/// Rubrik: Stadtleben | Topaktuell

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Kreuzlingen – Der Gemeinderat spricht weniger Geld für den Stadtbus als beantragt: Mit 65’000 Franken ist der genehmigte Betrag genau da, wo er im Mai schon war. Die Senkung ist aber mit einem Auftrag verbunden: Nicht Einzelbilletts sollen damit vergünstigt werden, sondern Mehrfachkarten und vor allem die Tickets für Kinder.

Günstigere Tickets sollen Busfahrten attraktiver machen. (Bild: sb)

«65’000 Franken genügen, um die Preise für Kinder und Mehrfachkarten zu senken», befand CVP-Gemeinderat Thomas Dufner an der gestrigen Gemeinderatssitzung, bevor er seinen Änderungsantrag stellte. Dieser wurde mit nur einer Stimme Mehrheit gutgeheissen. Beantragt hatte der Stadtrat 105’000 Franken. An der darauffolgenden Schlussabstimmung zur abgeänderten Subvention enthielt sich die SP-Fraktion aus Protest geschlossen, zusammen mit weiteren Unterstützern. Der jährliche Zuschuss für den Bus, zunächst für die nächsten vier Jahre, wurde mit 22 Ja angenommen.

Bereits im Mai war das Anliegen im ersten Anlauf gescheitert und zurückgewiesen worden. Die neue Botschaft des Stadtrats enthielt nun einen höheren Betrag und war detaillierter als die Ursprungsvariante. Diese Ausarbeitung traf bei der SVP und grossen Teilen der FDP/CVP-Fraktion auf wenig Gegenliebe. Die Bürgerlichen versuchten einiges, um die Botschaft zu bodigen. So wurde ein Nichteintretensantrag von Daniel Lauber (SVP) nur knapp mit drei Stimmen Unterschied abgelehnt. Marc Portmann (FDP) scheiterte mit seiner Rückweisung wenig später deutlicher.

Wer will den Bus jetzt unterstützen und wer nicht? Und wenn ja, wie? Diese Fragen konnten sich selbst Kenner der Materie nicht so einfach beantworten angesichts des verwirrenden Stimmverhaltens der Volksvertreter. Auch die Fraktionsmeinungen trugen wenig zur Erkenntnis bei. Thomas Leuch etwa sprach im Namen der FDP/EVP-Fraktion etliche Kritikpunkte an, auch wenn seine Fraktion im Grunde für den ÖV sei und an der Sitzung im Mai sogar für eine Erhöhung des Beitrags plädiert hatte. Ein grosser Kritikpunkt der SVP war die in ihren Augen fehlende Vorarbeit in der Buskommission. Fabian Neuweiler teilte mit, dass er deswegen aus derselben ausgetreten sei. Zusammen mit der CVP kritisierte die SVP eine Subvention nach dem «Giesskannenprinzip». Daniel Lauber erneuerte im Namen der SVP die Forderung nach wirkungsvolleren Marketing-Aktionen für den Bus.

Als «glühende Verfechter» vom Stadtbus zeigten sich Markus Brüllmann und die SP-Fraktion. Volle Unterstützung erfuhr die Botschaft auch von der Fraktion Freie Liste/Rägäbogä, teilte Christian Forster mit.

Stadtrat Ernst Zülle durfte an diesem Abend jedenfalls einige Verbesserungsvorschläge mitnehmen. Die Verantwortlichen stehen nun vor der schweren Aufgabe, diese alle unter einen Hut zu bringen.

Weiteres
Den Nachtrag zum Baurechtsvertrag zwischen der Stadt Kreuzlingen und der Genossenschaft Schwimmbad Hörnli betreffend der Auflösung des Servituts zu Lasten der städtischen Parzelle Nr. 5064 bewilligte das Parlament einstimmig. Mit der Auflösung der Dienstbarkeit kann der Gestaltungsplan Seezelg nun fertiggestellt werden. Zudem erhält die Genossenschaft Schwimmbad Hörnli eine langfristige und damit auch kalkulierbare Regelung für die Parkplatzbewirtschaftung.

Ersatzwahl
Des Weiteren wählte das Parlament Adrian Knecht in die Finanz- und Rechnungskommission sowie in die Kommission Bau und Umwelt. Die Ersatzwahl wurde aufgrund des Rücktritts von Gemeinderat Hanns Wipf, SP/GEW/JUSO durchgeführt werden. Adrian Knecht tritt sein Amt am 1. Januar 2019 an.

Rekordeinbürgerung
Diskussionslos hiess der Gemeinderat insgesamt 55 Einbürgerungen gut. Zahlreiche Antragsteller waren persönlich erschienen und wurden mit Applaus anerkannt.

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One thought on “Zurück zum Anfang

  1. Frischknecht Ernst

    Ein lamentabler Auftritt von SVP und FDP! Er entspricht in etwa der schäbigen Haltung der beiden Parteien in der nationalrätlichen Klimadebatte: nur die Klientel nicht vergraulen; seien es die Autofahrer oder die Gewerbler.
    Dagegen wird es nicht lange dauern, bis von diesen rechtsbürgerlichen Kreisen vehement der Ausbau unseres regionalen Strassennetzes gefordert wird: Südumfahrung – BTS – OLS.
    Dort spielt dann das Geld und das Giesskannenprizip à la Herr Salzmann keine Rolle mehr; mehr CO2 Abgase, mehr Feinstaub und Lärm sind zu vernachlässigen, es müssten schon alle mitmachen, lautet das Totschlagargument.
    Tatsache bleibt, dass Klimaschutz vor unserer Haustüre anfängt und damit auch die Förderung des Bus- und Veloverkehrs. Radolfszell hat es vorgemacht; dort kostet künftig ein Busbillet 1 Euro! Armes Kreuzingen!

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