/// Rubrik: Leserbriefe | Topaktuell

Hefenhofen und Weihnachten

Leserbrief – Kommt es gut, wenn die Regierung die Arbeit der Regierung untersuchen lässt? Nicht immer. Im Tierschutzfall K. kam es aber gut. Uns liegt ein exzellenter Bericht vor, für den wir auch dem beauftragenden Regierungsrat Respekt schulden. (Peter Dransfeld, Kantonsrat Grüne, Ermatingen)

(Bild: archiv)

Wer einfache Antworten sucht, wird vom Bericht enttäuscht. Es gab weder Schlendrian noch Ignoranz oder Schuldige. Versagt hat, trotz grossem Engagement vieler Verantwortlicher, das System.

Warnungen wurden zu wenig ernst genommen. Erst Sensationspresse, Demonstrationen und Rücktrittsforderungen zogen rasches Handeln nach sich. Wo aber misshandelt, betrogen, gelogen, bedroht, hintergangen, begünstigt oder gepfuscht wird, muss man handeln. Das ist jedem Kleingewerbler klar, in einem Apparat von 4’000 Mitarbeitern aber offenbar nicht so einfach.

Die Lösung sind nicht neue Zuständigkeiten, Regelwerke und Geldmittel. Es braucht das Herz am rechten Fleck – was hier wohl die meisten hatten – und es braucht den unbedingten Willen, selbst über grosse Hürden und Grenzen hinweg, den Stier an den Hörnern zu packen. Dabei hilft der Blick fürs Ganze und der Kontakt zur Basis. Reden nur Juristen, Funktionäre und Politiker miteinander, kommt nicht nur Schlaues heraus. Der Appell der Kommission an die zivile Bürgergesellschaft, an mehr Transparenz, zielt in die richtige Richtung.

Lernen wir aus diesem Fall, besser auf Misstände zu reagieren, dann sind die 800’000 Franken gut angelegt. Und bald wieder eingespart. Halten wir die Augen offen und reden wir, gut weihnachtlich, mehr miteinander.

 

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