/// Rubrik: Stadtleben | Topaktuell

Im Schulzimmer ist keine Ecke mehr frei

Kreuzlingen – Mit 150 zusätzlichen Schülern rechnet die Primarschulgemeinde in den nächsten vier Jahren. Für diese stehen derzeit nicht genügend Schulzimmer zur Verfügung, weshalb die Behörde kräftig bauen will. Die Sekundarschulgemeinde hofft derweil auf ein baldigen Rückgang ihrer Ausgleichszahlungen an finanzschwache Schulgemeinden und senkt ihren Steuerfuss schon einmal vorsorglich.

Müssen Platz für die Schülerschar schaffen: Hans Jürgen Michael (v.l.), Markus Blättler, Michael Thurau und Susanne Burgmer.  (Bild: sb)

«Wir platzen bald aus allen Nähten», macht Markus Blättler, Vize-Präsident der Primarschulgemeinde, das derzeitige Platzproblem deutlich. Allein für nächstes Jahr rechnet die Behörde mit 31 Neueinschulungen, bis ins Jahr 2022 soll die Zahl von heute 1334 auf 1481 Schüler steigen. Für all diese Kindergärtler, Erstklässler und Förderklassen stehen derzeit nicht genug Schulzimmer bereit. In ihrem Finanzplan rechnet die Primarschule bis in Jahr 2029 deshalb mit Investitionen von 21 Millionen Franken.

Viele Volksentscheide nötig
Über das erste Kreditbegehren muss das Stimmvolk bereits am 25. November entscheiden. Für 800’000 Franken soll auf der Wiese beim Wehrlischulhaus ein zweiter Kindergarten mit Platz für 20 Kinder gebaut werden.

Die Abstimmung im Februar 2019 für mehr Tagesbetreuungsplätze wird wegweisen sein, um die Horte im Seetall, Weinburg und Tannegg Ausbauen zu dürfen. Darüber werden die Stimmbürger im Mai befinden müssen. Aber nicht nur für die kleinsten wird gebaut, auch Primarschüler brauchen neue Klassenzimmer. Beim Wehrlischulhaus wird derzeit ein Anbau geplant. Kostenpunkt: 2,7 Millionen Franken.

«Das Wehrli wurde 1952 mit ganz anderen Vorstellungen von Schule eröffnet, als das wir sie heute haben», erklärt Schulleiter Hans Jürgen Michael. Unter anderem fehlt es derzeit an Gemeinschaftsräumen. Auch im Schreiberschulhaus und im Seetal benötigt man mehr Schulzimmer. Finanziell gesehen kann sich die Primarschulgemeinde die Investitionen leisten. Für das nächste Jahr wird mit einem Einnahmenüberschuss von 366’000 Franken gerechnet.
Primar- und Sekundarschulen verwalten zusammen Immobilien im Wert von 150 Millionen Franken. Diese auf Vordermann zu halten und zu sanieren oder zu erweitern ist eine komplexe Aufgabe. Die Schulgemeinden überlegen sich deshalb derzeit, extern oder intern eine Stelle als Liegenschaftsverwalter zu schaffen.

Steuern auf Vorrat gesenkt
Bei der Sekundarschule kommt es erst in ein paar Jahren zu diesen Platzprobleme. Zu Buche schlägt jedoch weiterhin der Finanzausgleich an finanzschwächere Schulgemeinden. Sieben Millionen Franken, beziehungsweise 30 Prozent des gesamten Aufwands, fliessen 2019 an diese ab. Eine Entlastung bringt die derzeitige Revision des Beitragsgesetze . «Damit könnten wir im Jahr 2021 fünf Millionen Franken sparen», rechnet Finanzchefin Susanne Burgmer vor. Das entspricht rund sieben Steuerprozent. In Hinblick auf die absehbare Entlastung hält es die Sekundarschulbehörde für vertretbar, den Steuerfuss um ein Prozent zu senken. Das fehlende Steuerprozent sorgt dann aber dafür, dass für 2019 mit einem Ausgabenüberschuss von 315’000 Franken gerechnet wird. In Hinblick auf das stolze Eigenkapital und die hohen Fiskalerträge seien Verluste in den nächsten Jahren durchaus vertretbar.

Share Button

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.