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«Ein ehrliches Training» – Besuch beim Personal Trainer

Tägerwilen – Keine überdimensionierten Kraftmaschinen, stattdessen Medizinbälle, Seilspringen und Zirkeltraining: In Tägerwilen bringt Giuseppe Custodero seine Kunden mit crossfunktionalem Training ins Schwitzen. Die Trainingsmethode mit dem coolen Retro-Touch erinnert an den Sportunterricht in der Schule und liegt voll im Trend. Mit der GC-Fitness-App wird das Training zudem topmodern unterstützt.

Das Training ist hart, macht aber mega Spass. (Bilder: Stefan Böker)

«Roxanne» läuft im Ghettoblaster, während sieben Menschen sich mit verschiedenen Aufwärmübungen bereit für den «Workout of the Day» machen. Jedes mal, wenn Police den titelgebenden Namen der Prostituierten aus ihrem Welthit singen, legen alle sich lang, müssen eine Liegestütze machen und danach aufspringen – effektiv, spassig, aber auch ganz schön anstrengend. Trainer Giuseppe Custodero spornt die Teilnehmenden derweil mit seinen Rufen an und hält die Digitaluhr über dem Eingang immer im Auge.

Hanteln, Kugeln, Holzboxen – mit simplen Hilfsmitteln Muskeln aufbauen.

«Workout of the Day»
Auf einer Tafel hat er die anschliessenden Übungen notiert, welche im einstündigen Zirkeltraining an die Reihe kommen. «Russian Twist» etwa oder «Ring Dips» und «Wide Push-ups» steht da zu lesen – Anglizismen für althergebrachte Abfolgen der Körperertüchtigung. Custodero erklärt diese und macht sie vor: Bei der russischen Drehung führt man den Medizinball im Liegen über den Körper, beim Sprung in die Turnringe mit gestreckten Armen senkt man die Schulter bis auf Höhe der Ringe und beim «Push-up» machen die Teilnehmenden Liegestütze.

Das Zirkeltraining im brandneuen Functional Studio in Tägerwilen folgt stets demselben Ablauf von Aufwärmen und Gas geben, sagt Custodero. Er selbst ist immer vor Ort, um Tipps zu geben. Denn zu wissen, wie die anstrengenden Übungen funktionieren, beuge Verletzungen vor. Das ist wichtig beim harten Allround-Workout, der auf gezielte Wiederholungen setzt. Das Besondere: Während sein crossfunktionales Training Ausdauer, Kraft, Geschwindigkeit, Beweglichkeit, Balance und Koordination in gleichem Masse stärkt, setzen andere Fitnessmethoden oft nur auf einen dieser Aspekte. «Es ist ein ehrliches Training, das wirklich alles abdeckt», sagt der Fitness-Fan begeistert.

Im Training mitmachen kann jeder. Sein jüngster Kunde ist 22 Jahre alt, der älteste 55. «Bei mir werden die Teilnehmenden keine Body-Builder, sondern bekommen einen athletischen Körper», definiert der 37-Jährige einen oft gehörten Wunsch seiner Kunden und spricht gleichzeitig den Unterschied zum «normalen» Fitnessstudio an. «Auch wird bewusst auf Isolationsübungen verzichtet.» Das Training setzt auf die Beanspruchung mehrerer Muskeln und Muskelgruppen mittels natürlicher Bewegungsabläufe mit dem Ziel, den Körper widerstandsfähiger zu machen und ihn auf Alltagssituationen zu stärken. Treppensteigen, schwere Gegenstände tragen, Drehbewegungen ausführen oder den Bewegungsmangel vom Bürojob auszugleichen, sind einige Beispiele in der Praxis.

Mit der App kommen auch Technikfans auf ihre Kosten.

Der Körper als Trainingsgerät
Trainiert wird drinnen aber auch draussen, im Tägerwiler Studio oder auf der Sportanlage Burgerfeld in Kreuzlingen. Die Teilnehmenden benutzen Kleingeräte wie Hanteln, Bälle, Bänder oder das eigene Körpergewicht, wenn sie sich an den Stangen im Klimmzug emporziehen. Im Studio kommen auch Schwergewichte zum Einsatz. Für jede Stufe, vom Anfänger bis zum durchtrainierten Profi, kann Custodero die Übungen anpassen. «Hier gibt es keine Maschinen», sagt er, «und du musst keine Maschine sein. Aber ich bringe die Teilnehmenden an ihre Grenzen, hole sie aus ihrer Komfortzone heraus. Sie sollen die Verbesserungen in der Trainingszeit sehen.»

Wichtig: Ziele abstecken
Gerade im Personal Training sei das Trainingsprogramm auf den Einzelnen zugeschnitten – streng, aber machbar. Mit jedem steckt er ein persönliches Ziel ab und arbeite dann darauf hin. Die meisten Kunden wollen sich im eigenen Körper besser fühlen, abnehmen oder Schmerzen am Bewegungsapparat lindern. «Um das Ziel zu erreichen, gibt es verschiedene Wege», sagt der Kreuzlinger. «Dabei bin ich Coach und Motivator zugleich.» Er kann auch, gerade wenn es um die letzten paar Wiederholungen einer Übung geht, durchaus laut werden «fast wie im Boot-Camp, aber nie negativ, sondern als Ansporn», gesteht er. «Die Leute sollen in ihrer Trainingszeit das Beste aus sich herausholen.»

Verschiedene Abos
Custodero bietet Gruppentrainings an wie Athletic Circle Training (Zirkeltraining) und Faszientraining, die in Kleingruppen mit maximal zehn Personen stattfinden. Im Open Studio können Interessierte während den Öffnungszeiten unter seiner Aufsicht individuell die Kettlebell stemmen. Man kann ihn zudem als Personal Trainer buchen. Und er coacht online, wenn man das will. Denn viele Übungen können die Kunden ebenfalls zuhause machen. 800 sind in einer App gespeichert, die Custodero für sein Training benutzt und auf seiner Webseite bereitstellt. Auch um Ernährungspläne aufzustellen, sind verschieden Apps hilfreich. Den eigenen Fortschritt, beispielsweise über Körperkennwerte, können seine Kunden im Online Coaching Portal verfolgen.

«Doch nichts ist besser, als am eigenen Körper zu erfahren, wie man fitter wird», weiss der Personal Trainer. «Das gibt ein richtiges Glücksgefühl.»

Giuseppe Custodero, Personal Trainer.

Sport ist seine Passion
Giuseppe Custodero, 37, war Verkaufs- und Marketingleiter in einer Schweizer Traditionsfirma, verspürte aber je länger je mehr den Drang, seine Leidenschaft zum Beruf zu machen. Also bildete er sich berufsbegleitend weiter zum Fitness- und Personal Trainer, trainierte erst Freunde und Bekannte. Seine Motivationsfähigkeit sprach sich herum und die Nachfrage stieg. Heute hat er sein eigenes Studio in Tägerwilen und den alten Job an den Nagel gehängt.

GC Studio, Konstanzertr. 12, Tägerwilen
www.gc-personaltraining.ch

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