/// Rubrik: Stadtleben | Topaktuell

Eine Investition in die Zukunft

Kreuzlingen – Der Besuchstag an der Kantonsschule Kreuzlingen gipfelte in der Auszeichnung der Besten Maturaarbeiten des Abschlussjahrgangs. 15 Arbeiten wurden eingereicht, vier schafften den Sprung und durften ihren Sieg feiern.

Aline Brülisauer (l.), Luzius Bäni, Urs Keller und Juliette Vonderwahl (r.) wurden für ihre Arbeiten ausgezeichnet. (Bild: zvg)

Der Samstag an der Kantonsschule Kreuzlingen bot zukünftigen wie ehemaligen Schülerinnen und Schülern so einiges. Im Laufe des frühen Vormittags konnten verschiedene Unterrichtsstunden besucht werden, neben Physik und Englisch wurden auch Fächer wie Wirtschaft und Recht vorgestellt. Es gab sogar die Möglichkeit an einer Sportstunde teilzunehmen. Das breit gefächerte Rahmenprogramm bot auch verschiedene Aktivitäten zum Ermuntern, Applaudieren, Nachdenken oder Entkommen an.

So führten Schüler einen selbstverfassten Einakter auf oder illustrierten Schlüsselszenen aus Yvette Z’Graggens Roman «Matthias Berg» im französischen Orginal. Highlight war aber natürlich die Prämierung der Maturaarbeiten. Diese konnten im Vorfeld in einer Ausstellung durchgeblättert und überflogen werden. Die Preise für die Ausgezeichneten wurden von der «Stiftung für Jugendförderung im Thurgau» zur Verfügung gestellt. Stiftungsratmitglied Bernhard Friedrich lobte die harte Arbeit der Schüler und bezeichnete dies als «wertvolles Investment in die Zukunft.» Die Preise werden durch eine Jury verliehen, die sich aus dem Beirat der Kanti zusammensetzt. Die vier besten Maturaarbeiten stammen aus den verschiedensten Bereichen.

Die erste Würdigung richtete sich an Juliette Vonderwahl, sie hat für ihre Maturaarbeit die Vertonung von Catulls Gedicht «Carmen III» (1 Jahrhundert vor Christus) anhand Schumanns Liedkompositionen gewählt. «Ebenso ungewöhnlich wie brilliant», zeigte sich die Jury begeistert von dem Kunstwerk, das dadurch entstanden ist. «Ich hatte bereits eine Liebe zur Musik, komponiert hatte ich aber noch nie», erzählt sie.

Die zweite Auszeichnung ging an Urs Keller, auch er hat kein gewöhnliches Thema gewählt. In einem zweimonatigen Experiment züchtete er Mehlwürmer, fütterte diese mit verschiedenen eingefärbten Futtermitteln. Ziel war es die Auswirkung von natürlichen Farbstoffen auf Färbung und Wachstum von Mehlwürmern zu beobachten. Als Dritter wurde Luzius Bäni für seine Arbeit «Von Stadtimpressionen über Skizzenstudien zur eigenen Kollektion» gewürdigt. Dabei entwarf der Schüler sein eigenes Modelabel.

Die Spannung im Saal stieg, als der letzte Platz auf der Bühne vergeben wurde. Dieser ging dann an Aline Brülisauer. Stiftungsratmitglied Reto Lang startete seine Laudation mit dem Satz: «Woran erkennt man einen Vegetarier? Er sagt es ihnen.» Das Thema für ihre Arbeit war wie man vegetarisch ohne Mangelerscheinungen leben kann. Dazu erstellte sie einen Kochblog mit präventiven Rezepten (vegume.jimdofree.com). Lang betonte, dass in der heutigen Zeit der bewusste Fleischkonsum oder der Verzicht auf eben solches ein grosses Thema sei, welches alle Generationen etwas anginge.

Rektor Arno Germann zeigte sich nach der Prämierung zufrieden. Das Engagement der Schüler sei auch in diesem Jahr wieder hoch gewesen. «Die Jugend macht sich Gedanken und das muss man unterstützen», sagte er. Das nächste grosse Event sei für ihn der 4. Mai. Die Kantonsschule feiert dann ihr 50-Jahr-Jubiläum.  

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