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Mehr Platz für Fussball

Kreuzlingen – Die beiden Kreuzlinger Fussballvereine sind nicht nur erfolgreich in ihrer Liga, sondern haben auch viele Mitglieder. Damit diese alle trainieren können, möchte die Stadt seit geraumer Zeit mehr Spielfläche schaffen. Für 2,85 Mio. Franken soll nun ein Kunstrasenplatz im Döbeli entstehen.

Eine Tribüne samt Beleuchtung soll um den neuen Fussballplatz entstehen. Mit Bäumen und Grünflächen wird gleich das ganze Gebiet aufgewertet. (Bild: zvg)

Fussballplätze werden ja gerne zur Hand genommen, um die Dimensionen von grossen Flächen zu veranschaulichen. Kein Wunder also, dass es bei den geringen Landreserven in Kreuzlingen gar nicht so einfach ist, solch grosse Bauflächen für einen neuen Fussballplatz zu finden. Grünen Flecken gibt es derzeit noch im Tägermoos mit seinem Naherholungsgebiet und den Gemüsefeldern. Der Fussballverein AS Calcio trainiert dort im Quartier Döbeli, direkt an der deutschen Grenze. Naheliegend also, dass der Stadtrat mit seinem Stadtentwicklungsplan 2012 das Zentrum für den Kreuzlinger Fussball auf diese weitläufigen Flächen verlegen wollte.

Konstanz spielte nicht mit
Doch ganze so einfach liess sich dieser Plan nicht realisieren, denn obwohl das Tägermoos Schweizer Staatsgebiet ist, gehört das Land Konstanz. Bei den Kleingärtnern und Bauern ennet der Grenze stiessen die Kreuzlinger Fussballträume auf wenig Gegenliebe. Der Konstanzer Gemeinderat entschied deshalb keine grossen Erweiterungen auf Kosten der Schrebergärten zuzulassen. Einzig für einen Fussballplatz zeigte er sich gewillt, den derzeitigen Mietvertrag zu erweitern. Fast drei Jahre haben diese Abklärungen beim Nachbarn gedauert, langfristig liebäugelt Kreuzlingen deshalb damit, ihre Fussballplätze ins Seezelg neben dem Schwimmbad Hörnli zu zügeln.

Fussball ist König
846 Mitglieder mit 32 Mannschaften haben die beiden Kreuzlinger Fussballvereine derzeit zusammen. Auf den fünf städtischen Fussballfeldern kommt es deshalb gerne mal zu Engpässen. Um den mittelfristigen Bedarf der Kicker zu decken, legt der Stadtrat nun Pläne für einen neuen Kunstrasenplatz im Döbeli vor. 2,85 Millionen Franken soll das ganze Projekt kosten. Darin enthalten sind auch Umgebungsarbeiten wie die Bepflanzung mit Bäumen, das Erstellen von Zäunen und der Beleuchtung sowie neuen Strom- und Wasserzuleitungen. Mit 1,7 Mio. Franken schlägt jedoch der Sportplatzaufbau sowie der Kunstrasen am höchsten zu Buche.
«Die Kosten sind gegenüber unserem ersten Kunstrasenplatz im Gebiet Klein Vendig vor allem wegen dem schwierigen Boden so teuer», erklärt die zuständige Stadträtin Dorena Raggenbass. Auf dem derzeitigen Gemüsefeld muss erstmals ein 40 Zentimeter dicker Untergrund erstellt werden, bevor die drei Zentimeter dicke Schicht Kunstrasen verlegt werden kann. Dieser Teppich hält dann zwischen zwölf und 15 Jahren, bevor er ausgewechselt werden muss. Hinzu kommen Drainagen, damit Regenwasser abfliessen kann, und Bewässerungsanlagen, damit der Plastik im Sommer nicht zu heiss wird.

Das ganze Jahr über tschuten
Dass sich die Stadt trotz der hohen Investitionskosten dennoch für einen Kunstrasen gegenüber einem Naturrasen entschieden hat, liegt vor allem in der Nutzbarkeit: «Ein Kunstrasenplatz zählt praktisch für zwei Fussballfelder», so Raggenbass. Besonders im Winter kann dadurch weiterhin draussen trainiert werden. «Damit werden Hallenplätze für andere Sportarten frei», freut sich die Vorsteherin des Departements Gesellschaft. Durch die Umgebungsarbeiten soll das Döbeli zudem zu einem Naherholungsgebiet für die Anwohner werden. Angedacht sind auch Überführungen, um direkt nach Konstanz zu gelangen. Gleich neben dem ligatauglichen Kunstrasenplatz entsteht zudem ein Bolzplatz, auf dem man sich auch ohne Reservation austoben darf – auf echtem Gras.

Bevor es soweit ist, müssen jedoch die Kreuzlinger Stimmbürger am 10. Februar knapp drei Millionen Franken bewilligen. Im Gemeinderat wird das Geschäft am nächsten Donnerstag behandelt. Läuft alles wie geplant, rollen die ersten Bälle im Mai 2020 über den neuen Fussballplatz.

