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Kreuzlinger Dauerthemen

Leserbrief – Ein Leserbrief von Ado Trautmann zu zwei Dauerbrennern, die Kreuzlingen bewegen.

(Bild: pixelio)

Zum Stadthaus gab es bereits mehr als eine Debatte.
Und man muss nicht immer gleicher Meinung sein wie Jost Rüegg, aber mit seinem letzten Brief zum Thema Stadthaus hat er mehr als hundert Prozent recht. Das ist eine Zwängerei, und das eh schon sehr knappe Resultat der Abstimmung basiert nun, wie bekannt wird, auf unvollständigen Informationen. Ob diese nun bewusst zurückgehalten wurden oder im Text einfach vergessen gingen ist irrelevant, das Ganze das grenzt an Irreführung des Stimmbürgers. Und die Irreführung geht weiter:
Das Bild aus den Abstimmungsunterlagen, wiedergegeben in den Kreuzlinger Nachrichten vom 27. September entspricht einer Aufnahme mit Weitwinkelobjektiv, und dabei werden bekanntlich die Proportionen verfälscht. Diese so dargestellte Gesamtansicht kann von einem Betrachter mit Standort beim Parkkaffee in dieser Art gar nie wahrgenommen werden, dazu ist der Weitwinkel des Menschen zu klein. So zierlich wie das Stadthaus darauf erscheint, würde es nie sein, zumal die Bäume viel zu hoch dargestellt sind. Das Ziel, St.Ulrich als Blickfang zu erhalten wird bei weitem verfehlt.
Bleibt zu hoffen, dass der Kanton nebst der Überlänge, 111.2 Meter gegen 50 Meter gemäss Baureglement auch diesem Punkt die entsprechende Beachtung schenkt.

Schulpräsidium
Immer und immer wieder wird Geheimnistuerei unterstellt, Transparenz und ganz allgemein Detailaufklärung über das Vorgefallene gefordert. Dabei geht eines vergessen, hier geht es um eine Person, nicht um eine Sache und da gelten in Sachen Information ganz andere Massstäbe. Auch wenn in anderen Gebieten des Geschäftslebens Tendenzen zu mehr Transparenz vorhanden sind, bei personellen Angelegenheiten gilt das nicht, es sei denn es lägen strafrechtliche Verfehlungen vor, und das ist ja hier nicht der Fall. Eine PUK oder eine wie immer genannte andere Untersuchungskommission gibt es nicht, und selbst wenn es sie gäbe, auch eine derartige Kommission hätte, weil es sich um eine personelle bzw. persönliche Angelegenheit handelt, keine Details bekannt gegeben, bzw. geben dürfen. Der Persönlichkeitsschutz ist ein hohes Gut, der darf nicht der Neugier oder einem angeblich berechtigten Informationsbedürfnis geopfert werden.

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One thought on “Kreuzlinger Dauerthemen

  1. Bruno Neidhart

    Sie liegen, sehr geehrter Herr Trautmann, mit der Bemerkung einer auffallend unrealistischen Bau-Visualisierung richtig. Diese grenzt tatsächlich an eine „Irreführung“ zumindest Unkundiger, räumlich-fotografisch unrealistischer Darstellungsmöglichkeiten. Entscheidungsoffener wäre gewesen, den Einwohnern eine 1 zu 1- Darstellung analog des vorgesehenen Baukörpers zur Ansicht zu ermöglichen, also nicht nur anhand einzelner (verlorener) Baustangen die Proportionen dargestellt, sondern dass quasi dieser Bau in seiner tatsächlichen raummächtigen Plastizität schon mal anhand „bedruckter, aufgehängter Planen“ realistisch vor Kirche, Schreiberschulhaus, Dreispitz Sport-und Kulturzentrum, usw. gestanden wäre. Gleichzeitig hätten sich die Rest-Sichtachsen aus der Parkstrasse, dem Dreispitzpark, der Pestalozzistrasse und weiteren Örtlichkeit der unmittelbaren Umgebung real gezeigt und zu einer Abstimmungs-Entscheidung beitragen können. So wurde über etwas abgestimmt, das weder in der visuellen Darstellung, noch, wie es sich neu zeigt, in der tatsächlichen Baukörper-Proportion gültig festgelegt war. Und sollte der Kanton die 111 Meter bei – nach Baureglement – maximal 50 möglichen Metern einfach so durchwinken, bekäme die ganze Angelegenheit gar einen zusätzlichen Beigeschmack einer Kreuzlinger (auch kulturellen!) Angelegenheit, die ziemlich untransparent aufgegleist wurde, dabei besonders keine Varianten zu einer breiteren Entscheidungsfindung aufwies.

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