/// Rubrik: Stadtleben | Topaktuell

Ein Kinderhaus sucht seinen Platz

Kreuzlingen – Das Montessori Kinderhaus Sunnehöfli ist eines von wenigen seiner Art in der Ostschweiz. Seit zehn Jahren leitet Dagmar Fuchs das Kinderhaus und erzählt von den Anfängen, der Zukunft und Platzmangel.

Die Kinder feiern das zehnjährige Bestehen in vollen Zügen. (Bild: zvg

Wer durch die Türen des «Sunnehöfli» tritt wird begrüsst von Kinderlachen und neugierigen Blicken. Das kleine Haus an der Remisbergstrasse war ursprünglich mal eine Nachbarschaftskneipe, doch davon ist nichts mehr zu sehen. Helle Farben und kleine Stühle zeigen einem deutlich, wo man gelandet ist.
Dagmar Fuchs entschloss sich vor zehn Jahren sich selbstständig zu machen und ein Montessori Kinderhaus zu eröffnen. Wie es der Zufall so wollte, entschloss sich um die selbe Zeit die Stadt Konstanz, dass Kindergartenplätze nur noch an deutsche Kinder vergeben werden, welche auf der deutschen Seite der Grenze leben. Damit kamen einige Schweizer Eltern als auch in der Schweiz lebende Deutsche in Bedrängnis und standen ohne Betreuung da.
Da viele Eltern ihre Kinder weiterhin in eine Einrichtung mit Montessori Konzept schicken wollten, fragten sie Fuchs, ob sie nicht eine solche Einrichtung in der Schweiz eröffnen wollte. Die nächste Einrichtung mit Montessori Konzept findet man erst wieder in Winterthur. Nach 20 Jahren als Erzieherin in Deutschland fing sie von null an. «Wir haben mit acht Kindern und einer angestellten Erzieherin angefangen, schon nach sieben Monaten waren es 19 Kinder», erzählt Fuchs. Heute kümmern sich sieben Mitarbeiter und eine Köchin zusammen mit ihr um 30 Kindern im Alter von zweieinhalb bis sieben Jahren.

Alles perfekt, wenn da die Einsprachen nicht wären
«In den vergangenen zwei oder drei Jahren waren wir immer voll. Manchmal musste ich sogar Wartelisten anlegen», sagt Fuchs. Seit Anbeginn sei der Platz eine konstante Sorge. Das Büro von Fuchs ist klein und ein Mitarbeiterraum existiert nicht. Die Kinder stören sich nicht an dem leicht beengten Platzangebot, aber gegen einen grösseren Garten hätten sie nichts einzuwenden. Nach Jahren des Suchens hat nun eine Firma, welche die Montessori Stiftung von Fuchs unterstützen will, angeboten, ein grosses Haus mit Garten aus den 50er Jahren an das Kinderhaus zu vermieten. Das Haus in der Holzeckerlistrasse wäre perfekt für das Kinderhaus, doch drei Nachbarn haben gegen die Umfunktionierung Einsprache erhoben. Sie fürchten das vermehrte Verkehrsaufkommen in der sonst ruhigen Strasse, wenn die Eltern ihre Kinder zum Kinderhaus bringen. Einer will zusätzlich keinen Kinderlärm in seinem Quartier.
Fuchs hofft die Nachbarschaft noch umstimmen zu können, so dass sie bald in das neue Gebäude ziehen können. «Wir hatten eine Informationsveranstaltung, da waren leider keine von den Einsprechern dabei, aber vielleicht erreicht sie ja die Nachricht, dass wir kein traditoneller Kindergarten sind.» In ihrer Einrichtung gibt es fast kein Geschrei oder Lärm, die Kinder finden Freude in Ordnung und Stille, so Fuchs.
Für die Zukunft ist Fuchs zuversichtlich, das sich eine Lösung für die Platzsituation findet, und feut sich auf weitere zehn Jahre.

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