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Klein Venedig: Planungssicherheit für zwei Dekaden

Kreuzlingen – Wie im kommunalen Richtplan vorgesehen, sollen die Fussballplätze im Klein Venedig ins Gebiet Seezelg verlegt werden. Der Stadtrat hält an den städtebaulichen Absichten fest, weitet jedoch den Zeithorizont aus. Dies beschert allen Nutzern Planungssicherheit für die kommenden 15 bis 20 Jahre.

Klein Venedig wird heute vielfältig genutzt, auch für den Sport. (Bild: Achiv)

Anlässlich einer Klausurtagung analysierte der Stadtrat bereits in diesem Frühjahr die Verlegung der Fussballplätze vom Gebiet Klein Venedig ins Gebiet Seezelg und beschloss, die zeitliche Umsetzung von fünf bis zehn Jahren nochmals zu überprüfen. Daraufhin lud der Stadtrat im September städtische Fachpersonen sowie Vertreter der Stadt Konstanz zum Workshop «Zukunft Klein Venedig» ein.

Der Stadtrat kam zum Ergebnis, dass eine kurz- bis mittelfristige Umsetzung der Verlegung in den kommenden fünf bis zehn Jahren vor dem Hintergrund der zahlreichen geplanten Projekte in Kreuzlingen aus finanzieller und politischer Sicht nicht realisierbar ist. Grundsätzlich hält der Stadtrat an den im kommunalen Richtplan festgelegten städtebaulichen Absichten fest. Die Verlegung der Fussballplätze soll jedoch langfristig in den kommenden 15 bis 20 Jahren vollzogen werden. Somit erhalten die heutigen Nutzer des Gebiets Klein Venedig (FC Kreuzlingen, Bodensee-Arena AG, Tennishalle am See AG, SBW-Talent-Campus) eine ausreichende Planungssicherheit für ihre künftige Strategie und Ausrichtung.

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2 Gedanken zu „Klein Venedig: Planungssicherheit für zwei Dekaden

  1. Bruno Neidhart

    Die Frage stellt sich hier, was das Wort „Planungssicherheit“ pratisch bedeutet: Weder auf Klein Venedig noch auf Seezelg sind unter diesem Begriff die Voraussetzungen gegeben, dass bestehende Strukturen entweder weiter ausgebaut (Klein Venedig), noch entsprechende Strukturen in einem anderen Stadtgebiet konkreter geplant werden können (Seezelg). Es geht hier um langfristig wirksame Investitionen. Sie sollen gezielt eingesetzt sein.
    Besonders im Fokus steht dabei der FC Kreuzlingen. Bereits vor 10 und mehr Jahren wurde dazu die Frage gestellt, wie lange auf Klein Venedig die Plätze noch zu halten wären. Es geht hier somit um eine alte Geschichte, die die Stadt nun mit einer „Planungssicherheit“ weiter hinaus delegieren möchte, um nicht entscheiden zu müssen, wo und wie denn schliesslich der traditionelle Stadtclub FCK wieder eine verlässliche Heimstatt finden kann, wie sie einmal an der Konstanzerstrasse glorios bestand. Die Stadt hat, wie sie schreibt, zwar einmal entschieden, Seezelg dem Fussball zu öffnen (Kommunaler Richtplan). Aber ohne konkreter geplant zu haben liegt diese Lösung im Verschwommenen, sowohl was die veralteten Pläne dazu betrifft, als besonders bezüglich der neueren Entwicklung in diesem Gebiet (siehe dazu später).

    Bekanntlich sind in der Stadt grössere zusammenhängende Flächen rar. Mit den beiden Gebieten im Fokus ist so ziemlich alles gesagt. Und im Döbeli (beim AS Calcio) werden die „Grenzen“ – hier sogar im sprichwörtlichen Sinn – ebenso sichtbar, wo noch Flächensport zu betreiben ist.

    Was wäre – oder ist – zu tun?

