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Tausendundeine Kunst – Nacht

Konstanz/Kreuzlingen – Die Kunstnacht 2017 war bereits ein grosser Erfolg. 2019 möchten die Städte Kreuzlingen und Konstanz an diesen Erfolg anknüpfen und Kunstbegeisterte wie Laien über Grenzen hinweg zusammen bringen.

Das OK-Team der Kunstnacht mit Stadträtin Dorena Roggenbass (l.) freut sich auf viel Publikum. (Bild: Ann-Marie Köhn)

Während einer Nacht sind alle Grenzen zwischen Kreuzlingen und Konstanz, Schweizern und Deutschen passé. Während dieser Nacht geht es nicht um Zugehörigkeit, sondern um Kunst, um Begegnungen, Diskussionen, Reflexionen, und das an 20 Stationen in ganz Konstanz und Kreuzlingen.

Die Kunstnacht beginnt am 30. März um 18 Uhr am Hauptzoll in Kreuzlingen. Nach einer kleinen Ansprache der Veranstalter können Zuschauer gleich an der ersten Performance des Abends teilnehmen. Ines Figert knüpft ein Band zwischen und mit allen Anwesenden. Danach können Besucher sich einer Führung Richtung Boulevard in Kreuzlingen oder Richtung Obere Laube nach Konstanz anschliessen. Die diesjährige Kunstnacht ist auf der Schweizer Seite zentral gehalten, Seemuseum und Rosenegg nehmen nicht teil. Von allen Stationen auf deutscher und Schweizer Seite fährt halbstündlich ein Shuttle-Bus, damit man so viele Orte und Werke wie möglich erleben kann.

Freiraum für die Kunst
Auf der Kreuzlinger Seite verwandelt sich der Boulevard in einen Boulev’art. Zwölf verschiedene Installationen sind an teilweise unscheinbaren Orten um die Hauptstrasse zu entdecken. Zusätzlich bieten drei Kulturbars Gelegenheit, sich über das Gesehene mit anderen oder dem Künstler selbst auszutauschen. In Zusammenarbeit mit den internationalen Kurzfilmtagen Winterthur wurde ausserdem ein Kurzfilmprogramm speziell für den Boulev’art zusammengestellt, welches im Trösch zusehen ist. An verschiedenen Orten passen sich Kunstaktionen den gegebenen Räumen und Leerräumen rund um den Boulevard an und verwandeln sie in einen «Freiraum» für Kunst.

Sprechende Bäume  auf der Laube
Auf der Konstanzer Seite verwandelt sich gleich hinter der Grenze die sogenannte Laube zu einer Bühne. Der Grünsteifen in der Mitte der beiden stark befahrenen Strassen wird als künstlerischer Experimentalraum genutzt. Zu sehen sind hier unter anderem das Duo Teresa Renn und Jan Behnstadt-Renn mit ihrer Performance «Talking Trees». Dabei geben sie Erfahrungsberichte von Menschen, die auf der Strasse leben oder gelebt haben, einen emotionalen und eindrucksvollen akustischen Raum, welcher zum Nachdenken anregen soll.

Die teilnehmenden Galerien der Kunstnacht ziehen sich von der Innenstadt über den Rhein bis zum Zebra Kino in Fürstenberg und hoch zur Universität Konstanz. Das Zebra Kino arbeitet mit Künstler Jeremias Heppeler zusammen und präsentiert ein grenzübergreifendes Zusammenspiel von Medien, Kunst und Kino. Zusätzlich inszeniert Heppeler auch das Performance-Stück «baskerville» auf der Laube. In beiden Fällen ist der Fixpunkt der Inszenierungen unter dem Namen «Verkrustetes Fleisch» der Hund. Die Universität Konstanz bleibt ihrem Lehrauftrag treu und bietet Führungen durch die Universität zum Thema «Kunst am Bau» an. Architekt Norbert P. K. Müller wird über die Historie der Universität, die Kunst und die Architektur referieren und die Besonderheiten anschaulich verdeutlichen. Der Campus besteht aus einer engen Verflechtung aus Städtebau, Architektur und Kunst, welcher aufgrund seiner Einzigartigkeit bereits eines der jüngsten Denkmäler der Stadt Konstanz ist. Die Kunst wird hier begeh- und fassbar für die Besucher.

Kein Vorverkauf
Die Buttons für die Teilnahme an der Kunstnacht sind in diesem Jahr nicht im Vorverkauf erhältlich. Sie können ab 16 Uhr am 30. März an der Abendkasse im Kulturzentrum Münster sowie im Trösch auf der Schweizer Seite für einen kleinen Preis erworben werden. Nach 19 Uhr können die Buttons an allen teilnehmenden Institutionen und in den Shuttlebussen gekauft werden. Bezahlt werden kann sowohl in Euro als auch in Franken.

Die Kunstnacht hat sich vorgenommen, den Menschen Kunst in allen Facetten, über alle Grenzen hinweg, ob physisch oder psychisch, nahezubringen. Ob sich die Investitionen der Stadt Konstanz von über 30‘000 Euro und der Stadt Kreuzlingen von über 20‘000 Franken gelohnt hat, wird sich am 30. März zeigen.

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