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Vom Gast zum Gastgeber

Kreuzlingen – Seit 1. Januar ist Adrian H. Müller Präsident der Stiftung Rosenegg Kreuzlingen. Der Tägerwiler ist selbst gern Gast im Haus mit den kulturellen Aktivitäten. Jetzt darf er hier das Publikum begrüssen. Auch hinter den Kulissen möchte er Dampf machen: Der Treuhänder ist ein Mann mit vielen Kontakten und will diese spielen lassen, um das Museum zu stärken.

Museumsleiterin Dr. Yvonne Istas mit dem ehemaligen und dem neuen Präsidenten, Thomas Fischer (l.) und Adrian H. Müller. (Bild: sb)

Thomas Fischer war acht Jahre lang Präsident der Stiftung Rosenegg. Jetzt hat der Triboltinger das Amt an Adrian H. Müller übergeben und mit ihm ein Haus, das nach den umfangreichen Sanierungsarbeiten der vergangenen Jahre bestens da steht. Auch wird das Museum nach Jahren des Ehrenamts heute professionell von Leiterin Dr. Yvonne Istas geführt. «Ich kann guten Gewissens abtreten», sagt Fischer. Er begründet den Schritt damit, mehr Zeit mit seiner Familie verbringen zu wollen. Beruflich habe der 58-Jährige immer mehr im Ausland zu tun.

Es handle sich ausserdem um ein Amt, bei dem eine Rochade nach vier Jahren sinnvoll ist. Fischer: «Als meine ersten vier Jahre vorbei waren, standen allerdings so viele Projekte an, dass es schwierig war, einen Nachfolger zu finden.»

Auf Fischer folgt nun ebenfalls ein Treuhänder. Adrian H. Müller bringt zudem Erfahrung in ähnlichen Ämtern mit. So ist er Präsident der Stiftung Altersbeihilfe Tägerwilen-Gottlieben, aktiv im Gönnerverein des See-Burgtheaters und hat Erfahrung in der Organisation. Er ist Kultur-Fan, singt im Liederkranz am Ottenberg und kennt teilweise Publikum wie Musiker an den Matineen im Rosenegg persönlich. «Ich freue mich auf das spannende Programm mit Kunst und Kultur», sagt er.

Zusammenspannen erwünscht!
In der Region ist er gut vernetzt. Das Museum Rosenegg schätzt er als etablierten Teil einer Kulturszene, in der die Verantwortlichen zusammenspannen – Stichwort: Museumskonzept. «Es ist aber auch wichtig, dass die jeweiligen Institutionen ihre Eigenart bewahren», findet der Tägerwiler. Ein Abend im Stucksaal der Rosenegg sei schliesslich anders als eine Feier im Trösch oder ein Anlass im Keller des Seemuseums.

Eines von Müllers Zielen wird es sein, durch Vermietungen auch mal Menschen in das Haus zu holen, die es bisher noch nicht kannten. «Vom ehemaligen Heimatmuseum hat es sich zu einem regionalen Museum entwickelt», beobachtet der 64-Jährige. Ein weiteres Ziel wäre es, weitere Ehrenamtliche für den Betrieb zu gewinnen.

Leitung mit Freiheiten
IT und Finanzen sind Bereiche, in denen Müller sich auskennt. Grundlegend sei er aber mit der strategischen Ausrichtung des Kulturhauses betraut: Zusammen mit der Betriebskommission spricht sich die Museumsleitung an monatlichen Sitzungen ab. Dr. Istas bestätigt, dass sie grössere Freiheit geniesst, als sie es bei anderen Institutionen gewöhnt war.

«Wenn es im Budget drin liegt, geht es durch», sagt Müller. Und: «Im Grunde bin ich Unternehmer. Es geht beim Museum Rosenegg allerdings nicht darum, einen Gewinn zu erwirtschaften, sondern darum, genügend Gelder zusammenzubekommen. Und damit ein schönes Programm auf die Beine zu stellen.»

www.museumrosenegg.ch

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