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Das Märchen von der «weissen Weste»

Leserbrief – Xaver Dahinden aus Kreuzlingen ist mit dem aktuellen Geschehen in der Schulbehörde nicht zufrieden und hofft auf Aufklärung nach der Schulpräsidentenwahl.

{Bild: S. Hofschlaeger / pixelio.de)

Am 29. Oktober teilte das Departement für Erziehung und Kultur mit, es werde in der Kreuzlinger Schulaffäre keine aufsichtsrechtlichen Massnahmen ergreifen. Die Schulbehörde Kreuzlingen erklärte diese Information danach sofort zu ihrem Freibrief. In eigenwilliger Leseart will sie sich damit rein waschen und uns einreden, sie habe alles richtig gemacht.

Beim genauen Durchlesen der Departements-Meldung ergibt sich eine andere Interpretation: Der Kanton kann keine Fakten feststellen, die den Rücktritt des Kreuzlinger Schulpräsidenten rechtfertigen.

Ich meine, eine integre und faire Behörde müsste ihre Fehler zugeben und dafür gerade stehen.

Schluss mit Halbwahrheiten und Vertuschungen – wählen wir René Zweifel als Schulpräsidenten!

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3 thoughts on “Das Märchen von der «weissen Weste»

  1. ch. weiss

    Sorry, aber das ist doch eine sehr kreative Auslegung der Mitteilung des Departements für Erziehung und Kultur (DEK). Da steht nämlich nichts davon, dass das Departement „keine Fakten feststellen (konnte), die den Rücktritt des Kreuzlinger Schulpräsidenten rechtfertigen.“ Das DEK erklärte: Im Rahmen seiner Abklärungen sei es „zum Schluss gekommen, dass die Voraussetzungen für aufsichtsrechtliche Schritte des Kantons nicht erfüllt sind. Aufsichtsrechtliche Massnahmen seien insbesondere dann zu ergreifen, wenn ein rechtswidriger Zustand besteht. “ Dieser bestehe nicht, weshalb es eben keinen Grund gebe, einzugreifen. Von fehlenden Fakten etc. ist nirgends die Rede. Als Aussenstehende finde ich es seltsam, dass von manchen Leuten/Leserbriefschreibern hier immer pauschal davon ausgegangen wird, dass ausschliesslich die Schulbehörde Fehler gemacht hat. Könnte es nicht sein, dass auch der zurückgetretene Schulpräsdient Fehler gemacht hat? Wenn 14 Personen in zwei Behörden, aus unterschiedlichen Parteien und Gemeinden zum Schluss kommen, man könne mit einer weiteren Person – in diesem Fall dem Präsidenten – nicht mehr zusammenarbeiten, könnte es dann nicht sein, dass es einen Grund für diese einhellige Meinung gibt? Und könnte es nicht auch sein, dass eine völlige Offenlegung der Gründe für die Trennung, (auch) dem Zurückgetretenen schaden könnte, der ja evtl. wieder einmal andernorts eine Stelle braucht?

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    1. Xaver Dahinden

      Geschätzte Frau Weiss
      Zugegeben, was ich formuliert habe, ist eine der möglichen Interpretationen. Ich bin drauf gekommen, weil ich eine entsprechende Äusserung von „kompetenter“ Seite erhalten habe. Allerdings müssen in dieser Sache ja alle, die etwas wissen, schweigen. Dabei ist ein gewähltes Gremium zu allererst einmal auskunftspflichtig und muss seine Entscheide erklären. Andernfalls kommen Gerüchte und Verdächtigungen auf. Von 14 Behördemitgliedern haben13 für den Rücktritt unterschrieben. Im Zusammenhang mit dem gesamten Vorgehen sind aber so viele Fragen aufgetaucht, die eine Untersuchungskommission klären muss. Die Indizien, dass es sich um persönliche und politische Differenzen und Manöver handelte, sind frappant. René Zweifel würde diese Aufklärung begrüssen, sofern das Verfahren korrekt läuft. Er würde dadurch rehabilitiert. Dies wäre für seine Zukunft wichtig, nicht das unselige Verheimlichen.

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      1. ch. weiss

        Sehen Sie, Herr Dahinden, das ist doch das Problem mit „Interpretationen“ und Äusserungen von „kompetenter Seite“ – sie fallen unterschiedlich aus, je nach dem, in welcher „Filterblase“ man sich bewegt. Wenn man sich genau an das hält, was der Kanton schreibt, dann hat der Kanton schlicht gesagt, es bestehe kein rechtswidriger Zustand und deshalb auch kein Grund für ein aufsichtsrechtliches Eingreifen. Nun stand das aber doch auch nie wirklich in Frage – der Kreuzlinger Fall ist ja nicht der einzige im Kanton, in dem die Zusammenarbeit zwischen (Schul-)Behörde und PräsidentIn so angespannt war, dass der/die PräsidentIn aufgefordert oder unaufgefordert zurücktrat. René Zweifel selbst hat selbst von unterschiedlichen Auffassungen über die Führung der Schulgemeinden gesprochen, die nicht ausgeräumt werden konnten, wozu – nach seinen Angaben – auch gehörte, dass er eine zusätzliche Kaderstelle einrichten wollte. (veröffentlicht in „Kreuzlinger Nachrichten“ v. 10.07.18). Später erklärte sich die Schulbehörde mit einer Untersuchungskommission einverstanden (nach einem Runden Tisch), Zweifel signalisierte Einverständnis „wenn die Bedingungen stimmen“. Wie wäre es denn einmal mit genauen Aussagen dazu, was damit gemeint ist?.
        Mir scheint, dass die Probleme gegenseitig sind. Natürlich möchte die Allgemeinheit (wozu auch ich gehöre) gerne genauer wissen, was da in dem Dreivierteljahr ohne Schulpräsident in der Behörde passiert ist und warum keine Einigung mehr möglich war. Mit dem Stillschweigen zum Rücktritt wiederum war ja auch Zweifel einverstanden, weshalb es (mir zumindest) unredlich erscheint, dieses Stillschweigen alleine der Rest-Behörde anzukreiden.
        Aber so lange die genauen Umstände öffentlich nicht geklärt sind, scheint es mir doch sinnlos, die alte Situation wieder herstellen zu wollen, in der eine Behörde und ein Präsident zusammenarbeiten sollen, die offensichtlich nicht kompatibel sind. Dadurch provoziert man den Rücktritt der gesamten restlichen Behörde, die genauso vom Volk gewählt wurde wie René Zweifel. Nun kann ich zwar vermuten, das sei das angestrebte Ziel des Aufrufs, den zurückgetretenen Präsidenten wieder zu wählen, aber ich möchte das nicht unterstellen. Zweifels Aussagen in der Presse, er warte mit seiner Entscheidung, ob er antrete, darauf, ob es einen zweiten Wahlgang gebe, erwecken in mir nicht den Eindruck, da gehe es jemandem um das gute Funktioniern der Schulgemeinde.

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