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Kantonsschüler streiken in Zürich

Kreuzlingen/Zürich – Am Freitag wird man mehr als einen Schüler nicht in seiner Klasse vorfinden. Mehrere Schüler und Schülerinnen der Kantonsschule reisen nach Zürich um sich dort dem «Klima Streik» anzuschliessen.

Die Schülerinnen der Kantonsschule Kreuzlingen Amara Cespedes (l.) und Naomi Brot organisieren zusammen mit Selma Wagenbach die Teilnahme am «Klimastreik» in Zürich. (Bild: amk)

Wer denkt, die Jugend von heute interessiert sich nicht für ihre Umwelt der liegt falsch. Zuletzt sprach eine 15-Jährige auf dem Weltklimagipfel. Die schwedische Jung-Aktivistin Greta Thunberg rief dabei Ende 2018 zu weltweiten Schulstreiks auf, einer fand bereits mit knapp 300 Schülerinnen und Schülern am 14. Dezember in Zürich statt. Für Naomi Brot war das ein wichtiges Event, an dem sie selbst auch gerne teilgenommen hätte.

Nach einiger Überlegung entschied sie, über den Schülermailverteiler nachzuforschen, ob auch bei anderen Interesse am nächsten Klimastreik in Zürich besteht. «Die Rückmeldungen waren mehr als zahlreich», erzählt Naomi. Insgesamt 54 Schülerinnen und Schüler der Kantonsschule werden am Freitag nach Zürich fahren, um am Klimastreik teilzunehmen. «Ich habe dann mit dem Rektor gesprochen, damit wir dispensiert werden», sagt sie.

Dieser zeigt sich auf Nachfrage von dem geplanten Event nicht vollständig überzeugt. «Ich habe Mühe mit dem Begriff «Klimastreik». Ein Streik richtet sich gegen eine Institution. Die Schülerinnen und Schüler wollen aber nicht eine Veränderung an der Schule erreichen, sondern politisch», sagt Arno Germann, der Rektor der Kantonsschule. Er hätte es mehr begrüsst, wenn die Schüler selbst eine Demonstration ausserhalb der Schulzeit organisiert hätten oder als Zeichen für den Klimaschutz zum Beispiel sich verpflichtet hätten, ein Jahr auf Flugreisen oder ähnliches zu verzichten.

Bereits im Dezember demonstrierten fast 300 Schülerinnen und Schüler in Zürich. (Bild: zvg)

«Grundsätzlich erwarte ich von Gymnasiasten, dass sie sich Gedanken über die Zukunft, über

die Gesellschaft und die Umwelt machen. Insofern freut es mich, wenn Schülerinnen und Schüler sich auch politisch engagieren und begrüsse Engagement.» Der Rektor hat der Dispension schliesslich zugestimmt und Naomie konnte zusammen mit Amara Cespedes und Selma Wagenbach die Teilnahme an der Demonstration planen. Auch Schilder wurden im Zeichenraum der Kantonsschule angefertigt. «Ich finde es wichtig, dass wir uns engagieren, es kann nicht sein, dass der Ruf der jungen Generation ignoriert wird und nur die Alten für uns entscheiden», meint Naomi. Es sei zudem wichtig Stellung zum Klima zu beziehen, «Es geht darum, das andere in unserem Alter sehen, dass sie mit ihrem Anliegen nicht alleine da stehen.»

Jeder engagiere sich anders. Naomi ernährt sich vegetarisch, verzichtet gemeinsam mit ihrer Familie auf ein Auto und ist aktiv bei den Jungen Grünen Thurgau. Amara ist sowohl im Schülerparlament der Kantonsschule als auch im Jugendparlament Mitglied und versucht ebenso wie Selma ihren biologischen Fussabdruck durch Mülltrennung und die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel gering zu halten.

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