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«Dienst an der Gesellschaft»

Lengwil/Kreuzlingen – Ralph Huber aus Lengwil ist seit zehn Jahren Schulleiter der Schule Bernegg. Nun stellt er sich als Kandidat für den Gemeinderat Lengwil zur Verfügung. Im Interview erzählt er, warum das Amt ihm am Herzen liegt, was seine Prioritäten sind und warum er in Lengwil seine Heimat gefunden hat.

Huber scheut weder die Arbeit noch die Herausforderung. (Bild: Ann-Marie Köhn)

KLZ: Herr Huber, warum wollen Sie in den Gemeinderat Lengwil?
Ralph Huber: Im Schweizer Milizsystem braucht es Personen, welche Zeit zur Verfügung stellen und exekutive Ämter für ein paar Jahre übernehmen. Dies ist nötig, damit das System über Generationen funktionieren kann. Zudem ist es ein guter Dienst an der Gesellschaft. Gerne möchte ich neben Zeit auch meinen Erfahrungsrucksack und meine Kompetenzen zum Wohle unserer Gemeinde einbringen. Kurz gesagt: Der Reiz ist, die Gemeinde mitzusteuern und Verantwortung zu übernehmen.

Welches Departement werden Sie übernehmen?
Voraussichtlich werde ich das Soziale Departement übernehmen. Claudia Ilg hat viele Jahre in dem Departement gewirkt und tritt nun zurück. Entsprechend würde ich ihr Departement weiterführen.

Was für Aufgaben sehen Sie in der Zukunft für das Departement Soziales, wenn Sie gewählt werden?
Es ist wichtig sowohl die Leistungen als auch die Kosten im Blick zu haben, sodass beides in einem optimalen Verhältnis zueinander steht. Claudia Ilg hat mir in einem Vorgespräch gesagt, dass sie versucht hat, das Prinzip «Hilfe zur Selbsthilfe» umzusetzen, was mich inhaltlich überzeugte und weiterzuführen ist.

Schulleiter und Gemeinderat: Passt das organisatorisch alles zusammen? Meinen Sie, da müssen Sie etwas umstellen?
Beruflich bin ich zeitlich gut eingespannt. Schulleiter ist ein Beruf, der einen fordert und positiv in Anspruch nimmt. Darum wird sich an meinem beruflichen Engagement nichts ändern. Meine Familienzeit ist mir wichtig. Denn ich habe zwei Kinder, fünf und sieben Jahre alt, und eine tolle Frau. Wenn ich also etwas Neues anpacke, muss ich andernorts eine Vereinstätigkeit reduzieren oder eben früher aus den Federn. Alles andere wird sich einpendeln.

Ihre Familie steht da voll hinter Ihnen?
Ja, natürlich. Wir haben dies diskutiert und insbesondere auch mit Claudia Ilg den zeitlichen Aspekt beurteilt. Ich denke, man muss das Amt so ausüben, wie das zeitlich passt, und entsprechende Prioritäten setzen.

Haben Sie sich beworben oder ist man auf Sie zugekommmen?
Das Gemeindeforum ist auf mich zugekommen und auch die SVP hat mich angefragt. Nach reiflicher Überlegung habe ich dann beiden zugesagt und bin mit dem Gemeindeforum Lengwil den Weg gegangen, mich aufstellen zulassen.

Sie sind der einzige Kandidat für den Posten. Wenn noch jemand anderes im Rennen wäre, was würden Sie den Leuten, die Sie wählen sollen, sagen?
Als einziger Kandidat muss ich mich nicht abgrenzen. Aber ich scheue weder die Verantwortung noch die Arbeit. Ich kann effizient und zielorientiert arbeiten und Projekte umsetzen. Ganz wichtig finde ich den gesunden Menschenverstand.

Was sind drei wichtige Kompetenzen, die ein Gemeinderatsmitglied Ihrer Meinung nach haben sollte?
Entscheiden: Ganz wichtig ist die soziale Kompetenz, um lösungsorientiert Arbeiten und Kommunizieren zu können. Dabei spielt eine gesunde Streit- oder Diskussionskultur die zentrale Rolle. Meinungen sollen gegebenenfalls gemeinsam sachlich überdacht, vertieft und zum Wohle der Gemeinde erneuert werden können. Umsetzen: Die Führungskompetenz beinhaltet meines Erachtens langjährige Erfahrung im Planen und Umsetzen von Projekten. Beteiligte sollen wissen worum es geht und Projekte motiviert zum Erfolg mittragen.
Überprüfen: Mit gesundem Menschenverstand sollen Ausgaben und Leistungen alternierend kritisch überprüft werden. Den Menschen dabei im Zentrum zu behalten bedarf einer gewissen Achtsamkeit.

Was bedeutet Lengwil für Sie?
Für mich bietet Lengwil eine hohe Lebensqualität und Heimat. Ich glaube die Menschen in Lengwil sind gut verwurzelt und bodenständig. Ich schätze das sehr. Die nahegelegenen Vereins- und Kulturangebote, die lebendige Schule und die vielen Familien mit Kindern prägen das Dorfleben positiv. Wir haben Potenzial in der Gemeinde, vor allem auch im Bereich Wirtschaft und Gewerbe. Ich lebe bald sieben Jahren hier und habe viele Menschen kennenlernen dürfen.

Also eine sehr familienfreundliche Gemeinde ?
Extrem, meine Frau und ich scherzen wiederholt, dass unsere Kinder eine Bilderbuchkindheit haben.

Was würden Sie sich für die Zukunft für Lengwil wüschen?
Für mich ist wichtig, dass man miteinander redet und sich in Dorfangelegenheiten austauscht. Die Qualitäten sollen erhalten und nach Bedürfnissen erweitert werden.

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