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Bundesrat Ueli Maurer am Historischen Schwaderlohschiessen

Tägerwilen – Am Sonntag, 30. September gelangt zum 73. Mal in der Nähe des Schlachtfeldes, wo am 11. April 1499 die Eidgenossen im Rahmen des Schwabenkrieges siegreich waren, im «Bäärenmos» bei Neuwilen, das Historische Schwaderlohschiessen zur Durchführung.

Am Sonntag heisst es genau zielen.
( Bild: Werner Lenzin)

Es ist das einzige und bedeutendsten historisches Schiessen der Schweiz, welches in seinem Reglement einen Stellungswechsel und ein Vorrücken beinhaltet. Zur Austragung gelangen der Gewehr-, der Pistolen-, und der Militärwettkampf. Mit dabei ist auch Bundesrat Ueli Maurer, der an der Landsgemeinde um 15.45 Uhr eine Ansprache halten wird.

Traditionell und wie einst bei den alten Eidgenossen, wird vor dem Schiessen am Sonntagmorgen, 30. September um 8.30 Uhr zusammen mit Pater Josef Gander vom Priesterhaus Bernrain in Kreuzlingen ein oekumenischer Feldgottesdienst in der Schützenhalle «Bäärenmos» abgehalten, welchen eine Bläsergruppe der Musikgesellschaft Hugelshofen musikalisch umrahmt. Der Empfang der Gäste ist um 11.00 Uhr vor der Schützenhalle geplant, dies in Verbindung mit einem attraktiven Rahmenprogramm, welches um 10.30 Uhr beginnt und mit Blick auf den Besuch von Bundesrat Ueli Maurer viel Attraktivität verspricht. Nach dem Abschluss des Schiessens treffen sich am Sonntagnachmittag um 15.30 Uhr alle im Beisein der Musikgesellschaft Hugelshofen zur Landsgemeinde unter der Leitung von Präsident Heinz Nater. Alle Stammsektionen sind stimmberechtigt. Nach der Festansprache des Bundesrates gelangen die ordentlichen Geschäfte zur Abwicklung. Ein Höhepunkt ist das Absenden des Gewehr-, Pistolen- und Militärwettkampfes. Mit dabei sind dieses Jahr auch je eine Gruppe des Frauen- und Damenturnvereins. Zum letzten Mal ist Flavia Knill das Schwaderlohmädchen.

Stehend, kniend und liegend
Auf freiem Feld wird gegen den Schiesswall der «Bäärenmos»-Schützen auf insgesamt 24 Scheiben gefeuert. Die Gruppengrösse umfasst acht Schützen. Je fünf Schüsse geben die Schützen stehend, kniend und liegend ab. Probeschüsse kennt man nicht am Schwaderlohschiessen und die Scheibe ist jeweils lediglich vier Sekunden sichtbar. In dieser kurzen Zeit gilt es mit dem Karabiner, Sturmgewehr 57 oder Sturmgewehr 90 anzuschlagen und zu feuern. Es gibt lediglich einen Treffer oder einen Nuller.

Stehend, kniend und liegend
Am Schwaderlohschiessen haben die Teilnehmenden in drei Stellungen zu schiessen:

Stehend: Distanz 170 Meter auf Mannscheibe E, Höhe 165 cm, Breite 45 cm. 5 m vor den Schützen ist ein weisses Band, auf welches der Lauf gesenkt werden muss. Angeschlagen wird erst, wenn die Scheibe sichtbar ist.

Kniend: Distanz 170 Meter auf Brustscheibe F, Höhe 100 cm, Breite 45 cm. Kissen und Knierollen sind nicht erlaubt.

Liegend: Zu dieser Stellung muss vorgerückt werden, da die Distanz nur noch 120 Meter beträgt. Die Waffen werden also nach der Kniendstellung entladen und auf einer Schützenlinie rücken die Schützen 50 Meter vor. Geschossen wird auf die Kopfscheibe K, Höhe 32 cm, Breite 22 cm.
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Ökumenischer Gottesdienst
Gemäss Tradition findet auch anlässlich des diesjährigen Schwaderloh-Schiessens am Sonntagmorgen um 8.30 Uhr ein ökumenischer Feldgottesdienst, dieses Jahr zusammen mit Pater Josef Gander vom Priesterhaus Bernrain in Kreuzlingen, statt, zu dem nicht nur die Schützinnen und Schützen, sondern auch die Bevölkerung eingeladen ist. Eine Bläsergruppe aus Hugelshofen sorgt für die musikalische Umrahmung.
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Spannungsgeladener Ausstich
Alle Schützinnen und Schützen, die das Maximum von 15 Treffern erzielen, nehmen am

Die begehrte Auszeichnung.
(Bild: Werner Lenzin)

