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Zauberschüler fluteten Konstanzer Kino

Konstanz – Das vergangene Wochenende verbrachten über 500 Menschen, darunter viele Schweizer, im Kinosaal. Der Harry-Potter-Marathon zeigte acht Filme innerhalb von 24 Stunden und das Spektakel war sehenswert.

Marius Fröhlich, Theaterleitung im Cineplex Konstanz, und sein Team freuten sich über eine gelungene Veranstaltung.

Es fing alles mit einer Ankündigung auf dem Facebook-Profil vom Cinestar Konstanz, welche mit hunderten Gefällt-mir-Angaben und tausenden Kommentaren geflutet wurde. Damit hatten die Veranstalter nicht gerechnet. Als Anfang September der Vorverkauf losging, war den Veranstaltern vom Cinestar Konstanz dann endgültig klar, dieses Event wird gross. Zwei ausverkaufte Kinosäle und damit 501 besetzte Plätze später war es so weit.
Am Samstag, 13. Oktober, tummelten sich zahlreiche Gestalten in Umhängen vor dem Kino in Konstanz. So viele Verkleidete und Maskierte sieht man sonst nur an Fasnacht, scherzte ein Passant, der das Treiben beobachtete. Nachdem alle ein goldenes Bändchen bekommen hatten, das sie als Teilnehmer am 24- Stunden-Marathon kennzeichnete, konnten die Teilnehmer ihre Plätze einnehmen. Doch es gab auch viel mehr zu entdecken als nur seinen Sitzplatz. Die Veranstalter boten den Besuchern mehr als nur einen gemütlichen Kinoabend. Eine Ecke mit kostenlosen Kaffee und Tee war eingerichtet, Kerzen «schwebten» von der Decke im Foyer und eine Fotowand mit einer Nachbildung des Gleises 9 3/4 lud zum Fotosmachen ein.
Es gab sowohl einen sprechenden Hut, der einen in sein Haus einordnet und die passenden Anstecker dazu, als auch das filmeigene Butterbier zu kaufen. Kurzum: Die Veranstalter hatten sich aus Sicht der Teilnehmer selbst übertroffen.

Euphorischer Startschuss
Um 14 Uhr ging es dann los, alle fanden ihre Plätze und Theaterleiter Marius Fröhlich eröffnete zusammen mit Antonia Werner, Andreas Weinzierl und Sandra Fallscheer Das einmalige Event. Sie erklärten auch den Ablauf für die nächsten 24 Stunden: um 22 Uhr gibt es Kürbissuppe und bis 8.56 Uhr kann man sein Foto für den Fotowettbewerb hochladen, hiess es da, und die Veranstalter trafen auf hochmotivierten Applaus. Der Saal 7 begann jeweils 30 Minuten nach Saal 5 um 14.30 Uhr seinen ersten Filmteil, um überlaufende Popcorntheken und Toiletten zu vermeiden.

Durchhaltevermögen gefragt
Dann hiess es durchhalten. Um kurz nach 22 Uhr genossen alle Kürbissuppe für einen kleinen Obolus, welche vom Deli Restaurant im Lago zur Verfügung gestellt wurde. Viele sassen auf Bänken oder dem Boden und debattierten ihren liebsten Film der Harry- Potter-Reihe oder wie die Bücher sich von den Filmen unterscheiden. So einige konnten von Hardcore «Potterheads» noch was lernen, bevor es in den nächsten Film ging.
Was als einfaches Unterfangen begonnen hatte, zeigte sich in der fünften Pause um 2.16 Uhr als richtige Herausforderung. Einige gaben auf, andere machten Gymnastik, um wach zu bleiben oder gingen in der frischen Nachtluft spazieren. Katja Briss war aus Luzern mit ihren beiden Töchtern angereist und sah das ganze eher gelassen «Ich habe jetzt meinen sechsten Kaffee und halte mich besser als einige der Jungen», erzählt sie lachend. Sowohl aus vielen Teilen der Schweiz als auch aus den hinteren Ecken Deutschlands waren Menschen angereist, um an der Veranstalung teilzunehmen. Man traf Besucher aus St. Gallen, Zürich, Winterthur, Einsiedeln und Dietikon, als auch Potterheads aus Hannover, Berlin, Stuttgart und München. Der kulturelle Austausch war dadurch enorm.

Harry Potter statt Einkaufen
Klaus Schoff aus Zürich, hatte eigentlich geplant, mit seiner Frau den verkaufsoffenen Sonntag in Konstanz zu besuchen. «Aber wann kann man alle Harry-Potter-Teile hintereinander auf der grossen Leinwand gucken, oder?», lachte er. Seine Frau Bea stimmt da zu: «Einkaufen können wir immer mal, aber wir sind Fans der Serie seit Anbeginn und da konnten wir nicht widerstehen.» Sie hatten die Karten spontan auf Facebook von einem Paar erworben, das krank geworden war. Viele treffen hier auf Gleichgesinnte, das Alter reicht von 18 bis etwas über 50 Jahre und alle sind sich einig: «Zu alt ist man für Harry Potter nie.»

Wenn der Kinosaal zum Schlafsaal wird
In den nächsten Pausen um 4.34 Uhr und 7.26 Uhr gaben wieder einige auf, andere nutzen die einstüdige Pause bis 8.26 Uhr, um kurz die Augen zu schliessen. Der Saal glich inzwischen einem Kuschellager, von Kissen über Decken und Wärmflaschen wurde alles mitgebracht. Die Stimmung erreichte nun einen Höhepunkt, die letzten zwei Filme, und dann ist es geschafft. Aber gerade während diesen letzten beiden konnte man auch das ein oder andere Schluchzen im Saal vernehmen.
Ob Dobby der Hauself oder der geliebte Scherzkeks Fred Weasley den Tod findet, es blieben kaum Augen trocken. Zum Schluss wurde laut applaudiert. Alle waren euphorisch, dass sie es geschafft haben, und freuen sich auf ihr Bett. Die Teilnehmer des Fotowettbewerbs erhielten alle eine Kette mit dem legendären Schnats als Anhänger. Die Gewinner konnten sich über Fanartikel vom Onlineshop Elbenwald freuen.
Die Veranstalter waren sehr zufrieden und konnten viel Lob kassieren, die einzigen Kritikpunkte, die angesprochen wurden, waren die Auswahl beim Tee und ein besseres Angebot an Essen im Kino. Ein gelungeneres Wochenende kann man sich als Potterhead nicht wünschen.

 

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