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Die Gastgeberinnen vom Rosenegg

Kreuzlingen – Das Museum Rosenegg ist seit Jahren ein fester Teil der Kreuzlinger Kulturlandschaft. Wie bei vielen anderen kulturellen Unterfangen würde auch die Rosenegg nicht ohne ehrenamtliche Mitarbeiterinnen auskommen. Insgesamt 13 Damen helfen momentan an den drei Öffnungstagen, damit im Museum alles seinen geregelten Gang geht.

Die Damen vom Rosenegg (und der Herr) freuen sich immer über Besucher und Interessierte im Museum und auf Veranstaltungen. (Bild: Ann-Marie Köhn)

«Die Damen sehen sich mehr als Gastgeberinnen, statt als Ehrenamtliche», erzählt Yvonne Istas. Sie hat den Posten der Museumsleitung im Juli 2017 von Heidi Hofstetter übernommen. Die Leitung war seit 1998, wie vieles im Museum Rosenegg, ehrenamtlich geführt worden. Die Damen vom Rosenegg kennen sich in allen Ausstellungen aus und bekommen für neue Sonderaustellungen eine weitreichende Einführung. In einem kleinen Cafè im Haus bieten sie Besuchern Kaffee an und bedienen zudem die Kasse und die Computer. Besucherbetreuung und kompetente Beratung gehören ebenso zu den Aufgaben wie das Licht anzustellen und die Tür zu öffnen. Sonderveranstaltungen stehen ab und an auch auf dem Plan, ebenso wie Weihnachtsbasteln oder Apero vorbereiten.

«Es ist von Zeit zu Zeit etwas anstrengend, wenn man die Treppen hoch und runter muss, einige Stunden vorbereitet und dann noch bei der Veranstaltung assistiert», erzählt Elisabeth Krüger. Sie liebt aber den Beitrag, den sie leisten kann und opfert dafür gerne mal ihre Zeit oder Sonntag auf. Jeder merkt gleich: Diese Damen machen ihre Aufgaben gerne. In kollegialer Atmosphäre springt jeder auch kurzfristig ein, wenn es nötig ist. «Das schätze ich sehr an unseren Damen», sagt Istas. Einige wie Marianne Vögeli und Heidy Brenneis sind schon seit über zwölf Jahren dabei. Durch die breite Aufstellung der Themen im Museum können einige der Ehrenamtlichen persönliches einbringen. «Ich habe auch schon Stadtwissen einbringen können, ich weiss zum Teil nämlich noch wie die Sachen früher mal aussahen», erzählt Vögli über eine vergangene Ausstellung zum Stadtteil Emmishofen.

Was man zurückbekommt
Die Hauptmotivation ist für die Gastgeberinnen vor allem das Miteinander. «Sei es das Miteinander untereinander oder mit Besuchern, Kindern oder Künstlern», sagt Waldgard Gregor. Die Damen sind immer in Zweier-Teams eingeteilt und so wird es nie langweilig. «Zudem kann ich Kontakt nach aussen halten, das ist im Alter manchmal gar nicht so einfach», ergänzt Sibylle Schneider. Den Teamgeist stärken die Freiwilligen alle zwei bis drei Monate mit Teamsitzungen. Einmal im Jahr wird auch mal ein Ausflug unternommen. Dieses Jahr ging es ins Vineum nach Meersburg. Das gemeinschaftliche Miteinander spührt man, egal wie gross oder klein die Aufgaben sind. Das halbjährliche Infoblatt faltet sich schliesslich nicht von selbst. «Ich habe kein Sekreteriat», erklärt Istas, «das sind viele Umschläge, die befüllt, adressiert und versandt werden müssen, und selbst unsere Hauswartin mit ihren Kindern hat uns letztes Mal geholfen.» Dabei merkt man wirklich die Bandbreite der Aufgaben, die Freiwillige übernehmen, weil es ihnen Spass macht und die helfende Hand gebraucht wird. «Ich hab auch schon einmal eine Wand gestrichen», lacht Schneider herzlich. Aber nicht nur die Damen helfen fleissig, auch Künstler wie Philippe Mahler aus Kreuzlingen halfen ab und an schon mit dem Hängesystem aus, mit dem er durch mehrere Ausstellungen im Rosenegg gut vertraut ist.

Mehr Freiwillige wären willkommen
Istas wünscht sich zum bestehenden Team noch ein oder zwei Engagierte dazu, damit die Damen nicht zu viele Einsätze im Monat leisten müssen und in der Urlaubszeit Entlastung geschaffen werden kann. «Wirklich hilfreich wäre aber jemand, der sich der IT und den Sozialen Medien für das Museum Rosenegg annimmt», berichtet Istas. Momentan übernehmen IT- Fragen der Ehemann der ehemaligen Museumsleiterin Ernst Hofstetter, zusammen mit Praktikant Laurent Schmidt. Schmidt macht im Rahmen seines Geschichtsstudiums in Konstanz ein sechsmonatiges Praktikum im Rosenegg. Er lerne hier viel und könne eine grosse Bandbreite des Museumsalltages entdecken, sowohl vor als auch hinter den Kulissen, berichtet er. Die Damen würden sich sehr über die Verstärkung freuen und betonen, das Team ist offen für Neulinge und Interessierte. «Die sollten aber nicht nur ihre Zeit hier abstehen wollen, sondern auch Interesse für das Haus und die Besucher zeigen», ergänzt Krüger.

Das Museum Rosenegg freut sich über jeden Interessenten an den Ausstellungen, wie auch freiwilligen Tätigkeiten. Mehr zum Museum unter www.museumrosenegg.ch und der freiwilligen Arbeit direkt unter info@museumrosenegg.ch oder +49 71 6728151.

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