Ausstich teil. Dieser beginnt um ca. 14.10 Uhr vor dem Militärwettkampf. Dabei gilt es ruhig zu bleiben und möglichst die Nerven zu behalten, wenn, verfolgt von hunderten von Augenpaaren, die entscheidenden Schüsse abgegeben werden. Rund 15 Schützinnen und Schützen nehmen jeweils an diesem Ausstich teil, der folgendes Programm umfasst: Stellung kniend, lange Distanz 170 Meter, Kopfscheibe K, fünf Schüsse in 30 Sekunden. In den vergangenen Jahren musste oft drei oder vier Mal gestochen werden mit diesem Programm, bis der Schwaderloh-Meister feststand. Als wertvolle Preise winken die Bundesgaben des Eidg. Departments für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS): ein Sturmgewehr 57 und ein Sturmgewehr 90. Die gravierte Zinnkanne der Bürgergemeinde Kemmental erhät der Drittrangierte.
. Das begehrte Kranzabzeichen beinhaltet dieses Jahr das Wappen der Gemeinde Lengwil. Für den Spezialkranz benötigen die teilnehmenden Schützinnen und Schützen 15 Punkte, für den Kranz 11 Punkte und für die Anerkennungskarte 10 Punkte.

Schwaderlohmädchen schiesst mit
Als Novum darf man dieses Jahr die Teilnahme von zwei einheimischen Frauengruppen beim Pistolenschiessen bezeichnen. Schwaderlohmädchen Flavia Knill bildet zusammen mit Natalie Dietsche, Cécile Krattiger und Bea Bärtscher die Gruppe des Damenturnvereins mit dem Namen «Ladykracher». Sie treten an gegen die «Knallerfrauen» vom Frauenturnverein: Andrea Beerli, Urs Odermatt und Christine Zack. Obwohl zwar der Tradition verpflichtet, möchten sich die Verantwortlichen der Schwaderloh-Kommission auch neuen Trends öffnen. Parallel zu den Gruppenwettkämpfen weist man insbesondere darauf hin, dass auch dieses Jahr wieder einer Teilnahme für Einzelschützen absolut nichts im Wege steht, sofern mindestens eine Gruppe gemeldet ist. Die Schwaderlohkommission freut sich, wenn möglichst viele Schützinnen und Schützen von diesem Angebot Gebrauch machen.

Pistolenwettkampf in Alterswilen
Der Pistolenwettkampf wird auf der benachbarten Anlage der Handrohrschützen Alterswilen unter der Verantwortung des Pistolen-Chefs Simon Beerli auf acht Scheiben durchgeführt. Das Programm umfasst 15 Schüsse (einer in 30 Sekunden, drei in 40 Sekunden, fünf in 60 Sekunden und sechs in 60 Sekunden). Der Pistolenwettkampf ist ein Gruppenwettkampf mit je sechs Schützinnen oder Schützen. Die Rangierung erfolgt in Stamm- und Gastsektionen. Der beste Gruppenschütze des Pistolenwettkampfes erhält die begehrte Ordonanzpistole und der Zweitrangierte eine Zinnkanne, zudem werden Kranzabzeichen oder Kranzkarten abgegeben. Als Gruppenpreis ist der Schwaderlohbecher und zudem sind wertvolle Wanderpreise zu gewinnen.

Attraktives Rahmenprogramm
Gemäss Präsident Heinz Nater wird dieses Jahr im Zusammenhang mit dem Besuch von Bundesrat Ueli Maurer ein spezielles Rahmprogramm stattfinden. Der hohe Gast wird um 10.30 Uhr mit dem Militärrad begleitet von Schwaderlohmädchen Flavia Knill im «Bäärenmos» eintreffen. Begrüsst wird er dort zusammen mit den weiteren Gästen von den Tambouren und den Fahnendelegationen der Stammsektionen. Regierungspräsidentin Cornelia Komposch und Grossratspräsident Turi Schallenberg werden die Gäste begrüssen. Nach dem Mittagessen verfolgen diese das Geschehen im Zeigerstand und den Ausstich der Gewehrschützen. Umrahmt von den Klängen der Alphornbläser und den Darbietungen der Kindertanzgruppe findet um 15.30 Uhr die Landsgemeinde statt.

Karabiner am Militärwettkampf
Zum 48. Mal gelangt im Rahmen des historischen Schwaderlohschiessens dieses Jahr der Militärwettkampf statt, dies unter der Leitung von Oberst Urs Forster. Die Verantwortlichen der Ter Div 4 mit den angeschlossenenen Pz Br 11 und der Inf Br 7 erwarten mehr als hundert Teilnehmer. Diesen bietet sich mit der Teilnahme die Möglichkeit, über den militärischen Ausbildungsbetrieb hinaus einen Schiessanlass als kameradschaftliches Treffen zu nutzen. Die Dreiergruppen messen sich im friedlichen Schiessgruppen-Wettkampf, der sich aus dem gleichen Programm zusammen setzt wie der Gewehrwettkampf. Der beste Schütze, der voraussichtlich im Ausstichschiessen erkoren werden muss, kann einen Karabiner als Preis entgegennehmen. Zudem werden alle erst- und zweitrangierte Gruppen der Militär- und Gästekategorie mit einer Naturalgabe ausgezeichnet.

Weitere Informationen unter www.schwaderlohschiessen.ch

geschrieben von Von Werner Lenzin

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