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«Immer wieder aufstehen und weitermachen»

Kreuzlingen – Gute Stimmung herrschte an der Jahresversammlung des Kreuzlinger Gewerbeverbands. 127 Mitglieder und Gäste kamen zur Veranstaltung in die brandneue Velofabrik von Tour de Suisse. Eingeladen war auch Ex-Rad-Profi Andreas Klöden, der die Unternehmer mit seinem Vortrag begeisterte.

Bei den Kreuzlinger Gewerblern läuft es rund. So muss das Fazit lauten, wenn man die Atmosphäre an der 127. Jahresversammlung des Gewerbeverbands als Gradmesser nimmt. Auch die Untergangsstimmung bei den Detaillisten ist einem vorsichtigen Optimismus gewichen. Im Bild (v.l.): Reto Meyer (Tour de Suisse), Andreas Klöden, Präsident Andreas Haueter. (Bild: sb)

Gastgeber Reto Meyer lobte den Vernetzungsanlass in seiner Begrüssung als «Treffen von mutigen Unternehmern». Nach einer Führung durch das Haus stellte er die Geschäftsphilosophie von «Tour de Suisse» vor und betonte dabei seine Verbundenheit zum Werkplatz Kreuzlingen. «Da steckt sehr viel Schweiz drin», beschrieb er die Veloproduktion. Daneben ist «Tour de Suisse» Generalimporteur für mehrere Vertriebsmarken. Das neue dreistöckige Fabrikgebäude ist zudem Mutterhaus des grössten Schweizer Velovermieters. 60 Mitarbeitende sind hier beschäftigt – 20 Neue kamen in den vergangenen Monaten dazu, so Meyer. Es gibt eine Lackiererei, einen grossen Showroom und eine Photovoltaikanlage auf dem Dach. Sie produziert zwei Drittel des benötigten Stroms selbst.

In seinem Jahresrückblick rief Gewerbepräsident Andreas Haueter wieder einmal Innovationsfähigkeit in Erinnerung, welche er als unabdingbar für den geschäftlichen Erfolg ansieht. Konsumenten forderte er auf, in der Schweiz zu kaufen: «Es geht um unsere Jobs und Ausbildungsplätze.»

Schlecht verdaut haben die Gewerbler die Entscheidung des Kantons, die neue Verkehrsführung am Boulevard trotz Protesten aufrechtzuerhalten. Weil der «Schilder-Wirrwarr» heute noch steht, kritisierte Haueter den Kreuzlinger Stadtrat als mutlos: «Da hätte ich mir mehr ‹Füdli› erwartet.» Dennoch hoffe man weiter auf «eine gute Lösung». Beispielsweise hält man viel vom angedachten Coworking-Büro im Stadtzentrum. Vorschläge, wie es auf dem Boulevard weitergehen könnte, hat der Gewerbeverband bereits gemacht (wir berichteten): Mehr Farbe und weniger Verbotsschilder. Eine dazu im Oktober lancierte Petition musste der Gewerbeverband allerdings auf Eis legen. «Die Geschäfte und das Gewerbe haben zu wenig getan, um Unterschriften zu sammeln», so Haueter enttäuscht. Der Vorstand muss nun entscheiden, wie es weitergeht. Es ist aber davon auszugehen, dass Stadtpräsident Thomas Niederberger als erster Gast am beliebten Gewerbelunch mit dem Thema konfrontiert wird.

Von der Stimmung unter den Detaillisten berichtete Urban Ruckstuhl. Aus den Antworten auf seine alljährliche Umfrage schliesst er, dass die Geschäfte, besonders der Weihnachtsverkauf, im Vergleich zum Vorjahr besser liefen. Er spüre einen «verhaltenen Optimismus» bei den Händlern, so Ruckstuhl. Positiv werte er ausserdem, dass der Anteil derer, die online unterwegs sind, von 17 auf 44 Prozent gestiegen sei.

Den Ausklang machte das Referat des Ex-Radprofis Andreas Klöden. Der Deutsche lebt heute in Landschlacht, davor war er sechs Jahre in Kreuzlingen. Klöden war 16 Jahre lang Profi und fuhr elf Mal an der Tour de France mit. Er kennt die Höhen und Tiefen des Leistungssports. So hatte er 2003 und 2011 schwere Jahre mit einigem Verletzungspech. «Diese Karriereknicks zu überstehen war nicht leicht», berichtete er. Dank harter Arbeit folgten auf die Rückschläge noch grössere Erfolge. Er wurde Deutscher Meister, Zweiter bei der Tour de France und holte Silber bei den Olympischen Spielen. «Auch als ich nur auf dem Asphalt lag und mir bei einem Sturz die Bänder in der Schulter gerissen habe, bin ich immer wieder aufgestanden. Einmal fuhr ich mehrere Etappen mit gebrochenem Handgelenk, bis es nicht mehr ging», erzählte er.

Dieses Durchhaltevermögen verbinde ihn als Sportler mit den anwesenden Unternehmern.

Vorfreude auf die Gewa
Finanziell geht es dem Gewerbeverband gut. Statt der prognostizierten schwarzen Null erwirtschaftete der Verband 2018 ein Plus von fast 19’000 Franken. Dies lag unter anderem am Mitgliederzuwachs und der Rückzahlung der Mehrwertsteuer der Gewerbeausstellung 2017. 242 Mitglieder hat der Gewerbeverband aktuell. Viele von ihnen präsentieren sich an der diesjährigen Gewa, die vom 10. bis 12. Mai stattfindet. Über 100 Aussteller haben sich schon angemeldet. Am 27. März gibt es dazu einen Info-Anlass.

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