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Überkapazität auf Kosten der Umwelt – Nein zum Kunstrasen

Leserbrief – Brigitta Engeli, Präsidentin Grüne Bezirk Kreuzlingen, positioniert sich gegen den geplanten Kunstrasenplatz.

Lerserbrief (Bild: Archiv)

Nach der Berechnungsart der Stadt, benötigt jede Mannschaft für ihr Training ein ganzes Fussballfeld. Von 5-6-jährigen bis zu den ersten Mannschaften. Diese Art der Berechnung begründet den Bedarf eines Kunstrasens anstelle eines Winterrasens, der den ganzen Winter bespielt werden könnte. Wenn der Winterrasen im Frühjahr sich für zwei Monate erholen muss, würden jeder Kreuzlinger Mannschaft zwei Rasenfelder und der Kunstrasen im Kleinvenedig, also je 3 Felder, zur Verfügung stehen.

Wenn man vergleicht was andere Fussballclubs, wie Berg oder Münsterlingen, mit ähnlich vielen Mannschaften zur Verfügung haben, ist das immer noch sehr grosszügig.
Nach der Brache steht der Winterrasen dem AS Calcio das restliche Jahr wieder voll zur Verfügung, womit sie 3 Rasenplätze und ein Kunstrasenfeld zum Bespielen hätten. Ich bin überzeugt, dass diese Variante vertretbar ist, in Anbetracht dessen, was in Bezug auf die Umwelt auf dem Spiel steht.  Wir entscheiden also darüber, ob wir der Umwelt einen irreversiblen Schaden zufügen (mindestens für 35 Jahre mit enormen Rückbaukosten) oder ob wir die natürliche Variante wählen!

Also NEIN zum Kunstrasen und ein späteres JA zu einer natürlichen Variante.

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One thought on “Überkapazität auf Kosten der Umwelt – Nein zum Kunstrasen

  1. Bruno Neidhart

    Liebe Frau Brigitta Engeli,

    wenn Sie fussballsportliche Aktivitäten anders berechnen, als es der Schweizerische Fussballverband aus seiner Erfahrung tut, fragt man sich, warum Sie sein Ergebnis, das letztlich den Trainings- und Spielflächenbedarf für Vereine beschreibt, schlechtreden und mit verschwurbelten Begriffen, wie „Winterrasen“, dagegen zu halten versuchen. Ist natürlich Ihr Recht! Nun ist tatsächlich immer etwas Vorsicht geboten, wenn sich ein Verband äussert (Betrifft Ihre Institution aber auch!). Nur ist die Berechnung bei Fussballplätzen ziemlich genau nachprüfbar, sowohl bezüglich der Belegungsstunden aufgrund der Anzahl Mannschaften, als auch durch den lokalen Erfahrungswert, wie oft ein Naturrasenspielfeld durch Witterungseinflüsse im Jahresverlauf nutzbar, respektive nicht nutzbar sein kann.

    Wenn Sie mit Berg oder Münsterlingen – den beiden Nachbarclubs – argumentieren, so kann deren Platz-Situation nicht Massstab für die beiden Kreuzlinger Clubs sein. Dass beide Nachbarn gerne einen ganzjährig bespielbaren Kunstrasenplatz besitzen würden, wie ihre kantonalen oder ausserkantonalen Konkurrenten, davon ist ungefragt auszugehen.

    Kreuzlingen besitzt kaum mehr Flächen für den Flächensport in seinem unteren Stadtgebiet. Selbst im Osten, im Seezelg, wird es durch verschiedene Ambitionen sportlicher (Tennis) und ferienspezifischer Art (REKA), immer enger. Ja man muss feststellen, dass mit den dort planerisch provisorisch aufgeführten Flächen für Fussball (als ev. Ersatz für Klein Venedig), die Sache ausgereizt ist, resepektive man sich sogar in eine prekäre Situation hinein geplant hat. Wenn nun im Döbeli das Kunstrasenfeld nach Berechnung gleich „zwei“ Naturrasenfeldern gleichkommt,, was die ganzjährigen Trainings- und Spielmöglichkeiten betrifft, kann das also nur gut sein.

    „Irreversibler Schaden für die Umwelt“? Wo fangen wir an, Fraue Engeli, zu lamentieren? Beim überzogenen Strassenbau? Beim überbordenden Verkehr? Beim stetig wachsenden Siedlungsflächenverbrauch? Bei den flächenversiegelten Parkplätzen vor unseren Supermärkten? Oder sind etwa Rinderherden umweltfreundlich? Und der überbordende Luftverkehr? Die Liste liesse sich um viele Bemerkungen quer durch unsere Welt verlängern……

    Dagegen haben Kunstrasenfelder den grossen Vorteil, dass sie „vielen Menschen ganzjährig sportlich-aktives Handeln in freier Luft“ erlauben, den beiden ambitionierten Clubs der Stadt so z.B. auch die Möglichkeit geben, ihre höheren sportlichen Ziele zu verfolgen, mit denen sie nicht zuletzt die Stadt eherenvoll nach aussen zu vertreten suchen. Und wenn dann noch, wie die Stadt in ihrer Botschaft vermerkt, besonders die Jugendförderung beider Clubs eine wichtige gesellschaftliche Bereicherung für die Stadt darstelle, so sind, Frau Engeli, Ihre ökologischen Bedenken gegenüber Einflüssen auf unsere Umwelt zwar grundsätzlich nicht ganz zu negieren, so doch deutlich zu relativieren, wenn man den Gesamtnutzen einer solchen Anlage berücksichtigt. Heutige Umweltprobleme lassen sich durch Fussball definitiv nicht erklären! Im nach wie vor grünen Döbeli schon gar nicht.

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