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Mit lachendem und weinendem Auge

Der Mahlzeitendienst Kreuzlingen löst sich auf. Das beschloss der Verein an seiner letzten Sitzung. Kranken und betagten Menschen werden die Fahrerinnen und Fahrer weiterhin Essen ausliefern: Im Zusammenschluss mit den Mahlzeitendiensten von Bottighofen, Lengwil und Münsterlingen entsteht der «Mahlzeitendienst am See».

(V.l.) Doris Dössegger, Helena Engeli, Roland Alber und Elisabeth Lippuner vom Mahlzeitendiest mit der neuen Leiterin der «Mahlzeitendienstes am See», Claudia Ilg (2.v.r.). (Bild: sb)

«Wir glauben, dass dies für alle die beste Lösung ist, auch wenn es schmerzt», sprach Präsident Roland Alber am Mittwochabend für den gesamten Vorstand. In Gesprächen mit Vertreterinnen der zuständigen Gemeinden haben die Verantwortlichen den Zusammenschluss als beste Möglichkeit gewählt, um die Zukunft des sozialen Dienstes zu sichern. Grund für die Vereinsauflösung ist der fehlende Nachwuchs. So hatte der Verein 2017 keine Einsatzleitung, der Präsident übte das Amt zusätzlich interimsweise aus. Zwar wurde Anfang 2018 mit Doris Dössegger eine neue Person dafür gefunden, sie signalisierte aber bald ihren Rücktrittswunsch, genauso wie der Präsident. Auch die langjährige Aktuarin und Vizepräsidentin Margrit Tischhauser trat zurück. Für keinen Posten konnte der Vorstand einen passenden Ersatz finden.

Die Versammlung genehmigte den Zusammenschluss einstimmig, auch wenn der Schritt sicher für manche nicht einfach war. Der Verein existiert schliesslich seit 39 Jahren. Einige Fahrerinnen und Fahrer liefern seit über 30 Jahren Essen aus. Auch im Jahre 2018 waren sie sehr aktiv: Exakt 4000 Menüs brachten die Mitglieder zu ihren Kunden. Dabei fuhren sie fast 6800 Kilometer.

Der neue Zusammenschluss wird von den beteiligten Gemeinden Bottighofen, Lengwil und Münsterlingen sowie der Stadt Kreuzlingen getragen. Als Start legten die Verantwortlichen den 1. Juni fest. Leiterin wird die abtretende Lengwiler Gemeinderätin Claudia Ilg.

Vereinsvermögen geht an die Stadt
Zum Abschluss wollen die Vereinsmitglieder ein Fest inklusive Fahrt auf der MS Delphin veranstalten. Das gesamte Vereinsvermögen wird nach Abschluss der Bücher an die Stadt Kreuzlingen übergehen. Das dauert aber noch bis Herbst.

Vor Ort war auch die Kreuzlinger Stadträtin Barbara Kern, welche den Mitgliedern für ihren langjährigen Dienst an der Allgemeinheit dankte. «Es freut mich, dass es trotzdem weiter geht», sagte sie. «Gleichzeitig ist es bedenklich, dass sich heutzutage niemand mehr für gemeinnützige Arbeit findet . Das ist kein gutes Zeichen.»

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