    Seezelg: Mit dem Entscheid, dort auch die REKA anzusiedeln, sowie auf dem bestehenden Tennisareal (TC Hörnli) eine Tennishalle plus ev. weitere Aussenplätze zu bauen, entsteht nun raumbezogen eine neue Situation. Die einst für Fussball vorgesehene Fläche steht nun nicht mehr in ihrer vollen Grösse zur Verfügung. Ob dort übehaupt wenigsten die drei Felder mit der notwendigen Infrastruktur sinnvoll zu erstellen sind, über die derzeit der Club verfügt, ist unsicher (Infrastrukturmässig profitiert der Club zusätzlich noch von der Bodenseearena). Es ist zudem noch nicht transparent, ob die Erschliessung (Weg/Strasse?) des Munz’schen REKA-Areals von Westen her (Kreuzlingen) oder von Osten (Bottighofen) zu geschehen hat, was auch mit dem Bodensee-Radweg in diesem Gebiet im Zusammenhang steht. All dies hat Einfluss auf die Planung eines sinnvollen Fussballsportgeländes, nun ziemlich eingezwängt zwischen REKA, Schwimmbad, Tennis, Bahn und See.

    Es ist somit stadtseits bereits heute geboten, für das Areal Seezelg ganz konkret eine Planung vorzulegen, die die Bedürfnisse von Tennis, Fussball und REKA mal gebündelt darstellt (inklusive dem vorgesehenem Parkaus in Kombination mit dem Schwimmbad). Ohne diese Vorausplanung besteht keine „Planungssicherheit“, ob hier überhaupt für den FCK mit seinen vielen Mannschaften von jung bis alt und inklusiv eine sinnvolle Heimstätte erstellt werden könnte.

    Klein Venedig: Die Stadt muss hier selbst (ohne Konstanz) imstande sein zu empfinden, ob es auf lange Sicht vielleicht doch Sinn macht, in diesem Gebiet (mit einmal direktem Steganschluss ans Stadtzentrum!) Sport zu betreiben. Fällt der Entscheid positiv aus, besteht ab sofort auch hier eine „Planungssicherheit“, die damit zu tun hat, dass notwendige Investitionen nun zweckmässig-kontinuierlich getätigt werden können.

    Ohne einen klaren (FC-) Sportplatzentscheid ensteht ein Vakuum. In beiden Fällen (Klein Venedig und Seezelg) würden Fesseln gesetzt, die eine sinnvolle Zukunft aus vielerlei Sicht untransparent erscheinen liesse. Dies täte weder der (Sport-) Stadt, noch im besonderen dem Stadtclub FCK von 1905 gut. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, ob die Stadt nicht ein Interesse haben könnte, mal eine vorzeigbare Aussensportanlage zu besitzen, die sowohl Stadtclubs, als auch gelegentlich stadtseitigen Veranstaltungsbedürfnissen dienen und damit die „Sportstadt“ (seine Gesellschaft) beflügeln könnte. Auch dieser Entscheid sollte mal getroffen werden. Es ist in diesem Zusammenhang auch zu berücksichtigen, dass die gegenwärtigen Verhältnsse bei der „Hafenarena“ allfällige Ambitionen des FC Kreuzlingen insofern einschränken (könnten), als heute Sportverbände Regeln vorlegen, wie denn die Platzinfrastruktur auszusehen hat, wenn in dieser oder jener höheren Liga gespielt wird. Solche Ansprüche sind der Zeit geschuldet.

    Essenz: Diese von der Stadt vorgelegte „Planungssicherheit“ ist also eine Chimäre. Ohne eine eindeutige Aussage, unterstützt durch eine konkete Planung bereits heute, entsteht keine Sicherheit. Gehemmt bliebe die Politik, wie auch besonders die Weiterentwicklung des Sports mit seinen betreffenden Institutionen. Nur ein mutiger Entschluss kann den Knoten lösen. Zukunft beginnt jetzt. Nicht erst in 15-20 Jahren.

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  2. Pingback: Fussball im Warte-Zustand – Hafetschutter – Kreuzlinger Fussballgeschichten

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