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Die Hasel lanciert die Pollensaison – später als üblich

Kreuzlingen/Thurgau – Jetzt fliegen im Schweizer Mittelland die Pollen los, die Hasel beginnt zu blühen. Während sie auf der Alpensüdseite schon seit fünf Wochen den Frühling spürt, liess die Temperatur im Januar auf der Nordseite kein Spriessen zu. Für Allergiker beginnt nun der Spiessrutenlauf.

Die Hasel beginnt zu blühen. (Bild: günther gumhold_pixelio.de)

aha! Allergiezentrum Schweiz rät Personen mit Haselpollenallergie, jetzt – in Absprache mit dem Allergologen – ihre Medikamente zu nehmen.  Am Wochenende erwacht die Hasel aus der Winterruhe: Mit etwas Sonne und rund zehn Grad Celsius beginnen sich die Haselkätzchen zu strecken, gelb zu leuchten und Pollen in die Luft abzugeben. Damit fliegen die Haselpollen dieses Jahr im Mittelland deutlich später als 2018. Regula Gehrig, Biometeorologin von MeteoSchweiz bestätigt: «Im letzten Jahr war die Belastung durch Haselpollen schon im Januar stark. Die Saison gehörte auf der Alpennordseite und besonders im Tessin zu den stärksten bisher gemessenen.»

Nach einem so starken Blühjahr erwartet die Expertin im Folgejahr etwas weniger hohe Pollenkonzentrationen. «Wie stark der Haselpollenflug wird, hängt aber vom aktuellen Wetter ab.» An wärmeren Tagen ist nun schweizweit rasch mit mässigen bis hohen Pollenbelastungen von Hasel – und beginnend auch Erle – zu rechnen. Auf der Alpensüdseite präsentierte sich die Situation ganz anders: Die Hasel blühte ab Anfang Januar, rund zehn Tage früher als üblich. Im März und April blühen dann die allergene Birke und Esche.

Unbehandelt droht Asthma
Was lässt sich aus dem Start für das bevorstehende Pollenjahr herauslesen? «Eine Prognose für den Verlauf der ganzen Pollensaison ist kaum möglich», so die Pollen-Expertin. «Bei jeder Pflanzenart beeinflussen Regen und Temperatur aufs Neue, wann diese blüht.»
Eines gilt allerdings ab sofort für die ganze Saison: «Personen mit Heuschnupfen sollten früh genug zum Arzt gehen, um mit ihm die Therapie zu besprechen. Meistens wird er Antihistaminika in Form von Tropfen, Tabletten oder Sprays verschreiben», so Sereina de Zordo, Beraterin bei aha! Allergiezentrum Schweiz. Langfristig wird aber ein Heuschnupfen am besten ursächlich angegangen – mit einer Desensibilisierung. Dabei wird der Körper langsam an das Allergen gewöhnt, «was die Symptome um über 50 Prozent reduziert», so de Zordo. Denn viele wissen nicht: «Wird eine Pollenallergie nicht behandelt, kann ein allergisches Asthma entstehen.»

Test: Erkältung oder Heuschnupfen?
Wer nun niest, sich aber nicht sicher ist, ob es sich um eine Erkältung oder um einen allergischen Schnupfen handelt, kann dies mit dem Schnupfentest von aha! Allergiezentrum Schweiz herausfinden. Sereina de Zordo rät zudem, bei Verdacht auf Heuschnupfen diesen unbedingt bei der Hausärztin, beim Allergologen abklären zu lassen (die Schweizerische Gesellschaft für Allergologie und Immunologie SGAI kann Kontakte vermitteln). Praktisch: Die Resultate des Schnupfentests können als PDF ausgedruckt in die Sprechstunde mitgebracht werden.

Aktuelle Pollendaten und -prognose mit aha! Allergiezentrum Schweiz
• Aktuelle Pollenbelastung auf www.pollenundallergie.ch und mobil mit der App «Pollen-News» (im App Store und auf Google Play)

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