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«Schweigemarsch für Freiheit» gegen moderne Sklaverei

Konstanz – Beim weltweiten «Walk For Freedom» am 20. Oktober setzen Teilnehmer aus Konstanz und der Schweizer Grenzregion ein Zeichen gegen Menschenhandel.

Hunderte Teilnehmer setzen beim jährlichen Walk for Freedom ein Zeichen gegen Menschenhandel. (Bild: Veranstalter)

Die Teilnehmer beim «Walk For Freedom», einem «Schweigemarsch für Freiheit», tragen schwarze Kleider und laufen in einer langen Reihe hintereinander. Ihr Schweigen ist ein Symbol für die Opfer von Menschenhandel, die keine Stimme haben. Es ist ein stiller Protest. Dennoch wird er gehört, wird gesehen. Passanten bleiben stehen und fragen nach.

«Vielen Menschen ist das Problem nicht bewusst, aber es betrifft auch unser Land und sogar unsere Region», sagt Anne Okolowitz, die seit Jahren beim «Walk For Freedom» in Konstanz mitläuft und zum Team der Ehrenamtlichen gehört, die das lokale Event organisieren. Veranstalter in Konstanz ist in diesem Jahr wieder die evangelisch-freikirchliche Gemeinde «Hillsong Church Deutschland». Anne Okolowitz glaubt daran, dass ihre Schritte einen Unterschied machen. Jeder, der möchte, ist eingeladen, mitzulaufen – Frauen und Männer.

Moderne Sklaverei beenden
Zum «Walk For Freedom» ruft seit fünf Jahren die Organisation A21 auf, die weltweit Menschenhandel bekämpft. Bundesweit unterstützen viele Vereine, ehrenamtliche Gruppen und Kirchengemeinden deren Arbeit und setzen sich gegen diese «weltweite Ungerechtigkeit» ein. Aber nicht nur in Konstanz, sondern inzwischen in 25 deutschen und weltweit in 400 Städten finden am 20. Oktober – zeitnah zum EU-Tag gegen Menschenhandel am 18. Oktober – lokale Schweigemärsche statt. «Wir alle kämpfen gemeinsam dafür, moderne Sklaverei weltweit zu beenden», erklärt Anne Okolowitz. «Bei all den Grausamkeiten, die uns täglich über die Medien erreichen, setzen wir einen Filter, der uns schützt. Manchmal aber fällt etwas durch – und lässt uns nicht mehr los», beschreibt die 38-Jährige. Bei ihr war es das Thema Menschenhandel. «Der Gedanke, dass Menschen zu Waren degradiert werden, ist für mich unerträglich. Ich möchte etwas tun und andere auf diese Ungerechtigkeit aufmerksam machen», ergänzt sie.

Sklaven im 21. Jahrhundert?
Eine 150 Milliarden US-Dollar-Industrie weltweit, schätzt die International Labor Organisation. Fast zwei Drittel davon werden mit sexueller Ausbeutung erzielt. Laut aktuellen UN-Schätzungen leben mittlerweile rund 40 Millionen Menschen in modernen Formen von Sklaverei – ein Viertel davon sind Kinder. Aber nur ein Prozent der Opfer wird jemals gerettet. Menschenhandel gibt es auch in Deutschland, in Konstanz, nicht nur in fernen Ländern – vor allem in Form sexueller Ausbeutung und Ausbeutung der Arbeitskraft.

Das Ziel des Schweigemarschs am 20. Oktober ist es, auf die Millionen Männer, Frauen und Kinder aufmerksam zu machen, die heutzutage in Sklaverei gefangen sind. Es werden Spenden gesammelt, um Betroffenen konkret zu helfen. «Wir sind überzeugt, dass diese Aktion den Anstoß geben wird zur Rettung und Wiederherstellung von Menschen, die ausgebeutet werden», sagt Anne Okolowitz. Auf ein Problem aufmerksam zu machen, ist der erste Schritt zur Prävention, ist sie sich sicher.

Teilnehmen in Konstanz! A21 ruft weltweit zum jährlichen Walk For Freedom am Samstag, 20. Oktober, auf. Treffpunkt in Konstanz ab 13 Uhr: Inselgasse/Ecke Gerichtsgasse. Dauer: zwei Stunden. Dresscode: schwarze Kleidung. Anmeldung und Infos unter: wffkn18.eventbrite.de. Infos zum Walk (auf Englisch): www.a21.org/walk

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