freundlich belebt zwischen Bäumchen, Stauden, Rosengarten, Wasserspielen, Kinderspielplatz, usw. Eine Örtlichkeit zum Verweilen und Begegnen – für Jung und Alt, inmitten der Stadt. Dieser Gedanke schliesst nicht aus, einerseits auch eine Veranstaltungsfläche frei zu halten (wie es bereits heute der Fall ist!), und es schliesst ebenso nicht aus, dass ein unterirdisches Parkhaus (ohne Obeflächenbauten) vielen Bedürfnissen dem Zentrum der Stadt allgemein, dem Campus Bildung, den Egelsee-Schwimmhallen, den Kirchenbelangen, von Stadtbesuchern, bei Veranstaltungen, usw. gerecht werden kann.

    Und was ist endlich mit dem Stadthaus? Dazu sollte die Stadt an der jetzigen Stadthaus-Örtlichkeit, also im Bereich Hauptstrasse/Marktstrasse, eine urban prägende, architektonisch moderne, mutige Gestaltung vorlegen. Ein solches Vorhaben unterstützt besonders auch die derzeitigen Bestrebungen, der geschäftigen, kulturellen, gastronomischen Kreuzlinger Stadtmitte jene Impulse zu verleihen, die zukünftig Einheimischen wie Besuchern ein authentisches Kreuzlinger Innenstadtbild zu vermitteln vermögen, das sich nicht zuletzt der umgebenden Konkurrenz zu stellen hat. Aufbruch Kreuzlingen im besten Sinn!

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