/// Rubrik: Stadtleben

Geschmack der Fremde

Kreuzlingen – Treffen sich ein Lama, ein Priester und ein Imam… kein Witz! Am nächsten Samstag, 10. November, laden die drei grossen Kreuzlinger Glaubensrichtungen zu einem interreligiösen Drei-Gänge-Menü.

Laden ein, die verschiedenen Religionen in Kreuzlingen kennenzulernen:
Cihan Bektas (v.l.), Bergit Fischer, Zeljka Blank-Antakli, Georg Weidemann, Rehan Neziri und Sadettin Köse. (Bild: zvg)

Nächste Woche findet in der ganzen Schweiz eine Woche der Religionen statt. Auch in Kreuzlingen haben sich Menschen aus verschiedenen Glaubensrichtungen zusammen an einen Tisch gesetzt, um der Bevölkerung ihre Religionen näherzubringen.

Solch einen runden Tisch gibt es in Kreuzlingen schon seit elf Jahren. Alle sechs Wochen treffen sich Vertreter der christlichen Kirchgemeinden, islamischen und buddhistischen Glaubensgemeinschaften aber auch Dozenten der Pädagogischen Hochschule oder Vertreter der Stadt um sich gegenseitig auszutauschen.

Die Woche der Religionen ist für Zeljka Blank-Antakli, Leiterin der Fachstelle für Integration und Familie, die ideale Gelegenheit, neugierigen Menschen Einblicke zu geben: «Dadurch können in einer Gesellschaft schon viel Unmut und Missverständnisse aus dem Weg geräumt werden.» Auch Sadettin Köse, der neue Imam der Türkisch-Islamischen Gemeinschaft, hat gute Erfahrungen mit dem Austausch mit anderen Religionen gemacht. Er ist erst seit einem Monat in der Schweiz: «Solche Veranstaltungen tragen viel zur Harmonie in einer Stadt bei», ist Köse überzeugt.

Drei Religionen, drei Speisen
Da das gegenseitige Kennenlernen meist am einfachsten über den Magen geht, wurde für Samstag, 10. November, ein interreligiöses Drei-Gänge-Menü organisiert. Gestartet wird um 17 Uhr im Buddhistischen Zentrum an der Nationalstrasse 14. Dort wird die traditionell tibetische Vorspeise Dassi aufgetischt. «Diese süsse Reisspeise mit Rosinen und Nüssen wird nur an speziellen Anlässen gereicht», erklärt Bergit Fischer vom buddhistischen Zentrum. Lama Kunsang, der geistige Lehrer des Zentrums, spricht dann ein Wunschgebet auf tibetisch. «Wir beten zu keinem Gott, sondern wünschen uns Glück oder Gesundheit», so Fischer. Nach dem Essen bietet sich auch die Möglichkeit, die Gebetsräume zu besichtigen oder dem Lama Fragen zu stellen. Für den Hauptgang fahren alle zusammen zur albanisch-Islamischen Moschee an der Romanshornerstrasse 16. Dort wird ein kulturell typisches Gericht aufgetischt. Wer möchte, darf danach dem letzten der täglich fünf islamischen Gebeten beiwohnen. «Der Anlass ist eine gute Gelegenheit, Gäste einzuladen», ist Imam Rehan Neziri überzeugt.

Danach läuft die ganze Gruppe zur Kirche Kurzrickenbach an der Bleichestrasse 11, für den dritten Gang und den Ausklang des Abends. Am nächsten Tag, Sonntag, 11. November, 9.45 Uhr, wird in der reformierten Kirche ein Dialog-Gottesdienst gefeiert. Als Gastredner ist Thomas Niederberger eingeladen. Wer beim sicher abwechslungsreichen Religionsmenü mitessen möchte, muss sich bis zum 5. November anmelden unter integration@kreuzlingen.ch. Die Platzzahl ist aufgrund der Räumlichkeiten beschränkt.

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