/// Rubrik: Stadtleben

Schweigeminute für das Klima

Zürich/Kreuzlingen – Der Klimastreik in Zürich erregte Landesweit Aufsehen. Noami Brot von der Kantonsschule Kreuzlingen war nur eine von vielen Schülerinnen und Schülern, die an der Demonstration teilnahmen. Sie berichtet über ihre Erfahrung in Zürich und weitere geplante Aktionen für den Klimaschutz.

Mit selbstgefertigten Schildern demonstrierten die Schülerinnen und Schüler der Kantonsschule Kreuzlingen in Zürich. (Bild: zvg)

Früh am Morgen am 18. Januar versammelten sich die Schülerinnen und Schüler, ausgerüstet mit Protestschildern, als Gruppe der Kantonsschule Kreuzlingen am Zürcher Hauptbahnhof und marschierten gemeinsam zum Startpunkt. Die Demonstration, die praktisch ausschliesslich aus Jugendlichen bestand, war überraschend gut organisiert. Zu Beginn hielten einige Personen Reden, und anschliessend begann die Demo durch ganz Zürich.

Mit Parolen wie «Wäm sini Zuekunft? Üsi Zuekunft» oder «Erdöllobbyisschte, ab id Chiste» wurde die gesamte Stadt beschallt. Auf der Bahnhofsstrasse gab es als kurze Unterbrechung eine «Schweigeminute für das Klima», bei der die 2000 Teilnehmenden stillschweigend eine Minute auf dem Boden sassen. Die Demonstration endete auf dem Zürcher Bürkliplatz, wo einige letzte Reden gehalten wurden und alle sich mit einem Becher Tee aufwärmen konnten. Der Geist des Protestes verschwand damit aber noch lange nicht.

Die Ernstheit der Thematik blieb
Für die grosse Mehrheit der Kreuzlinger Gruppe war es die erste Teilnahme an einer Demonstration und die Begeisterung am Erlebnis war enorm. Viele staunten über die Vielfalt der Medien, die vor Ort waren, und einige wurden sogar selbst interviewt. Im Nachhinein war die Freude gross, einander und unsere Transparente in der grossen Menschenmenge im Fernsehen zu erkennen und an einem Anlass solcher Grösse und Bedeutung ein Teil gewesen zu sein. Die Ernstheit der Thematik ging dabei aber nicht unter. Schon auf dem Heimweg waren die Gespräche von heissen politischen Diskussionen geprägt und die Bereitschaft, im eigenen Alltag Massnahmen zu ergreifen, war bei vielen gross. Das Bedürfnis der Schüler, eine Veränderung zu bewirken, war deutlich spürbar.

Streik mit Folgen

Der Klimastreik wurde von vielen Medien aufgegriffen. (Bild: zvg)


Beim Lesen der Zeitungsartikel fielen auch Nebenwirkungen auf, mit denen viele Schüler an anderen Schulen zu kämpfen hatten. Manche erhielten unentschuldigte Absenzen, einige bekamen Einsen für versäumte Prüfungen, und andere haben sogar Verweisdrohungen am Hals. Glücklicherweise erfuhren die Schüler der Kantonsschule viel Unterstützung für ihr Engagement und konnten sorgenfrei auf das wahre Problem, den Klimawandel, aufmerksam machen.

Als Folge einer Nachbesprechung mit dem Rektor der Kantonsschule Arno Germann wird die Schule nun die Problematik des Klimawandels noch mehr in den Vordergrund rücken. Einige schulinterne Massnahmen, wie das Einführen eines «Klimatags», noch mehr Recycling und das Organisieren von Podiumsdiskussionen, aber auch die Teilnahme an einer weiteren Klimademonstration oder sogar die Realisierung einer eigenen Kundgebung sind bereits in Planung.

Friday for Future
Eine eigene Kundgebung organisiert haben letzten Freitag Schüler des Humboldt-Gymnasiums aus Konstanz. 200 Demonstranten waren angekündigt, fast 600 Schüler nahmen an der Demo teil. Alles um ein Zeichen für Klimaschutz zu setzen.

geschrieben von Noami Brot

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