/// Rubrik: Kultur | Topaktuell

«Wer besetzt Syrien?» – Vortrag im Torggel

Kreuzlingen – Am Mittwoch, 21.November, um 19.30 Uhr, spricht Dr.Peter Forster über «Syrien im Fadenkreuz der Mächte – Wer besetzt, wer beherrscht Syrien?».

Ansicht der Ruinen der alten Königsstadt Palmyra in Syrien. (Bild: Paul Sippel -pixelio)

Drei Syrienschlagzeilen aus ein und derselben Woche, welche die Syrienkonfusion nicht deutlicher widerspiegeln könnten: Die türkische Armee beschiesst Stellungen der YPG-Kurden im Kobane-Rayon zwischen Euphrat und syrisch-irakischer Grenze. Die Iraner beschiessen mit Kurzstreckenraketen im Irak eine Festung der Demokratischen Partei Kurdistans (KDP-I). In Istanbul lud R.T.Erdogan zu einem neuen Syriengipfel mit V.Putin, A.Merkel und E.Macron ein, um den Friedensprozess wieder in Ganz zu bringen. Die Frage an alle Zeitungsleser unter Ihnen: «Wer von Ihnen hätte den Durchblick in dieser völlig konfusen Situation im Krisengebiet Syrien-Irak?»

Nun wird Dr.Peter Forster, praktisch ein Stammreferent an unserer VHSK und ehemaliger NZZ-Nahostkorrespondent, versuchen, etwas Licht in die verworrene Lage zu bringen und Ihnen auch die grösseren Hintergründe zu erläutern. Ich darf wiederum den Flyerprogrammtext zitieren:«Noch immer tobt der Bürgerkrieg in Syrien. Am 18. März 2011 erhob sich die liberale Opposition in der Stadt Daraa an der jordanischen Grenze gegen das Asad-Regime. Jetzt steht der Krieg im achten Jahr!

Vier indigene Kriegsparteien stehen sich unversöhnlich gegenüber: das Asad-Regime, die Rebellen, der militärisch angeschlagene ISIS und die Kurden. Fünf «auswärtige» Akteure verschärfen die Lage: Iran, Russland, USA, die Türkei und Israel. Im Kern des Konflikts steht der brutale Kampf der Sunniten und der Schiiten um die Vorherrschaft im Fruchtbaren Halbmond. Der alawitische Asad-Clan verbündete sich mit der schiitischen Vormacht Iran, die nicht nur die eigenen Revolutionswächter, sondern auch die Hisbollah und schiitische Milizen ins Gefecht führt. Die Aufständischen werden von Saudi-Arabien, Kuwait und den Vereinigten Arabischen Emiraten unterstützt. Die Weltmächte Russland und USA tragen einen Stellvertreterkrieg aus, wobei Präsident Putin mit seiner Luftwaffe und starker Bodenpräsenz das Asad-Regime vor dem Untergang bewahrte. Präsident Trump will sein Land – nach zwei Irakkriegen und dem letztlich misslungenen Afghanistan-Abenteuer – nicht in einen dritten langwierigen Bodenkrieg führen. Israel wahrt seine eigenen Sicherheitsinteressen. Speziell ist der Krieg im Krieg der Türken gegen die Kurden. Nichts beherrscht Präsident Erdogans Handeln so sehr wie die Abwehr der «kurdischen Gefahr». Im türkischen Südostanatolien leben geschätzt rund 15 Millionen Kurden. Die türkischen Streitkräfte versuchen zu verhindern, dass die Kurden entlang der Grenze zu Syrien einen durchgehenden, stark militarisierten Landgürtel erlangen.

Dr. Peter Forster kennt als ehemaliger NZZ-Nahostkorrespondent und nach zahlreichen Reisen Syrien und die Region aus eigener Erfahrung. Er analysiert die verworrene Lage und zieht Querlinien nach Europa, besonders auch in die Schweiz. Dr. Peter Forster aus Salenstein ist Historiker, ehemaliger Chefredaktor der Thurgauer Zeitung und heute Chefredaktor der Militärzeitschrift «Schweizer Soldat».

Zu diesem spannenden und immer noch brandaktuellen Referat laden wir Sie herzlich ein.
Im Torggel Rosenegg, Bärenstrasse 6 in Kreuzlingen.

 

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