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Der Tod ist nicht überall gleich

Kreuzlingen – Der Tod ist für viele kein einfaches Thema und erst recht keines, über das die meisten reden wollen. Dennoch versammelten sich fast 50 Besucher im Kreuzlinger Trösch, um mehr über den Tod und seine Folgen für die Nachkommen zu hören. Die Initiatorin des Abends, Cornelia Herzog-Helg, stellte zuerst die Thurgauische Krebsliga vor. Diese kann in Thurgau auf fachlich geschultes Personal und über 60 ehrenamtliche Mitarbeiter zurückgreifen. Dadurch unterstützen sie Krebsbetroffene und deren Angehörigen.

Manuela Pekin-Zemp (v.l.), Cornelia Herzog-Helg und Marcel Ruchet informierten darüber, was man vor seinem Ableben alles erledigt haben sollte. (Bild: Ann-Marie Köhn)

Nach der Vorstellung übernahmen Marcel Ruchet und Manuela Pekin-Zemp von der Credit Suisse. Die beiden Berater unterstützen seit Jahren Menschen bei der Erbschafts- und Finanzplanung. Während des Vortrags wurde dann der ein oder andere Mythos aufgeklärt. Ehegüterrecht gilt wirklich nur für verheiratete Paare und alle Absprachen bezüglich des Erbes müssen immer vertraglich festgehalten werden und von beiden unterschrieben sein. Beim gesetzlichen Erbrecht ist zudem zu bedenken, dass Konkubinatspartner keine gesetzlichen Erben sind. Dies muss zuvor im Testament oder Erbvertrag festgelegt werden. Und was ist überhaupt der Unterschied zwischen Testament und Erbvertrag?

Ein Testament ist eine einseitige Willenserklärung, die lediglich handschriftlich aufgesetzt sein muss und mit Datum und Unterschrift versehen sein sollte. Der Erbvertrag hingegen ist ein Vertrag mit den Erbberechtigten, der unter Zeugen beglaubigt sein muss. Beim Testament sollte beachtet werden, dass es von jemanden mit Erfahrung im Erbrecht geprüft wird, um zu verhindern, dass Pflichtanteile (diese sind gesetzlich vorgeschriebene Erbanteile) verletzt werden. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann sein Testament vor Zeugen beurkunden lassen, um spätere Anfechtungen, vor allem wegen Urteilsfähigkeit, zu vermeiden. Dann erklärte Marcel Ruchet noch das Erwachsenenschutzrecht und warum ein Vorsorgeauftrag im Falle vom Verlust der Urteilsfähigkeit nicht nur den Betroffenen, sondern auch den Angehörigen viel Kosten und Mühen ersparen kann. «Vorsorgeauftrag und Patientenverfügung sind wichtige Mittel, damit Sie wirklich bekommen, was Sie wollen», erklärte Ruchet. Während der Vorsorgeauftrag mit dem Bankberater erarbeitet werden kann, empfiehlt Ruchet für die Patientenverfügung eher den Hausarzt oder eine Vertrauensperson zu konsultieren.

Die Schweiz ist nicht gleich Deutschland
Die Patientenverfügung sollte zudem alle zwei Jahre neu datiert werden und in jedem Fall maschinell getippt und von Hand unterschrieben sein. Spannend wurde es nochmal bei der Fragerunde. Einige Gäste wurden blasser um die Nase, als sowohl Ruchet als auch Pekin-Zemp den deutschen Gästen mit Schweizer Wohnsitz empfahl, ihre Angelegenheiten für das Schweizer Recht anpassen zu lassen. «Mindestens beim Ehegüterrecht unterscheiden sich die Rechtslagen zwischen Deutschland und der Schweiz auf jeden Fall», sagte Pekin-Zemp. «Auch für den Vorsorgeauftrag ist dies dringend zu empfehlen», schloss sich Ruchet an. In der Schweiz wird der im Vorsorgeauftrag benannte Beistand von der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde geprüft und erhält dann eine Urkunde, welche sie als Beistand ausweist. In Deutschland ist dies nicht der Fall. Ohne diese Urkunde ist es deutschen Angehörigen dadurch oft nicht möglich, Angelegenheiten mit Ämtern in der Schweiz zu regeln. Bloss das deutsche Dokument wird nicht anerkannt.

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