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Der letzte Flug des Spechts

Kreuzlingen – Daniel Schaub ist ein Drittel von «Heinz de Specht». Am Freitag, 5. und Samstag, 6. Oktober, beginnt die «älteste Boygroup der Schweiz» im Kreuzlinger Theater an der Grenze ihre Abschiedstournee mit zwei «Try-Out» Konzerten – quasi öffentlichen Generalproben. Im Interview blickt der Sänger und Gitarrist auf die gemeinsame Zeit zurück, erklärt den richtigen Zeitpunkt um aufzuhören und wie ihr Publikum auf ihre politischen Songs reagiert.

Daniel Schaub veräppelt mit Heinz de Specht auch gerne mal das eigene Publikum. (Bild: zvg)

Wird sich das Try-Out sehr von der offiziellen Première am 7. November in Zürich unterschieden?
Wenn wir auf die Bühne gehen, sind wir immer recht weit. Uns fehlen vielleicht noch die letzten fünf bis zehn Prozent. Die Songs haben wir schon alle zusammen. Nun geht es um die Reihenfolge, die Übergänge und den Spannungsbogen. Ausserdem muss naturgemäss auch der Techniker noch etwas üben. Also wird die Show in Zürich nicht 180 Grad anders sein, aber die Licht- und Tontechnik und unser Zusammenspiel dürften bis dahin perfekter laufen.

Sie machen mit Christian Weiss und Roman Riklin seit 14 Jahren » Unterhaltung mit Haltung». Hat sich die Stimmung im Publikum seit den Anfängen 2004 verändert?
Bei Auftritten vor Kleinkunst-Publikum treffen wir auf Leute, die meist sowieso unserer Meinung sind. Sie sind tendenziell offen. Die Reaktionen auf unsere youtube-Clips können eher mal kontrovers sein. In unserem Programm bilden politische Songs ja aber auch nur einen Teil. Es gibt viele Lieder, die sich einfach mit dem Zwischenmenschlichen oder dem Alltag beschäftigen. Noch hat jedenfalls niemand nach dem Konzert eine Grundsatzdiskussion mit uns angefangen. Nur eines hat sich wirklich verändert: Das Publikum ist mit uns älter geworden.

Das Alter wird doch wohl aber kaum ein Grund sein, mit «Heinz de Specht» aufzuhören, oder?
Wir sind vielleicht etwas «amtsmüde», genau wie die zwei Bundesräte, die gerade ihren Rücktritt erklärt haben. Aber wir sind ja noch nicht am Ende! Wir wollen uns würdig von unserem Publikum verabschieden und haben deshalb intensiv an unserem neuen Programm gearbeitet. Die Zuschauerinnen und Zuschauer dürfen sich noch einmal auf einen tollen Abend mit Heinz de Specht freuen – hoffe ich jedenfalls. Erst nach sechzig Shows ist dann im nächsten Juni wirklich Schluss. Wenn man sich fragt, warum wir aufhören, dann kommt man am besten an eines der Konzerte, da beantworten wir diese Frage nämlich auf unsere Art und Weise.

Und was passiert nach der Dernière im nächsten Juni?
Jeder von uns wird weiter aktiv sein. Was genau kommt, werden die Leute, die es etwas angeht, dann schon erfahren. Jetzt steht erst einmal Heinz de Specht im Vordergrund.

Interview: Inka Grabowsky

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