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Bodanquartier steht vor grossem Wandel

Kreuzllingen – Stadtbaurat Zülle informierte beim Quartierverein Bodan über neue Ideen zur Aufwertung des Zentrums. Die Mitglieder nahmen die Vorstellungen gelassen auf.

Ernst Zülle, Barbara Kern und Bernard Roth, Präsident des Quartiervereins Bodan, an der Info-Veranstaltung. (Bild: Inka Grabowsky)

«Den Boulevard werden wir weiträumig umfahren», hatte Bernard Roth, der Präsident des Quartiervereins Boden, bei der Vorstellung der Themen angekündigt. Doch so ganz funktionierte das nicht. Eingeladen für die traditionelle Veranstaltung «Der Stadtrat im Quartier» war neben Barbara Kern, die das Alterskonzept der Stadt vorstellte, Ernst Zülle, der zu «Bauten und Verkehr in und ums Quartier» referierte. Und dabei kam die verkehrsberuhigte Hauptstrasse automatisch immer mit zur Sprache. Sie liegt schliesslich nicht nur mitten im Quartier, sondern verbindet auch diverse Baustellen der Stadt.

Gratispendelbus über die Grenze
Die neue Idee, den Helvetiaplatz mit einem autonom fahrenden Elektrobus mit dem Konstanzer Schnetztor zu verbinden, dient naturgemäss der Belebung der Kreuzlinger Innenstadt. «Im Augenblick haben wir eine viel zu breite Strasse, die ihre Funktion als Hauptachse seit der Schliessung des Hauptzolls verloren hat», erklärt Zülle. «Sie wird quasi als Parkplatz missbraucht. Dafür ist sie zu schade.» Nur einmal im Jahr, beim grenzüberschreitenden Flohmarkt, sei der Weg für Passanten attraktiv. Das wolle man ändern. «Es muss Freude machen, dort entlang zu gehen.» Mit dem ersten selbstfahrenden Elektrobus zwischen zwei Ländern hätte man geradezu eine Touristenattraktion, die über das Agglomerationsprogramm wahrscheinlich sogar vom Bund gefördert würde. «Eventuell könnte man die Fahrt sogar gratis anbieten», stellt Zülle in Aussicht. «So teuer ist das gar nicht.» Auf Konstanzer Seite sei die Begeisterung für die Idee ebenfalls gross. «Wir arbeiten eng zusammen, aber man braucht viel Geduld.»

Fussgängersteg kommt erneut
Der Helvetiaplatz soll auch Endpunkt des Fussgängerstegs sein, von dem Ernst Zülle immer noch träumt. Der Planungskredit für die Brücken-Verbindung zur Seestrasse war ihm vom Gemeinderat allerdings gestrichen worden. «Ich werde es für das Budget 2020 wieder versuchen», sagt der Politiker. «Der Steg könnte insbesondere im Sommer viele Menschen vom See in die Innenstadt holen.» Das Bauvorhaben wäre ehrgeizig, eine Machbarkeitsstudie unabdingbar, aber es wäre unheimlich wichtig für die Stadt. «Das ist für mich das, was die Detaillisten brauchen könnten. Deshalb lasse ich nicht locker. Irgendwann bringe ich die Mehrheit zusammen.» Die Planungen für die Gestaltung der Stadt am anderen Ende des Boulevards, am Busbahnhof, ist schon erheblich konkreter. Ernst Zülle stellte einen ersten Entwurf vor, der nach 2022 – nach dem Abschluss der Bauarbeiten am Stadthaus – umgesetzt werden könnte, wenn alle Gremien ihm zustimmen würden. Für 1, 3 Millionen Franken würde der provisorisch reparierte Bärenkreisel etwas verschoben, um für mehr und grössere Busse Platz zu schaffen. Die Anlage würde sowohl für Fussgänger als auch für Velofahrer sicherer und barrierefrei. Im Zuge der Bauarbeiten würde der Dreispitzpark saniert und aufgewertet.

Verzögerungen beim Stadthaus
Nach der Erstellung des Stadthauses steht eine Neugestaltung des Strassenstücks zwischen Löwenplatz und Klosterkirche an. Zülle rechnet mit einer Realisierung bis 2027. Schon im nächsten Sommer wird die Sonnenstrasse saniert und mit Bäumen versehen. Die Aufenthaltsqualität soll so merkbar verbessert werden. Das Vorhaben war durch einige Einsprachen verzögert worden, weil Parkplätze für die Pflanzen geopfert werden. Keine Einsprachen gäbe es bisher beim Hallenbad, anders als beim Stadthaus, wo vier Einsprachen einen Marschhalt verursacht hätten. «Ich rechne dadurch mit ein bis zwei Jahren Verzögerung», sagt Ernst Zülle. Noch für den Herbst kommenden Jahres sei die Volksabstimmung über das Parkhaus beim Hafenbahnhof geplant. Für das Areal zwischen dem Konstanzer und Kreuzlinger Hafen arbeite man gemeinsam mit der Nachbarstadt an einer Neu-Definition.

geschrieben von Inka Grabowsky

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