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One thought on “Mehr Platz für Fussball

  1. Bruno Neidhart

    Eine sinnvolle Botschaft! Die beiden Fussballvereine der Stadt übernehmen besonders durch ihre breite Jugendarbeit eine wertvolle gesellschaftliche Funktion. Da das Döbeli-Kunstrasenfeld (des AS Calcio) 100×64 m aufweist, zudem mit einer lux-genügenden Beleuchtungsanlage ausgestattet werden soll, reicht das Spielfeld nach Verbandsvorstellungen bis zur 2. Interregionalen Liga als Spielort. Die Anlage soll mit einer zweistufigen kleinen Tribünenanlage (Stehstufen) ausgestattet werden. Ein zuschauerfester Belag um das Spielfeld befindet sich nach Plan hingegen lediglich auf einer Längs-, sowie Breitseite des Platzes.

    Das erste Kunstrasenfeld auf Klein Venedig (des FC Kreuzlingen) misst schwache 94×60 m. Auf Stehstufen wurde verzichtet. Die Platzgrösse war wohl einem Kompromiss geschuldet, da die Anlage bis an die Seekante geriet und einer leichten Verschiebung des Hauptfeldes bedurft hätte, um eine ligabezogene, sinnvollere Kunstrasenplatzgrösse zu ermöglichen. Da auf Klein Venedig stadtseits noch immer kein „Planungshorizont“ existiert, was hier Sportplätze allgemein (nicht nur Fussball), sowie im Besonderen das ganze Gebiet grenzüberschreitend-städtebaulich betrifft, sind hier weitere Investition problematisch.

    Bei „Fussball“ und „Seezelg“ wäre festzuhalten, dass es allgemein „bei den geringen Landreserven“ (Emil Keller) auch im Osten der Stadt immer enger wird, wachsen doch dort Begehrlichkeiten mindestens von drei Seiten heran (Tennis, Fussball, Reka). Insofern wünscht man sich hier eine rasche, verbindliche Gesamtplanung, die eine Bestandsgarantie auf sehr lange Sicht ergeben würden.

    Die Frage, ob grundsätzlich auch Kreuzlingen (als erklärte Sportstadt) in absehbarer Zeit über eine veritable, kleine schmucke Freiluft-Sportarena verfügen sollte (die z.B. auch anderen gesellschaftlichen Anlässen der Stadt zu taugen hätte!), könnte sich spätensten dann stellen, wenn durch Ambitionen der Fussballclubs eine deutlich höhere Ligadimension sichtbar würde. Wo, und unter welchen Voraussetzungen dann „getschuttet“ werden sollte, könnte die Platzfrage rasch ins Zentrum befördern. Was hiesse, dass bereits heute im Rahmen des Erstellens neuer Sportanlagen Überlegungen einzubringen wären, die sich zusätzlich auch mit diesem Thema zu befassen hätten.

    Das „Burgerfeld“ als zukünftige „zentrale Arena“ für höhere Ansprüche? Fussball wird heute lieber „näher an der Platzkante“ geschaut. Das Burgerfeld ist durch seine grosse Dimension dazu also eher weniger geeignet (obwohl hier bereits erstligamässig gespielt wurde, wie ich mich zu erinnern glaube…). Zudem mischt sich da alles: Schulsport, Turnsport, Leichtathletik, u.a. Auch der Kanton meldet seine Interessen an. Derzeit ist die Anlage weder durchgehend zweckmässig, noch durchgehend „ästhetisch“ ausgebaut. So war etwa die schmale „Tribünen“-Überdachung ehemals eher ein Schnellschuss als Provisorium für eine Turnveranstaltung gemeint („Es sind die Provisorien, die dauern“ – heisst es dazu im Französischen!). Und so wäre denn im Burgerfeld viel zu verändern, um letztlich ein propere Arena zu erhalten – bei allen Vorteilen – wie: zentral gelegen/öffentlich verkehrsmässig gut angeschlossen/Parkaus (ev.) am Hafenbahnhof, usw.

    Zusammen mit dem Döbeli-Kunstrasenfeld sollte die Kreuzlinger Freiluft-Sportplatzfrage stadtseits also wiedermal gesamthaft dargestellt werden. Jetzt mal für einen wirklich konkreten „Planungshorizont“! Dabei stünde das, was auf Klein Venedig zu geschehen hat, zweifelsohne als Frage im Zentrum. Sie ginge allerdings weit über eine Sportplatzfrage hinaus. Wie stehen hier die Aussichten für eine verlässliche Zukunftsplanung? Haben die Ergebnisse eines bereits durchgeführten, internationalen Planungs-Wettbewerbs für Klein Venedig überhaupt noch irgend eine Relevanz? Ist man hierzu mit Konstanz weiterhin im Gespräch? Viele Fragen – ungelöst…..

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