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Theater schaltet Gang runter

Kreuzlingen - Nach dem Kraftakt der dreitägigen 50-Jahr-Jubiläumsfeier präsentiert das Theater an der Grenze für den Frühling ein reduziertes Programm. Dabei hat die Programmleitung Perlen aus Kabarett, Stepptanz und Kindertheater auf die gemütliche Bühne eingeladen.

Programmleiter Simon Hungerbühler (v.r.), Vereinspräsident Fritz Brechbühl und Kommunikationsvorstand Lukas Huggenberg. Bild: ek

Auf den ersten Blick ist das Theater an der Grenze mit 13 Aufführungen für die Frühlingssaison gut gebucht. Doch gehören sieben Veranstaltungen zum Festival «Kabarett in Kreuzlingen». «Wir sind noch müde vom Jubiläum», erklärt Vereinspräsident Fritz Brechbühl die geringe Eigenleistung in der kommenden Spielzeit. Die beiden Programmleiter waren froh, einen Gang zurückschalten zu dürfen und von den Auftritten im Rahmen des KIKs zu profitieren. Dank eines «Gentlemen’s Agreement» können gegenseitig Räume genutzt werden. Bis April profitiert nun das Theater an der Grenze von dieser Abmachung.

Die sechs Shows, welche der Verein selbst gebucht hat, bergen Neues und Altbewährtes. Den Anfang der Spielzeit macht am 11. Januar der aus seiner Late-Night-Show bekannte Komiker Dominic Deville. In seiner Lesung nimmt er sein Buch «Pogo im Kindergarten» wortwörtlich auseinander. Diese Aufführung findet im Kult-X an der Hafenstrasse 8 statt. «Damit möchten wir das angedachte Kulturzentrum wachsen sehen», erklärt Co-Programmleiter Simon Hungerbühler. Das Kult-X biete ganz andere Gestaltungsmöglichkeiten und Platz, als die gewohnte Bühne unterm Dach an der Hauptstrasse 39. Auch für «kick the square» ist ordentlich Platz von Nöten: Für den Stepptanzweltmeister Daniel Borak wurde eigens ein neun Quadratmeter grosses Instrument entwickelt, das er mit seinen Füssen bedienen kann. Begleitet wird die experimentelle Aufführung von einer achtköpfigen Band.

Adaption eines Klassikers
Freunde des klassischen Theaterkabaretts kommen bei «Maestro und Margherita» voll auf ihre Kosten. In der Adaption des russischen Klassikers «Meister und Margarita» wird mit kleinen Mitteln versucht Grosses zu erzählen. Ganz in Schweizer Manier wird Englisch, Deutsch und Italienisch geistreich zu einem Komödie vermengt.

Weiterhin legt das Theater an der Grenze Gewicht auf Kindervorstellungen. In «De Anderscht vo Anderschtwo» des Theaters Dampf stört ein Fremder Gast die traute Zweisamkeit zweier Freunde. Soll man den Fremden wegjagen, bloss weil er nicht die gleiche Sprache spricht? Im Puppentheater «Mücke und die Nacht im Marmeladenglas» von «die Nachbarn» wird eine Geschichte über Ängste, das Anderssein und über eine grosse Freundschaft erzählt. Beide Stücke sind auf Mundart und Kinder ab fünf Jahren werden unterschwellig ans Theater herangeführt. Bei den Kindervorstellungen am schulfreien Mittwochnachmittag hat es jeweils noch Platz. «Wer einmal da war, kommt danach wieder», meint Präsident Brechbühl. Allgemein sei der Verein mit rund 230 Mitgliedern gut aufgestellt. Trotz derzeitiger Erschöpfung im Vorstand – gelohnt habe sich der Aufwand der Jubiläumsfeier allemal. «Wir haben sehr viel Lob erhalten», freut sich Brechbühl.  

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