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Kirchengeläut überschreitet Grenzwerte

Kreuzlingen – Das von den Klägern geforderte Lärmgutachten für die evangelische Stadtkirche macht auf die evangelische Kirchenbehörde keinen grossen Eindruck – obwohl es beweist, dass Grenzwerte überschritten werden. Jetzt sucht die Stadt das Gespräch. Die Behörde muss sich bewegen, sonst könnte es «Lämpen» geben.

Die evangelische Kirche in Kreuzlingen. (Bild: archiv)

Auf Seiten der Bauverwaltung habe man gehofft, dass die evangelische Kirchenvorsteherschaft sich Massnahmen überlegt und an der vergangenen Gemeindeversammlung bereits zur Abstimmung vorlegt. «Das wäre dann freiwillig und in unserem Sinne gewesen», so Stadtrat Ernst Zülle auf Anfrage. Denn das Lärmgutachten liegt schon eine Weile vor. Es wurde an die Stadt, die Kläger und die Kirchgemeinde versandt. Bei Letzteren scheint es aber keinen grossen Eindruck hinterlassen zu haben.

An der zurückliegenden Gemeindeversammlung wurden andere Geschäfte traktandiert. Dringendere Geschäfte, wie Kirchenpräsident Thomas Leuch gegenüber der Thurgauer Zeitung zum Ausdruck brachte, beispielsweise die nötige Sanierung des Gemeindehauses sowie die Möglichkeit einer TV-Übertragung von Gottesdiensten (wir berichteten).

«Wir werden uns jetzt mit der Behörde und der Denkmalpflege an einen Tisch setzen und nach Lösungen suchen», kündigt Stadtrat Zülle an. Einen Zeitplan gibt es noch nicht. Zülle zielt aber darauf ab, dass das Thema an der Kirchgemeindeversammlung im Mai zur Sprache kommt und Massnahmen beschlossen werden. Wenn es hart auf hart kommt, könnte die Stadt Massnahmen verfügen. Je nachdem, wie sich die Behörde oder die Kirchgemeindeversammlung dazu stellt, könnte das Ganze auch in einen Rechtsstreit hinauslaufen, so Zülle. Dabei enthält das Lärmgutachten bereits konkrete Empfehlungen, wie der Glockenschlag in der Lautstärke gedämpft werden kann. Auch bauliche Massnahmen wären denkbar. Diese wären aber komplizierter umzusetzen, da die Kirche denkmalgeschützt ist.

Und die Kirche soll ja nicht nur gut klingen, sondern auch weiterhin ihren historisch-architektonischen Baucharakter behalten.

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