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Aus drei mach vier

Kreuzlingen – An der kommenden Budgetgemeinde entscheiden die evangelischen Stimmberechtigten über gewichtige Traktanden. Aus drei Pfarrstellen sollen ab August vier werden und ein Streamingdienst soll künftig Gottesdienste live ins Internet übertragen. Die laufenden Kosten für Letzteres betragen rund 14’000 Franken pro Jahr.

Kirchenpräsident Thomas Leuch zeigt Kirchenpflegerin Marianne Pfaendler, wo Fachleute Bohrungen in der Wand machten, um die Bausubstanz zu testen. (Bild: sb)

Finanziell geht es der Evangelischen Kirchgemeinde gut. Dennoch sind wegen Kirchenaustritten und der allgemeinen Überalterung in der Gemeinde die Steuereinnahmen auf dem Rückgang. Für die Behörde heisst das: etwas sparsamer sein. So rechnet Kirchenpflegerin Marianne Pfändler in diesem Jahr mit einer roten Null. Eine Steuererhöhung steht noch nicht im Raum, diese könnte aber Thema werden, wenn 2020 mit der Renovation des Kirchgemeindehauses eines der grössten Bauvorhaben der vergangenen Jahre beginnt. «Heute haben wir im kantonalen Vergleich einen der tiefsten Steuerfüsse», so Pfändler. «Wenn wir die Steuern erhöhen, dann in erträglichem Mass», ergänzt Kirchenpräsident Thomas Leuch.

Am kommenden Dienstag will sich die Kirchenbehörde ausserdem eine Neuverteilung bei den Pfarrpensen genehmigen lassen. Da Pfarrerin Andrea Stüven ab Juli in den Ruhestand geht und Pfarrer Gunnar Brendler eine Stelle im 60-Prozent-Pensum bei den psychiatrischen Kliniken in Münsterlingen angetreten hat, sind zwei Stellen ausgeschrieben. «Wir suchen eine Person im Schwerpunktbereich Jugend- und Familienarbeit und eine im Bereich Erwachsenen- und Seniorenarbeit», erklärte Präsident Leuch das Stellenprofil. Pfarrer Brendler würde weiterhin Teilzeit in der Gemeinde wirken, sodass es neu vier Pfarrer oder Pfarrerinnen geben würde.

Als Ersatz ist Pfarrerin Elisabeth Wickihalder bis Juni angestellt, wenn nötig auch länger.

«Wir haben schon mehrere passende Bewerbungen erhalten», berichtet Kirchenpflegerin Pfändler. Um daraus zwei geeignete Bewerber zu präsentieren, soll die Gemeindeversammlung eine neunköpfige Pfarrwahlkommission berufen. Die Besetzung zeigt einen Querschnitt aus der Gemeinde, mit Mitgliedern aus der Vorsteherschaft, Mitarbeitern der Gemeinde und jungen und alten Gemeindemitgliedern. Diese soll ihre Arbeit im Februar aufnehmen; die Bewerbungsfrist für die Pfarrstellen endet am 25. Januar.

Der Bau aus den sechziger Jahren muss renoviert werden. (Bild: sb)

In der evangelischen Kirchgemeinde erwartet die Neuen ein Arbeitsumfeld, wo sie eigene Wege gehen und ausprobieren können, wenn sie Engagement zeigen. Ein gutes Beispiel aus der jüngeren Vergangenheit ist der Open Place, den Pfarrer Brot in Kurzrickenbach erfolgreich aufgebaut hat. «In Zeiten, wo der soziale Druck immer grösser wird, sind soziale Projekte der Kirche immer wichtiger», findet Leuch.

Wenn alles klappt, können die Stimmberechtigten an der Rechnungsgemeinde im Mai über die Neuverteilung entscheiden.

Um Gottesdienste live aus der Kirche ins Internet zu übertragen, hat eine Arbeitsgruppe bestehend aus Pfarrer Brendler, Pfarrer Brot und mehreren Kirchbürgern ein Projekt ausgearbeitet, über das die Versammlung ebenfalls entscheidet. Vor einem Jahr wurde dafür ein Projektkredit von 20’000 Franken gesprochen. Weitere 17’000 Franken würde es nun kosten, die erforderliche Technik in der Stadtkirche und der Kirche Kurzrickenbach zu installieren. Mit 13’800 Franken würde das Hosting jedes Jahr zu Buche schlagen.

Neues gibt’s danach noch von der geplanten Anpassung und Erneuerung des Kirchgemeindehauses zu hören. Seit Mai 2018 ist eine achtköpfige Baukommission mit der Umsetzung beschäftigt und hat die Konzepte der beteiligten Fachmänner ausgewertet. Am 4. April findet eine Infoveranstaltung zum Thema statt, am 19. Mai könnte die Gemeinde dann über den Baukredit abstimmen. Der Bau aus dem Jahre 1962 soll modernisiert werden und zudem einen zweiten Stock erhalten. Die historische Bausubstanz bleibt aber erhalten, denn das Gebäude steht unter Denkmalschutz. Mit der Fertigstellung wird 2021 gerechnet. 

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